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DJ-Glossar · Software & Dateien

Samplerate

Auch: Sample Rate, Abtastrate, Samplingrate, Abtastfrequenz, Sampling Rate

Die Samplerate gibt an, wie oft pro Sekunde ein Audiosignal digital gemessen wird – 44,1 kHz bedeutet 44.100 Messwerte pro Sekunde und Kanal.

von · 4 Min. Lesezeit

44,1 kHz = 44.100 Messwerte pro Sekunde und Kanalniedrige Samplerate: wenige Messwertehohe Samplerate: viele Messwertegestrichelt: Original-Schwingung · Punkte: gespeicherte Messwerte (Samples)Nyquist: höchste Frequenz = halbe Samplerate (bei 44,1 kHz: 22,05 kHz)
Die Samplerate gibt an, wie oft pro Sekunde das Signal gemessen wird, und begrenzt so die höchste Frequenz. (eigene Illustration)

Die Samplerate (Abtastrate) gibt an, wie oft pro Sekunde ein Audiosignal bei der Digitalisierung gemessen wird. Bei 44,1 kHz – dem Standard der Audio-CD – sind das 44.100 Messwerte pro Sekunde und Kanal. Je höher die Samplerate, desto höhere Frequenzen lassen sich speichern. Für DJs sind 44,1 und 48 kHz die üblichen Werte.

Wie Abtastung funktioniert

Ein analoges Signal ist eine kontinuierliche Schwingung. Ein Wandler misst ihre Höhe in festen Zeitabständen und speichert jeden Messwert als Zahl. Wie genau jeder einzelne Wert ist, bestimmt die Bittiefe; wie oft gemessen wird, bestimmt die Samplerate. Beim Abspielen setzt ein Digital-Analog-Wandler die Werte wieder zu einer Schwingung zusammen.

Originaldigitalisiert (Abtastwerte)
12,0
4 Bit · 16 Stufen

Bei 44,1 kHz Samplerate entspricht das einem Ton von 3.675 Hz. Ab zwei Punkten pro Schwingung (Nyquist-Grenze, hier 22.050 Hz) lässt sich die Welle eindeutig zurückgewinnen.

Mit 4 Bit gibt es nur 16 mögliche Werte – die Abweichung zum Original hörst du als Rauschen.

Stell Samplerate und Bittiefe ein und sieh, wie gut die Messpunkte die Sinuswelle treffen – und wann Aliasing entsteht.

Die Nyquist-Grenze

Die höchste Frequenz, die eine Samplerate sauber abbilden kann, liegt bei der Hälfte der Rate. Bei 44,1 kHz sind das 22,05 kHz – knapp über der oberen Hörgrenze des Menschen, die bei etwa 20 kHz liegt und mit dem Alter sinkt. Frequenzen oberhalb dieser Grenze würden als falsche, tiefere Töne erscheinen (Aliasing). Deshalb filtern Wandler sie vor der Abtastung heraus.

Übliche Sampleraten

SamplerateTypischer Einsatz
44,1 kHzAudio-CD, die meisten Musik-Downloads
48 kHzVideo, Rundfunk, viele Audio-Interfaces und Mixer
88,2 / 96 kHzStudioproduktion, Hi-Res-Downloads
176,4 / 192 kHzHi-Res, Archiv und Mastering

Was das für DJs bedeutet

  • 44,1 oder 48 kHz reichen. Für den Clubeinsatz bringt eine höhere Rate keinen hörbaren Vorteil, aber größere Dateien.
  • Club-Player haben Grenzen. Ältere Player spielen WAV und AIFF teils nur mit 44,1 oder 48 kHz. Hi-Res-Dateien mit 96 kHz laufen dort nicht. Prüfe das Handbuch, bevor du Hi-Res-Dateien exportierst.
  • Einheitliche Rate im Setup. Stellen Software und Audio-Interface unterschiedliche Raten ein, muss ständig umgerechnet werden. Das kostet Rechenleistung und kann bei manchen Systemen zu Knacksern führen. Stelle beide auf denselben Wert.
  • Latenz: Bei gleicher Puffergröße ergibt eine höhere Samplerate eine etwas geringere Latenz, weil der Puffer schneller abgespielt ist. Dafür muss der Rechner mehr Samples pro Sekunde berechnen.

Die DJ-Software rechnet Tracks mit abweichender Rate beim Abspielen automatisch um. Ein Mix aus 44,1- und 48-kHz-Dateien ist also kein Problem.

Samplerate und Tempoänderung

Wenn du das Tempo eines Tracks änderst, rechnet die Software die Samples in Echtzeit um. Ohne Key Lock wird der Track dabei schneller und höher, wie bei einer Platte. Mit Key Lock kommt Time-Stretching dazu, das Tempo und Tonhöhe getrennt verändert. Die Qualität dieser Umrechnung hängt vom Algorithmus der Software ab, nicht von der Samplerate der Datei.

Woher die 44,1 kHz kommen

Die zunächst krumm wirkenden 44,1 kHz der Audio-CD gehen auf frühe digitale Tonaufnahmen zurück, die auf Videotechnik gespeichert wurden. Die Rate passte zu den damaligen Videoformaten und lag knapp über dem Doppelten der Hörgrenze. Mit der CD wurde sie zum Standard für Musik. 48 kHz setzte sich parallel bei Video und Rundfunk durch.

Aufnahmen

Für eigene Mix-Aufnahmen reichen 44,1 oder 48 kHz. Nimm die Rate, mit der dein Interface ohnehin arbeitet, und bleib dabei. Mehr dazu unter Mix aufnehmen.

Typische Missverständnisse

  • „Mehr kHz klingt immer besser“: Für die Wiedergabe über eine Club-Anlage ist der Unterschied zwischen 44,1 und 96 kHz nicht relevant. Viel wichtiger sind eine saubere Quelle und eine hohe Bitrate bei komprimierten Formaten.
  • Hochrechnen verbessert die Qualität: Eine 44,1-kHz-Datei auf 96 kHz umzurechnen fügt keine Information hinzu. Ähnlich wie beim Transcoding wird die Datei nur größer.
  • Samplerate und Bitrate verwechseln: Die Samplerate zählt Messungen pro Sekunde, die Bitrate Datenmenge pro Sekunde.

Häufige Fragen zu Samplerate

Welche Samplerate sollte ich als DJ verwenden?

44,1 oder 48 kHz. Das ist der Standard für Musik-Downloads und die meisten Audio-Interfaces, und alle Club-Player spielen diese Raten. Wichtiger als ein hoher Wert ist, dass DJ-Software und Interface dieselbe Rate verwenden, damit nicht ständig umgerechnet werden muss.

Was ist der Unterschied zwischen 44,1 kHz und 48 kHz?

44,1 kHz ist der Standard der Audio-CD und der meisten Musikdateien, 48 kHz der Standard bei Video, Rundfunk und vielen Studiogeräten. Hörbar ist der Unterschied praktisch nicht. Beide erfassen den gesamten hörbaren Frequenzbereich. Entscheidend ist eine einheitliche Einstellung in deinem Setup.

Bringen Hi-Res-Dateien mit 96 kHz beim Auflegen etwas?

Im Club kaum. Die höhere Rate erfasst vor allem Frequenzen oberhalb der Hörgrenze. Dafür sind die Dateien größer, und ältere Club-Player spielen sie teils nicht ab. Für das Auflegen ist eine saubere Quelle in 44,1 oder 48 kHz die sinnvollere Wahl.

Was passiert, wenn Software und Interface unterschiedliche Sampleraten nutzen?

Dann muss das System ständig umrechnen. Das kostet Rechenleistung und kann bei manchen Setups zu Knacksern oder erhöhter Latenz führen. Stelle Software und Audio-Interface auf dieselbe Rate, meist 44,1 oder 48 kHz. Die Musikdateien selbst dürfen unterschiedliche Raten haben, die Software rechnet sie beim Abspielen um.

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