Schritt 11 von 13
Mach dich online sichtbar
Social Media, SoundCloud-Profil, Grafiken mit Canva und eine einfache Website.
Dein Demo-Mix steht, die Übergänge sitzen – jetzt muss nur noch jemand davon erfahren. Wer heute einen DJ bucht, schaut sich fast immer zuerst das Profil an: Wie klingt der Mix, wie wirkt der Auftritt, spielt die Person regelmäßig? Deine Online-Präsenz ist damit die erste Hörprobe, noch bevor du ein Wort mit dem Veranstalter gewechselt hast.
Du musst dafür nicht auf jeder Plattform tanzen. In diesem Kapitel geht es darum, welche Profile wirklich zählen, wie du ein SoundCloud-Profil sauber anlegst, wie du mit Canva ohne Grafikkenntnisse einen einheitlichen Look baust und wie du mit wenig Aufwand zu einer eigenen Website kommst.
Erst der Name, dann die Profile
Bevor du irgendwo ein Konto anlegst, sollte dein DJ-Name feststehen. Ein guter Name ist kurz, leicht auszusprechen und eindeutig auffindbar. Prüf vorher:
- Gibt es den Namen schon? Such ihn bei Google, SoundCloud, Mixcloud, Resident Advisor und Beatport. Wenn dort schon jemand mit ähnlichem Stil auflegt, such weiter – Verwechslungen kosten dich später Buchungen.
- Ist das Handle überall frei? Sicher dir denselben Nutzernamen auf allen Plattformen, die du nutzen willst, auch wenn du sie erst später bespielst. Verzichte möglichst auf Zahlen, Unterstriche und Sonderzeichen, die man beim Abtippen vergisst.
- Passt die Domain dazu? Eine freie Adresse wie djname.de ist ein gutes Zeichen. Sie kostet nur ein paar Euro im Jahr und ergibt nebenbei eine seriöse Booking-Adresse.
Trenn außerdem privat und DJ: Ein eigenes Künstlerprofil wirkt professioneller, und Veranstalter müssen sich nicht durch Urlaubsfotos scrollen.
Die wichtigsten Profile für DJs
Welche Kanäle sich lohnen, hängt von deinem Ziel ab, das du im Kapitel Klär dein Ziel festgelegt hast. Ein Club-DJ wird anders gesucht als ein Hochzeits-DJ.
| Plattform | Wofür | Wichtig für |
|---|---|---|
| Visitenkarte der Szene: Clips, Gig-Fotos, Termine, Kontakt per DM | alle | |
| SoundCloud | Mixe und eigene Edits anhören, Szene-Netzwerk über Reposts | Club, Bar, Producer |
| Mixcloud | Lange DJ-Mixe, Radioshows und Livestreams | Club, Bar, Radio |
| Resident Advisor (RA) | Künstlerprofil mit Terminen elektronischer Club-Events | Club, Techno, House |
| TikTok | Reichweite über kurze Clips, auch außerhalb der eigenen Bubble | alle, die schnell wachsen wollen |
| YouTube | Längere Sets, Showreels und Shorts | Event, Hochzeit, Showreel |
| Events und lokale Gruppen, gerade bei älterem Publikum | Event, Hochzeit, Mobile DJ | |
| Google-Unternehmensprofil | Gefunden werden bei „DJ Hochzeit [Stadt]“, Bewertungen sammeln | Hochzeit, Event, Mobile DJ |
Für den Anfang reichen meist zwei bis drei Kanäle: Instagram plus SoundCloud oder Mixcloud, als Club-DJ später Resident Advisor, als Event-DJ eine Website und das Google-Unternehmensprofil. Ein RA-Profil legst du nicht selbst an: Es entsteht, sobald du im Line-up eines dort gelisteten Events stehst. Danach kannst du die Verwaltung übernehmen.
Instagram richtig einrichten
Instagram ist für die meisten Veranstalter der erste Blick auf dich. Achte deshalb auf ein paar Grundlagen:
- Creator-Konto statt Business-Konto: Beide sind kostenlose professionelle Konten mit Statistiken. Business-Konten haben aber meist nur eine eingeschränkte Musikbibliothek mit lizenzfreien Tracks – für DJ-Clips ein Nachteil.
- Profilbild: Dein Gesicht oder ein klares Logo, das auch als kleiner Kreis noch erkennbar ist.
- Bio: In einer Zeile Stil und Stadt, zum Beispiel „House & Disco · Köln · Booking per DM“. Dazu dein Link-in-Bio (mehr dazu unten).
- Story-Highlights: Feste Kacheln wie „Mixe“, „Gigs“ und „Booking“ wirken wie ein kleines Menü auf deinem Profil.
- Angepinnte Beiträge: Pinn deinen besten Clip und deinen nächsten Termin oben an.
Was du posten kannst
Du musst kein Influencer werden. Gute Inhalte entstehen nebenbei beim Üben und Auflegen:
- Kurze Mix-Clips (15–60 Sekunden, hochkant): ein starker Übergang, ein Drop, ein Scratch. Film mit dem Handy, aber nimm den Ton aus der Aufnahme deiner DJ-Software – Handy-Mikrofone klingen neben Boxen fast immer schlecht.
- Hinter den Kulissen: Neue Platten, USB-Sticks packen, Soundcheck, der Weg zum Gig.
- Track-IDs und Lieblingstracks der Woche: Zeigt deinen Geschmack und hilft anderen beim Digging.
- Ankündigungen und Recaps: Flyer vor dem Gig, Fotos und ein kurzes Dankeschön danach. Mit der Collab-Funktion erscheint ein gemeinsamer Beitrag auf deinem Profil und dem des Veranstalters.
Plane realistisch: Zwei Beiträge und ein paar Stories pro Woche, die du durchhältst, bringen mehr als eine Woche Vollgas und dann Funkstille. Viele produzieren ihre Clips gesammelt an einem Tag und planen die Beiträge vor – das geht direkt in der Instagram-App.
Social Media ist auch Networking: Kommentier Beiträge von Veranstaltern und anderen DJs aus deiner Stadt, teil ihre Events und antworte auf Nachrichten. Wie daraus Kontakte und erste Buchungen werden, zeigt das nächste Kapitel.
Kauf niemals Follower. Veranstalter sehen auf einen Blick, wenn 10.000 Follower nur zehn Likes bringen. Eine kleine, echte Community mit Leuten aus deiner Stadt ist mehr wert.
Dein SoundCloud-Profil anlegen
SoundCloud ist für viele DJs der Ort für die Hörprobe – Veranstalter klicken lieber auf einen Player als auf einen Download-Link. So legst du dein Profil an:
- Konto erstellen mit deinem DJ-Namen und in den Einstellungen die Profil-URL anpassen, damit sie soundcloud.com/djname lautet.
- Profilbild und Header-Banner hochladen. Passende Vorlagen in der richtigen Größe findest du bei Canva.
- Bio schreiben: zwei, drei Sätze zu Stil und Stadt, dazu eine Booking-Adresse. Im Profil kannst du zusätzlich Links zu Instagram und deiner Website eintragen.
- Ersten Mix hochladen: zuerst auf privat stellen und anhören, ob alles stimmt. Dann veröffentlichen mit klarem Titel („Djname – Sommer-Mix 2026 | House“), eigenem Cover, Genre und kompletter Tracklist in der Beschreibung.
- Aktiv werden: Folg DJs, Kollektiven und Clubs aus deiner Stadt, teil ihre Mixe per Repost und hinterlass ehrliche Kommentare.
Mit dem kostenlosen Konto hast du nur wenige Stunden Upload-Zeit insgesamt; unbegrenzt hochladen kannst du erst mit dem Bezahl-Abo Artist Pro. Am Anfang ist das kein Problem: Zeig lieber zwei, drei starke Mixe als zwanzig mittelmäßige. Achte außerdem darauf, dass SoundCloud Uploads automatisch auf geschützte Musik prüft. Für reine DJ-Mixe ist Mixcloud oft die entspanntere Wahl, weil die Plattform auf Mixe ausgelegt ist und dafür Lizenzvereinbarungen nennt. Viele DJs nutzen beides: SoundCloud für Reichweite und Edits, Mixcloud für lange Sets. Die Details zu den Plattformregeln stehen im Ratgeber DJ-Mixe aufnehmen und veröffentlichen.
Grafiken mit Canva: einheitlich statt perfekt
Ein einheitlicher Look lässt dich professioneller wirken als jede einzelne aufwendige Grafik. Dafür brauchst du keinen Designer: Canva ist im Browser und als App kostenlos nutzbar und hat Vorlagen in genau den richtigen Formaten – Instagram-Beitrag und -Story, SoundCloud-Banner, Mix-Cover, Flyer und sogar ein einseitiges Presskit als PDF.
So kommst du zu deinem Look:
- Leg einmal fest: zwei Schriften, zwei bis drei Farben und ein Logo oder Schriftzug. Bleib dabei – Wiedererkennung entsteht durch Wiederholung.
- Bau dir eine Master-Vorlage für Mix-Cover und eine für Gig-Ankündigungen. Für jeden neuen Mix oder Termin duplizierst du sie und tauschst nur Titel, Datum und Foto.
- Nutz eigene Fotos: Ein gutes Foto von dir am Pult schlägt jedes Stockbild. Kläre mit der Person, die fotografiert hat, wie der Credit lauten soll.
- Keine fremden Logos von Clubs, Labels oder Marken ohne Erlaubnis. Auf offiziellen Flyern übernimmt das meist der Veranstalter.
Mit dem kostenpflichtigen Canva Pro speicherst du Schriften, Farben und Logos zentral als Markenset, für den Start reicht aber die kostenlose Version. Ein Hinweis zum Logo: Laut Canva-Lizenz darfst du Designs mit Elementen aus Canva nicht als Marke eintragen lassen. Wenn du deinen DJ-Namen später schützen willst, lass das Logo eigenständig gestalten.
Ein Link für alles: Link-in-Bio oder Website
Instagram erlaubt in der Bio nur wenige Links. Deshalb brauchst du einen zentralen Ort, an dem alles zusammenläuft: Hörprobe, nächste Termine, Booking-Kontakt und Presskit.
| Lösung | Aufwand | Kosten | Gut für |
|---|---|---|---|
| Link-in-Bio (z. B. Linktree, Canva) | wenige Minuten | kostenlos | den Anfang, Club-DJs |
| Canva Websites | ein Abend | kostenlos mit Canva-Adresse, eigene Domain nur mit Pro | einfache One-Pager |
| Baukasten (z. B. Jimdo, Wix, Squarespace, Carrd) | ein Wochenende | kostenlose Basis, mit eigener Domain ab wenigen Euro im Monat | eigene Website mit Domain |
| WordPress | deutlich mehr | Hosting und laufende Pflege | wer viel selbst gestalten will |
Für Club-DJs reicht am Anfang ein Link-in-Bio völlig aus. Als Hochzeits- oder Event-DJ ist eine eigene Website dagegen fast Pflicht: Paare suchen bei Google, wollen Pakete und Preise sehen, Bewertungen lesen und dich direkt anfragen.
Was auf eine einfache DJ-Website gehört
Eine einzige Seite reicht. Bau sie von oben nach unten so auf:
- Foto, Name und Stil in einem Satz – sofort klar, wer du bist.
- Hörprobe: dein aktueller Mix als eingebetteter Player.
- Nächste Termine oder, als Event-DJ, deine Leistungen und Pakete.
- Kurz-Bio in drei bis fünf Sätzen.
- Booking-Kontakt mit E-Mail-Adresse, gern eine eigene wie [email protected].
- Presskit zum Download und Links zu deinen Profilen. Was hineingehört, erklärt der Ratgeber DJ-Presskit erstellen.
Die meisten Besucher kommen über Instagram, also vom Handy. Prüf deine Seite deshalb immer zuerst auf dem Smartphone.
Wenn dein Name gesichert ist, die Profile stehen und ein Link alles bündelt, bist du bereit für den nächsten Schritt: Leute persönlich kennenlernen und die ersten Gigs spielen. Wie das klappt, zeigt das Kapitel Vernetz dich und spiel erste Gigs.
Am Ende dieses Schritts
- DJ-Name als Handle auf allen Plattformen gesichert
- Instagram-Profil mit Bio, Profilbild und Highlights eingerichtet
- SoundCloud- oder Mixcloud-Profil mit erstem Mix angelegt
- Canva-Vorlage für Cover und Posts gebaut
- Link-in-Bio oder einfache Website online
- Realistischen Posting-Rhythmus festgelegt
Lieber zwei Kanäle gut gepflegt als fünf halbherzig: Veranstalter achten mehr auf Aktualität und Hörproben als auf Follower-Zahlen.