DJ-Glossar · Software & Dateien
Smart Playlist
Auch: Smart Crate, Intelligente Playlist, Intelligent Playlist, Smartlist, Auto-Playlist
Eine Smart Playlist füllt sich nach Regeln selbst, etwa mit allen House-Tracks von 122 bis 126 BPM und vier Sternen, und bleibt so automatisch aktuell.
von Mario Kernich· 3 Min. Lesezeit
Eine Smart Playlist ist eine Liste in der DJ-Software, die sich nach Regeln selbst füllt. Du legst Kriterien fest – etwa Genre ist House, Tempo zwischen 122 und 126 BPM, Bewertung ab vier Sternen – und die Software sammelt alle passenden Tracks automatisch. Kommen neue Tracks dazu, erscheinen sie ohne Zutun in der Liste.
Je nach Programm heißt die Funktion Smart Playlist, Smart Crate, Intelligente Playlist oder ähnlich. Das Prinzip ist überall gleich: Die Liste ist eine gespeicherte Suche, keine feste Auswahl.
So funktioniert eine Smart Playlist
- Neue Smart Playlist anlegen und benennen.
- Regeln festlegen: Feld wählen (Genre, BPM, Tonart, Bewertung, Farbe, Kommentar, Importdatum …), Bedingung (ist, enthält, liegt zwischen, größer als) und Wert.
- Verknüpfung wählen: Alle Regeln müssen zutreffen (UND) oder mindestens eine (ODER).
- Fertig: Die Liste aktualisiert sich, sobald sich die Bibliothek oder die Tags ändern.
Welche Felder und Bedingungen zur Verfügung stehen, unterscheidet sich je nach Programm. Manche erlauben auch Regeln auf Tonart oder Spielverlauf, andere nur auf Textfelder und Zahlen.
Bewährte Regeln aus der Praxis
| Smart Playlist | Regeln |
|---|---|
| Neu und ungeprüft | Importdatum in den letzten 30 Tagen UND Bewertung leer |
| Warm-up House | Genre enthält House UND BPM 118–123 UND Farbe blau |
| Peak Techno | Genre enthält Techno UND BPM ab 130 UND Bewertung ab 4 |
| Lange nicht gespielt | Bewertung ab 4 UND zuletzt gespielt vor mehr als 6 Monaten |
| Tonart 8A | Tonart ist 8A (für den schnellen Blick beim Harmonic Mixing) |
Gerade die Liste „lange nicht gespielt“ hilft gegen die typische Routine, immer dieselben Tracks zu spielen.
Smart Playlists leben von sauberen Daten
Eine Regel kann nur finden, was in den Feldern steht. Fehlt das Genre, ist es uneinheitlich geschrieben („Tech House“, „Tech-House“, „TechHouse“) oder liegt die BPM-Analyse bei der Hälfte, rutscht der Track durchs Raster. Saubere ID3-Tags und ein festes Schema für Farben, Sterne und Kommentare sind die Voraussetzung. Ein Trick vieler DJs: Schlagworte ins Kommentarfeld schreiben („#vocal #sommer #rausschmeisser“) und Smart Playlists darauf filtern lassen.
Grenzen
- Keine feste Reihenfolge: Smart Playlists sortieren nach Spalten, eine eigene Abfolge legst du besser in einer normalen Playlist an.
- Export: Beim Export auf USB-Sticks werden Smart Playlists je nach Programm als feste Liste mit dem aktuellen Stand übertragen – später hinzugekommene Tracks fehlen auf dem Stick, bis du neu exportierst.
- Programmwechsel: Regeln lassen sich selten zwischen Programmen übertragen. Plane ein, sie neu anzulegen.
Tipps
- Kombiniere Smart Playlists mit normalen Gig-Listen: Die automatische Liste zeigt dir Kandidaten, die feste Liste ist deine Auswahl.
- Weniger ist mehr: Fünf durchdachte Regeln-Listen helfen mehr als dreißig, die du nie öffnest.
Wie du deine Bibliothek insgesamt strukturierst, zeigt das Kapitel Musikbibliothek organisieren.
Häufige Fragen zu Smart Playlist
Was ist eine Smart Playlist?
Eine Smart Playlist ist eine gespeicherte Suche in deiner DJ-Software. Du legst Regeln fest, etwa Genre, Tempo oder Bewertung, und die Liste füllt sich automatisch mit allen passenden Tracks. Neue Tracks, die die Regeln erfüllen, erscheinen ohne dein Zutun.
Was ist der Unterschied zwischen Smart Playlist und Playlist?
Eine normale Playlist befüllst du von Hand und bestimmst die Reihenfolge selbst. Eine Smart Playlist wird nach Regeln automatisch befüllt und aktualisiert. Für konkrete Gigs nutzen viele DJs normale Playlists, für Vorauswahlen nach Tempo, Tonart oder Energie Smart Playlists.
Werden Smart Playlists auf den USB-Stick exportiert?
Das hängt vom Programm ab. Häufig wird der aktuelle Inhalt als feste Liste übertragen. Tracks, die später die Regeln erfüllen, kommen erst mit dem nächsten Export auf den Stick. Exportiere deshalb vor jedem Gig neu, wenn du mit Smart Playlists arbeitest.