Zum Inhalt springen

DJ-Glossar · Software & Dateien

Playlist

Auch: Playlists, Wiedergabeliste, Abspielliste

Eine Playlist ist eine von dir zusammengestellte Liste von Tracks in der DJ-Software – als Sammlung für ein Genre, eine Stimmung oder einen konkreten Gig.

von · 4 Min. Lesezeit

SammlungenHouse DeepTrack XTechnoGigsBar FreitagTrack XHochzeit DinnerTrack X.aiffeine Datei auf der FestplatteZwei Einträge, keine KopieLöschen aus der Playlistlässt die Datei unberührt
Ordner gliedern Playlists, und ein Track kann in mehreren Playlists stehen, ohne kopiert zu werden. (eigene Illustration)

Eine Playlist ist in der DJ-Software eine von dir zusammengestellte Liste von Tracks aus deiner Bibliothek – etwa alle Deep-House-Tracks, alle Rausschmeißer oder die Auswahl für einen bestimmten Gig. Sie enthält keine Kopien, sondern Verweise auf die Dateien. Ein Track kann deshalb in beliebig vielen Playlists gleichzeitig stehen.

Playlists sind das wichtigste Ordnungswerkzeug beim Auflegen. Im Club suchst du auf einem kleinen Display unter Zeitdruck. Gute Playlists sorgen dafür, dass du nicht in tausend Tracks suchst, sondern in den dreißig, die jetzt passen.

Playlist, Ordner, Sammlung: die Begriffe

  • Playlist: Liste mit fester Reihenfolge, die du selbst befüllst.
  • Ordner (Folder): Behälter für mehrere Playlists, zum Beispiel „Gigs 2026“.
  • Crate: In manchen Programmen der Begriff für eine Sammlung, angelehnt an die Plattenkiste.
  • Smart Playlist: Liste, die sich nach Regeln selbst füllt – du legst nur die Kriterien fest.
  • Gesamtsammlung: Alle Tracks der Bibliothek, unabhängig von Playlists.

Zwei Ebenen: Sammlungen und Gig-Listen

Bewährt hat sich eine Aufteilung in zwei Ebenen:

EbeneZweckBeispiele
Sammlungendauerhafte Ordnung nach Genre, Stimmung oder Funktion„House Deep“, „Techno treibend“, „Vocals 80er“, „Rausschmeißer“
Gig-ListenAuswahl für einen konkreten Abend„Bar Freitag“, „Hochzeit Dinner“, „Warm-up Club“

Die Sammlungen wachsen langsam und bleiben stabil. Für jeden Auftritt ziehst du die passenden Tracks daraus in eine neue Gig-Liste. So bleibt die Grundordnung erhalten, und du hast trotzdem für jeden Abend eine eigene, überschaubare Auswahl. Wie du daraus ein Set mit Spannungsbogen formst, erklärt der Schritt Bau dein erstes Set.

Reihenfolge: Hilfe, kein Drehbuch

In einer Playlist kannst du Tracks in eine Reihenfolge bringen. Für vorbereitete Mixe, Radioshows oder Hochzeitsabläufe mit festem Programmpunkt ist das sinnvoll. Im Club dagegen ist eine starre Reihenfolge riskant: Du reagierst auf das Publikum, nicht auf die Liste. Viele DJs sortieren Gig-Listen deshalb nur grob, etwa nach Energie oder BPM, und entscheiden den nächsten Track live.

Praktisch: Die meisten Programme lassen dich jede Playlist nach Spalten sortieren – BPM, Tonart, Bewertung, Datum des Imports. Ein Klick auf die Tonart-Spalte zeigt dir zum Beispiel sofort, welche Tracks harmonisch passen.

Playlists auf dem USB-Stick

Wer an Club-Playern spielt, exportiert Playlists auf einen Stick. Am Player erscheinen sie dann mit Ordnern und Reihenfolge, so wie du sie angelegt hast. Darum lohnt es sich, die Gig-Liste vor dem Export kurz durchzugehen: verständliche Namen, keine leeren Listen, nichts doppelt. Wie der Export funktioniert, zeigt USB-Sticks für Club-Player vorbereiten.

Playlists zwischen Programmen und Geräten

Viele Programme können Playlists als Datei exportieren und importieren, häufig im verbreiteten Format M3U. Darin stehen nur die Pfade zu den Tracks und ihre Reihenfolge – keine Cue-Punkte, keine Grids, keine Bewertungen. Für den Umzug in ein anderes Programm ist das ein Anfang, für Club-Player reicht es nicht: Dort zählt der Export über die passende Software. Für den Abgleich zwischen Rechner und Mobilgerät bieten einige Hersteller eigene Synchronisationsfunktionen an.

Typische Fehler

  • Dutzende Mini-Playlists mit je drei Tracks – im Set klickst du dich durch Menüs, statt zu mischen.
  • Kryptische Namen wie „neu 3 final“ – am Player-Display weißt du nicht mehr, was drin ist.
  • Playlists als Ersatz für Metadaten: Eine Liste „124 BPM“ veraltet; die BPM-Spalte sortiert automatisch.
  • Keine Gig-Liste: Wer direkt aus der Gesamtsammlung spielt, verliert im Club wertvolle Sekunden.

Tipps aus der Praxis

  • Halte eine Playlist „Neu“ für frisch importierte, noch ungeprüfte Tracks.
  • Eine Liste „Notfall“ mit sicheren Floorfillern und langen Tracks gibt dir Luft, wenn du kurz weg musst.
  • Nach dem Gig: Übertrag die tatsächlich gespielten Tracks aus dem Verlauf in eine Archiv-Playlist – das hilft bei der Tracklist und bei der Planung des nächsten Abends.

Häufige Fragen zu Playlist

Was ist der Unterschied zwischen Playlist und Ordner in der DJ-Software?

Eine Playlist enthält Tracks, ein Ordner enthält Playlists. Mit Ordnern trennst du zum Beispiel dauerhafte Sammlungen nach Genre von Listen für einzelne Gigs. Tracks selbst liegen nie doppelt vor, Playlists verweisen nur auf die Dateien in deiner Bibliothek.

Werden Tracks kopiert, wenn ich sie in mehrere Playlists ziehe?

Nein. Eine Playlist speichert nur Verweise auf die Datei. Ein Track in zehn Playlists belegt trotzdem nur einmal Speicherplatz. Entfernst du ihn aus einer Playlist, bleibt er in der Bibliothek und den anderen Listen erhalten.

Wie viele Tracks sollte eine Playlist für einen Gig haben?

Deutlich mehr, als du spielen kannst, aber so wenige, dass du den Überblick behältst. Als grobe Orientierung planen viele DJs etwa doppelt bis dreimal so viele Tracks ein, wie in die Spielzeit passen, verteilt auf verschiedene Energiestufen. So kannst du flexibel reagieren, ohne in der Gesamtsammlung suchen zu müssen.

Kann ich Playlists von einer DJ-Software in eine andere übertragen?

Ja, meist über eine Exportdatei im Format M3U oder über die Importfunktion des neuen Programms. Dabei kommen Tracks und Reihenfolge mit, Cue-Punkte und Beatgrids aber nicht immer. Prüfe nach dem Umzug, ob alle Dateien gefunden wurden, und kontrolliere bei wichtigen Tracks Grids und Cues.

Das hängt damit zusammen

Mehr aus Software & Dateien