DJ-Glossar · Software & Dateien
Bitrate
Auch: Datenrate, kbit/s, kbps, CBR, VBR
Die Bitrate gibt an, wie viele Daten pro Sekunde Audio gespeichert werden, meist in kbit/s. Bei MP3 und AAC ist sie das wichtigste Maß für die Klangqualität.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Die Bitrate gibt an, wie viele Daten pro Sekunde für ein Audiosignal gespeichert oder übertragen werden – meist in Kilobit pro Sekunde (kbit/s oder kbps). Bei verlustbehafteten Formaten wie MP3 und AAC ist sie das wichtigste Maß für die Klangqualität: Je höher die Bitrate, desto weniger Information wirft der Encoder weg.
Unkomprimiert, verlustfrei, verlustbehaftet
Bei unkomprimiertem Audio ergibt sich die Bitrate direkt aus Samplerate, Bittiefe und Kanalzahl. Eine CD-Qualität mit 44.100 Hz, 16 Bit und zwei Kanälen ergibt 44.100 × 16 × 2 = 1.411.200 Bit pro Sekunde, also rund 1.411 kbit/s.
| Format | Typische Bitrate | Daten pro Minute (Stereo) |
|---|---|---|
| WAV/AIFF, 16 Bit/44,1 kHz | 1.411 kbit/s | ca. 10,6 MB |
| FLAC | schwankt je nach Musik, unter WAV | deutlich weniger als WAV |
| MP3 | 320 kbit/s (Maximum) | ca. 2,4 MB |
| AAC | 256 kbit/s | ca. 1,9 MB |
| MP3 | 128 kbit/s | ca. 1 MB |
FLAC komprimiert verlustfrei – die Bitrate hängt davon ab, wie gut sich die Musik packen lässt. Bei MP3 und AAC legst du sie beim Kodieren fest.
Was die Bitrate für DJs bedeutet
Auf Kopfhörern oder Laptop-Lautsprechern klingen 128 und 320 kbit/s oft ähnlich. Auf einer großen Anlage zeigt sich der Unterschied: verwaschene Höhen, zischelnde Becken, ein Stereobild ohne Tiefe. Deshalb gilt in der DJ-Welt:
- MP3 mit 320 kbit/s ist der verbreitete Mindeststandard für gekaufte Musik.
- AAC mit 256 kbit/s liegt qualitativ auf einem ähnlichen Niveau und ist bei manchen Shops Standard.
- Verlustfreie Formate wie WAV, AIFF und FLAC sind die sichere Wahl für Tracks, die du oft und auf großen Anlagen spielst.
- Unter 256 kbit/s solltest du für Gigs meiden.
Speicherplatz kalkulieren
Mit der Bitrate lässt sich der Platzbedarf deiner Sammlung grob abschätzen. Für 1.000 Tracks mit je sechs Minuten:
| Format | Platzbedarf |
|---|---|
| WAV/AIFF, 16 Bit/44,1 kHz | ca. 63,5 GB |
| MP3, 320 kbit/s | ca. 14,4 GB |
| AAC, 256 kbit/s | ca. 11,5 GB |
FLAC liegt je nach Musik dazwischen. Für die Bibliothek auf dem Rechner ist das heute selten ein Problem, für USB-Sticks und Exportzeiten schon.
Konstante und variable Bitrate
- CBR (Constant Bit Rate): Jede Sekunde bekommt gleich viele Daten. Berechenbar und bei DJ-Software und Playern unproblematisch.
- VBR (Variable Bit Rate): Der Encoder gibt komplexen Passagen mehr Daten, einfachen weniger. Effizient, aber die angezeigte Bitrate ist nur ein Durchschnitt.
Für das Auflegen ist 320 kbit/s CBR bei MP3 die unkomplizierte Wahl. Hochwertige VBR-Dateien funktionieren in aktueller DJ-Software ebenfalls.
Vorsicht: Die Zahl allein sagt nicht alles
Eine Datei mit „320 kbit/s“ kann trotzdem schlecht klingen – wenn sie aus einer Quelle mit niedriger Bitrate neu kodiert wurde. Die verlorenen Informationen kommen nicht zurück, nur die Datei wird größer. Wie du solche Dateien erkennst, erklärt der Eintrag Transcoding. Kaufe deshalb bei seriösen Quellen; Tipps dazu findest du im Ratgeber Musik kaufen als DJ.
Wo du die Bitrate siehst
Die meisten DJ-Programme zeigen die Bitrate als Spalte in der Bibliothek oder in den Track-Informationen. Diese Angabe beschreibt aber nur, wie die Datei gespeichert ist – nicht, wie gut die Quelle war. Eine Datei kann 320 kbit/s anzeigen und trotzdem aus einer schwachen Vorlage stammen.
Bitrate beim Streaming
Wer in der DJ-Software streamt, bekommt die Qualität, die Dienst und Abo vorgeben. Je nach Anbieter und Plan reicht das von deutlich unter 320 kbit/s bis zu verlustfreien Streams. Was das für Gigs bedeutet, steht unter DJ-Streaming.
Häufige Fragen zu Bitrate
Welche Bitrate brauche ich als DJ?
Für gekaufte MP3-Dateien gelten 320 kbit/s als Mindeststandard, bei AAC 256 kbit/s. Für Tracks, die du oft auf großen Anlagen spielst, sind verlustfreie Formate wie AIFF, WAV oder FLAC die sichere Wahl. Dateien unter 256 kbit/s solltest du für Auftritte meiden.
Hört man den Unterschied zwischen 128 und 320 kbit/s?
Auf kleinen Lautsprechern oft kaum, auf einer Club-Anlage meist schon. Bei niedriger Bitrate wirken Höhen und Becken verwaschen oder zischelnd, das Stereobild flacher. Weil der Club genau diese Details laut und deutlich wiedergibt, setzen DJs auf hohe Bitraten oder verlustfreie Dateien.
Was ist der Unterschied zwischen Bitrate und Samplerate?
Die Samplerate gibt an, wie oft pro Sekunde das Signal gemessen wird, zum Beispiel 44.100-mal. Die Bitrate gibt an, wie viele Daten pro Sekunde gespeichert werden. Bei unkomprimiertem Audio ergibt sich die Bitrate aus Samplerate, Bittiefe und Kanalzahl, bei MP3 und AAC legt der Encoder sie fest.
Was bedeutet CBR und VBR?
CBR steht für Constant Bit Rate: Jede Sekunde erhält gleich viele Daten. VBR steht für Variable Bit Rate: Der Encoder verteilt mehr Daten auf komplexe und weniger auf einfache Passagen. Beides funktioniert in aktueller DJ-Software. Für Gigs ist MP3 mit 320 kbit/s CBR die unkomplizierte Wahl.