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DJ-Glossar · Software & Dateien

ID3-Tags (Metadaten)

Auch: ID3-Tag, ID3, ID3v2, Metadaten, Track-Tags, Tags

ID3-Tags sind die in einer MP3-Datei gespeicherten Metadaten wie Titel, Künstler, Genre, BPM, Tonart und Cover, die deine DJ-Software beim Import ausliest.

von · 5 Min. Lesezeit

MP3-DateiID3v2-TagDateianfangAudiodaten (MP3-Frames)ID3v1128 Byte, EndeTitelTIT2InterpretTPE1GenreTCONBPMTBPMTonartTKEYKommentarCOMMCoverAPICKürzel = Frame-ID im ID3v2-Standard
ID3-Tags stecken direkt in der MP3-Datei: ID3v2 am Anfang mit vielen Feldern, das alte ID3v1 am Ende. (eigene Illustration)

ID3-Tags sind Metadaten, die direkt in einer Audiodatei gespeichert sind – ursprünglich in MP3-Dateien. Sie enthalten Angaben wie Titel, Künstler, Album, Genre, Label, Erscheinungsjahr, Cover, BPM, Tonart und Kommentar. Deine DJ-Software liest diese Felder beim Import aus und zeigt sie in der Bibliothek, auf dem Controller-Display oder am Club-Player an.

Für DJs sind Tags mehr als Kosmetik. Im Club suchst du auf einem kleinen Display, oft unter Zeitdruck. Ein Eintrag „Track 07 – Unbekannter Künstler“ hilft dir dort nicht. Saubere Tags sind die Grundlage für Suche, Sortierung und Smart Playlists.

ID3v1 und ID3v2

Es gibt zwei grundverschiedene Generationen:

VersionOrt in der DateiEigenschaften
ID3v1die letzten 128 Byte der Dateifeste, kurze Felder (Titel, Künstler, Album, Jahr, Kommentar, Genre aus einer Liste), keine Cover
ID3v2am Anfang der Dateiflexible Felder („Frames“) mit beliebiger Länge, Cover, Unicode, viele Zusatzfelder

ID3v1 ist heute praktisch nur noch aus Kompatibilitätsgründen dabei. Maßgeblich ist ID3v2, meist in Version 2.3 oder 2.4. Version 2.3 ist laut der Projektseite id3.org die am weitesten verbreitete; 2.4 bringt Verbesserungen, wird aber nicht von jedem Programm gleich gut gelesen. Wenn ein Programm Umlaute falsch anzeigt oder Felder ignoriert, liegt es oft an genau diesem Versionsunterschied.

Die wichtigsten Felder für DJs

Jedes Feld hat in ID3v2 eine vierstellige Kennung. Die wichtigsten:

  • TIT2 – Titel: am besten mit Mix-Name in Klammern, etwa „Track Name (Extended Mix)“.
  • TPE1 – Interpret: einheitlich geschrieben, bei Kollaborationen immer gleich getrennt.
  • TCON – Genre: nach deinem eigenen, überschaubaren Schema statt der feinen Shop-Kategorien.
  • TBPM – BPM: das Tempo als Zahl.
  • TKEY – Tonart: Der Standard sieht klassische Schreibweise vor (etwa „Am“). Viele DJ-Programme schreiben stattdessen Camelot- oder Open-Key-Werte hinein, was andere Programme unterschiedlich interpretieren.
  • TPUB – Label (Verlag), COMM – Kommentar, APIC – Cover.

Der Kommentar ist das flexibelste Feld: Hier notierst du alles, was dir im Set hilft – „Vocal ab Bass-Einsatz“, „kurzes Intro“, „Clean-Version“.

Tags in anderen Formaten

ID3 gehört eigentlich zu MP3. Andere Formate nutzen eigene Systeme, die DJ-Software meist trotzdem lesen kann:

FormatTag-SystemHinweis
MP3ID3v1/ID3v2Standardfall, sehr gut unterstützt
AIFFID3-Block in der Dateigut unterstützt, deshalb bei vielen DJs beliebt
WAVINFO-Block, teils ID3-BlockUnterstützung je nach Programm uneinheitlich
FLACVorbis Commentsvon gängigen Programmen gelesen
AAC/M4AMP4-Metadatenvon gängigen Programmen gelesen

Gerade bei WAV kann es passieren, dass Tags, die du in einem Programm gesetzt hast, im anderen fehlen. Wer verlustfrei kaufen will und Wert auf Metadaten legt, greift deshalb oft zu AIFF.

Tags und Bibliothek: Wer speichert was?

Die DJ-Software liest Tags beim Import, legt aber vieles zusätzlich in ihrer eigenen Bibliothek ab. Ob Änderungen zurück in die Datei geschrieben werden, hängt vom Programm und von den Einstellungen ab. Manche Programme schreiben auch Analyse, Cue-Punkte und Beatgrid in eigene Tag-Felder der Datei, andere speichern sie nur in ihrer Datenbank. Das ist wichtig, wenn du zwischen Programmen wechselst oder Dateien weitergibst.

Tags pflegen: so gehst du vor

  1. Beim Import erledigen: Neue Tracks landen in einem Eingangsordner, werden dort geprüft und getaggt – erst dann wandern sie in die Sammlung.
  2. Ein Schema festlegen: Schreibweise für Künstler, feste Genre-Liste, Regeln für Kommentare. Schreib es dir einmal auf.
  3. Tag-Editor nutzen: Für viele Dateien auf einmal sind spezielle Tag-Editoren schneller als die DJ-Software. Bearbeite dann aber nur Tags, nicht Dateinamen oder Speicherorte, und lass die Software die Dateien danach neu einlesen.
  4. Shop-Angaben prüfen: BPM und Tonart aus dem Shop sind ein Anhaltspunkt; verlässlicher ist die eigene Track-Analyse.

Ausführlicher beschreibt das der Schritt Musikbibliothek organisieren im Einsteiger-Guide.

Typische Fehler

  • Unterschiedliche Schreibweisen desselben Künstlers – Sortierung und Suche zerfallen.
  • Zu viele Genres: Vierzig Untergenres helfen im Set weniger als zehn, die du wirklich unterscheidest.
  • Mix-Name fehlt: Radio Edit und Extended Mix sehen in der Liste gleich aus.
  • Tags und Dateinamen gleichzeitig umbauen: Die Software findet die Dateien danach nicht mehr.

Häufige Fragen zu ID3-Tags (Metadaten)

Was sind ID3-Tags?

ID3-Tags sind Metadaten, die direkt in einer MP3-Datei gespeichert sind, etwa Titel, Künstler, Album, Genre, BPM, Tonart, Kommentar und Cover. Musik- und DJ-Programme lesen diese Angaben aus und zeigen sie in der Bibliothek oder auf dem Display des Players an.

Was ist der Unterschied zwischen ID3v1 und ID3v2?

ID3v1 steht in den letzten 128 Byte der Datei und kennt nur wenige, kurze Felder ohne Cover. ID3v2 steht am Dateianfang, erlaubt beliebig lange Felder, Unicode, Cover und viele Zusatzangaben wie BPM und Tonart. Für DJs ist ID3v2 maßgeblich, meist in Version 2.3 oder 2.4.

Warum zeigt meine DJ-Software Tags anders an als mein Musikplayer?

Häufige Ursachen sind unterschiedliche ID3-Versionen, Tags im falschen Zeichensatz oder Formate wie WAV, deren Metadaten nicht jedes Programm gleich liest. Außerdem speichert DJ-Software Änderungen oft zuerst in ihrer eigenen Datenbank. Prüfe in den Einstellungen, ob Tags in die Datei zurückgeschrieben werden, und lies die Dateien bei Bedarf neu ein.

Kann ich BPM und Tonart in die Tags schreiben?

Ja, ID3v2 hat dafür eigene Felder. Viele DJ-Programme schreiben ihre Analyse dort hinein, wenn du das in den Einstellungen erlaubst. Bei der Tonart nutzen Programme allerdings unterschiedliche Schreibweisen, etwa klassisch, Camelot oder Open Key. Einheitlich bleibt es, wenn du dich für eine Notation entscheidest.

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