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DJ-Glossar · Software & Dateien

Mix aufnehmen

Auch: Mix recorden, DJ-Mix aufnehmen, Set aufnehmen, Mix-Aufnahme, Recording

Einen Mix aufnehmen heißt, dein DJ-Set als Audiodatei mitzuschneiden – über den Recorder der Software, den Rec-Ausgang des Mixers oder ein Audio-Interface.

von · 4 Min. Lesezeit

1DJ-SoftwareMaster-SignalRecorderin der SoftwareWAV-Dateiauf dem Rechner2MixerRec-OutAudio-InterfaceLine-EingangRechnerAufnahmeprogramm3Mixermit USB-AudioRechnerper USB-Kabel0 dBFSHeadroomSpitzenSpitzen deutlich unter 0 dBFS halten – Headroom lassen
Einen Mix nimmst du in der Software, über den Rec-Out des Mixers oder per USB-Audio des Mixers auf. (eigene Illustration)

Einen Mix aufnehmen heißt, dein DJ-Set als Audiodatei mitzuschneiden – zum Üben, für Feedback, als Demo für Bookings oder zur Veröffentlichung. Je nach Setup nimmst du direkt in der DJ-Software auf, über den Aufnahmeausgang des Mixers mit einem Audio-Interface oder mit einem Gerät, das selbst auf USB-Stick oder Karte aufnimmt.

Aufnehmen ist eines der wirksamsten Werkzeuge, um besser zu werden. Beim Auflegen bist du mit dem nächsten Übergang beschäftigt; beim Anhören hörst du, was das Publikum hört – auch die Stellen, die du lieber überhört hättest.

Zum Ratgeber: DJ-Mixe aufnehmen und veröffentlichen.

Drei Wege zur Aufnahme

WegSo funktioniert esGut für
Recorder der DJ-SoftwareDie Software schneidet ihren eigenen Master-Ausgang mit.Controller-Setups, schnelle Übungsaufnahmen
Rec-Out des Mixers + Audio-InterfaceDer Aufnahmeausgang des Mixers geht in ein Audio-Interface, aufgenommen wird am Rechner.Setups mit Playern, Plattenspielern und Clubmixer
Mixer oder Gerät mit eigener AufnahmeManche Mixer haben eine USB-Soundkarte, manche Geräte nehmen direkt auf Stick oder Karte auf.Aufbauten ohne zusätzliches Interface

Der Recorder der Software ist der einfachste Weg. Bei manchen Programmen hängt er von der Lizenz oder Abo-Stufe ab, und gestreamte Tracks lassen sich nicht immer mitschneiden. Beim Mixer gilt: Nimm den Rec-Out, wenn vorhanden – er ist für Aufnahmen gedacht und unabhängig vom Master-Regler. Der Booth-Ausgang ist nur eine Notlösung. Einige Mixer haben dafür eine eingebaute USB-Soundkarte, dann brauchst du kein separates Interface.

Die richtigen Einstellungen

  • Format: verlustfrei aufnehmen, etwa WAV mit 44,1 oder 48 kHz. Erst beim Export für die Veröffentlichung in MP3 umwandeln. Hintergründe unter WAV und AIFF.
  • Bittiefe: 24 Bit, wenn möglich – das gibt Spielraum bei etwas zu leisem Pegel. Mehr dazu unter Bittiefe.
  • Samplerate: die, mit der dein Interface ohnehin arbeitet.
  • Speicherplatz: Ein zweistündiger Mix in 24 Bit/48 kHz belegt rund 2 GB. Plane Reserve ein.

Pegel: Clipping ist das einzige echte No-Go

Eine leise Aufnahme kannst du später anheben. Eine übersteuerte nicht – Clipping bleibt als Verzerrung in der Datei. Deshalb:

  1. Testaufnahme machen: etwa eine Minute mit deinem lautesten Track.
  2. Spitzen deutlich unter 0 dBFS halten und ausreichend Headroom lassen.
  3. Gain Staging beachten: Kanalpegel im grünen Bereich, Master nicht ans Limit fahren. Grundlagen unter Gain Staging.

Track

0,0 dB
−2,8 dB
Kanal (vor dem Fader)−3,0 dBFS
Master−5,8 dBFS

Gut eingepegelt: Spitzen mit Reserve unter 0 dBFS.

Headroom am Master: 5,8 dB. Die Werte sind Spitzenpegel in dBFS, wie in DJ-Software: 0 dBFS ist das digitale Maximum.

Teste, wie Track-Lautheit, Gain und Fader auf Kanal- und Master-Meter wirken – und wo Clipping beginnt.

Nach der Aufnahme

  • Anfang und Ende schneiden, Ein- und Ausblendung setzen.
  • Lautheit anpassen: Eine sanfte Anhebung mit einem Limiter kann helfen, aber übertreibe es nicht. Plattformen normalisieren ohnehin, ein extrem lauter Master bringt dort wenig – siehe LUFS.
  • Tracklist notieren, solange du dich erinnerst. Der Verlauf deiner Software hilft dabei. Mehr unter Tracklist.
  • Kritisch anhören: Wo laufen Beats auseinander, wo ist ein Übergang zu abrupt, wo bricht die Energie ein? Wie du Aufnahmen gezielt auswertest, beschreibt der Schritt Üben, aufnehmen, Feedback holen.

Rechte: Aufnehmen ja, veröffentlichen mit Bedacht

Für dich selbst darfst du aufnehmen. Sobald du einen Mix öffentlich hochlädst, nutzt du fremde Musik – dafür braucht es Rechte. Ein Track-Kauf oder ein DJ-Pool-Abo deckt das in der Regel nicht ab. Mix-Plattformen haben eigene Lizenzvereinbarungen und Regeln, andere Plattformen sperren Uploads nach automatischer Erkennung. Hintergründe stehen unter GEMA und Urheberrecht für DJ-Mixe.

Typische Fehler

  • Ohne Testaufnahme starten und nach zwei Stunden ein übersteuertes oder stummes File haben.
  • Falschen Eingang wählen: Die Software nimmt das Mikrofon des Laptops statt des Mixers auf.
  • Nur verlustbehaftet aufnehmen: Jede spätere Bearbeitung kostet dann erneut Qualität.
  • Live-Aufnahme im Club ohne Absprache: Frag vorher, ob und wo du aufnehmen darfst. Ein Handy-Mitschnitt aus dem Publikum ist eine Erinnerung, kein veröffentlichbarer Mix.

Häufige Fragen zu Mix aufnehmen

Wie nehme ich meinen DJ-Mix auf?

Am einfachsten mit dem Recorder deiner DJ-Software, der den Master-Ausgang mitschneidet. Mit Playern und Mixer führst du den Rec-Ausgang des Mixers in ein Audio-Interface und nimmst am Rechner auf. Manche Mixer und Geräte nehmen auch direkt per USB auf. Mach vorher eine Testaufnahme, um den Pegel zu prüfen.

In welchem Format sollte ich einen Mix aufnehmen?

Verlustfrei, etwa als WAV mit 44,1 oder 48 kHz und möglichst 24 Bit. So bleibt die volle Qualität für Schnitt und Bearbeitung erhalten. Erst für die Veröffentlichung wandelst du die fertige Aufnahme in ein komprimiertes Format wie MP3 um.

Wie laut sollte meine Aufnahme sein?

Die Spitzen sollten deutlich unter 0 dBFS bleiben, damit nichts übersteuert. Eine etwas leise Aufnahme lässt sich später problemlos anheben, Clipping dagegen nicht reparieren. Plattformen gleichen die Lautheit beim Abspielen ohnehin an, ein extrem lauter Master bringt deshalb wenig.

Darf ich meinen DJ-Mix online veröffentlichen?

Nur mit den nötigen Rechten an der Musik. Ein Track-Kauf oder ein DJ-Pool-Abo deckt eine öffentliche Veröffentlichung in der Regel nicht ab. Manche Plattformen haben Lizenzvereinbarungen und eigene Regeln für Mixe, andere sperren Uploads nach automatischer Erkennung. Dies ist keine Rechtsberatung.

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