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DJ-Glossar · Software & Dateien

Puffergröße (Buffer)

Auch: Buffer Size, Puffergröße, Buffer-Größe, Audio-Puffer, Buffer, Puffer

Die Puffergröße bestimmt, wie viele Samples die DJ-Software pro Block berechnet: klein heißt wenig Latenz, groß heißt stabil, aber träge.

von · 3 Min. Lesezeit

128 Samples = 2,9 msviele kleine Blöcke, CPU muss oft liefern1024 Samples = 23,2 mswenige große Blöcke, spürbar verzögert0 ms5 ms10 ms15 ms20 ms25 ms30 msZeitweniger Latenzmehr Sicherheitgegen Aussetzeralle Werte bei 44,1 kHz Samplerate
Ein kleiner Puffer reagiert schneller, ein großer schützt besser vor Knacksern und Aussetzern. (eigene Illustration)

Die Puffergröße (englisch Buffer Size) bestimmt, wie viele Samples die DJ-Software und der Audio-Treiber auf einmal berechnen und an das Audio-Interface übergeben. Sie wird in Samples angegeben, typische Werte reichen von 64 bis 2048. Je kleiner der Puffer, desto geringer die Latenz – und desto häufiger muss der Rechner liefern.

Warum es überhaupt einen Puffer gibt

Ein Rechner kann Audio nicht Sample für Sample in Echtzeit ausgeben. Er sammelt eine Anzahl Samples, berechnet sie als Block und übergibt den Block an die Soundkarte. Während die Soundkarte diesen Block abspielt, rechnet die Software schon den nächsten. Kommt der nächste Block nicht rechtzeitig, entsteht eine Lücke: ein Knacken, Knistern oder Aussetzer. Der Puffer ist also ein Zeitpolster gegen kurze Lastspitzen.

Puffer in Millisekunden

Die Dauer eines Puffers ergibt sich aus Puffergröße geteilt durch Samplerate:

Pufferbei 44,1 kHzEindruck
128 Samples2,9 mssehr direkt, hohe Last
256 Samples5,8 msdirekt, guter Kompromiss für viele Systeme
512 Samples11,6 msmerklich, aber zum Mixen gut nutzbar
1024 Samples23,2 msträge, für Scratching ungeeignet

Die Einordnung ist ein grober Anhaltspunkt. Wie direkt sich ein Wert anfühlt, hängt auch von Treiber, Interface und deiner Spielweise ab.

256 Samples

Samplerate

5,8 msgut – Jogwheel und Pads fühlen sich direkt an

Rechnung: 256 Samples ÷ 44.100 Samples pro Sekunde. Das ist die Pufferlatenz einer Richtung; Treiber und Wandler addieren je nach Interface noch etwas dazu.

Den richtigen Wert finden

  1. Richtigen Treiber wählen: unter Windows den ASIO-Treiber deines Controllers oder Interfaces, unter macOS das Gerät direkt über Core Audio.
  2. Mit einem mittleren Wert starten, etwa 512 Samples.
  3. Unter Last testen: zwei oder vier Decks laufen lassen, Effekte an, Stems aktivieren, in der Bibliothek suchen, scratchen.
  4. Schrittweise verkleinern, bis Knacken oder Aussetzer auftreten.
  5. Eine Stufe zurückgehen – das ist dein Arbeitswert mit Sicherheitsreserve.

Wichtig: Teste mit den Funktionen, die du im Gig wirklich nutzt. Ein Puffer, der beim Üben mit zwei Decks reicht, kann mit Echtzeit-Stems und vielen Effekten zu klein sein.

Wo du die Puffergröße einstellst

Je nach System an unterschiedlichen Orten:

  • In der DJ-Software: meist unter Audio- oder Soundkarten-Einstellungen, oft als Schieberegler mit Anzeige in Millisekunden.
  • Im Treiber-Panel: Unter Windows legen manche ASIO-Treiber den Puffer im eigenen Bedienfeld fest; die Software zeigt ihn dann nur an.
  • Unter macOS stellt die Software den Puffer meist direkt ein.

Wenn es trotz großem Puffer knackt

Dann liegt das Problem selten am Puffer allein:

  • Energiesparmodus: Prozessor taktet herunter, USB-Anschlüsse werden schlafen gelegt.
  • Störende Treiber: WLAN-, Bluetooth- oder Grafiktreiber blockieren den Rechner kurz. Testweise deaktivieren hilft bei der Suche.
  • USB-Verbindung: Hub, langes oder defektes Kabel, geteilter Anschluss mit anderen stromhungrigen Geräten.
  • Samplerate-Konflikt: Software und Interface arbeiten mit unterschiedlichen Raten und rechnen ständig um.
  • Volle oder langsame Festplatte, von der die Tracks gelesen werden.

Typische Fehler

  • Kleinsten Wert erzwingen, obwohl der Rechner ihn nicht schafft – ein Aussetzer im Club ist schlimmer als zwei Millisekunden mehr Latenz.
  • Wert nach einem Update nicht prüfen: Updates von Software oder Treiber setzen Einstellungen manchmal zurück.
  • Nur im Leerlauf testen.

Häufige Fragen zu Puffergröße (Buffer)

Welche Puffergröße ist für DJs richtig?

Die kleinste, bei der dein Rechner unter Gig-Last stabil läuft. Viele Systeme kommen mit 256 oder 512 Samples gut zurecht. Wer scratcht oder mit Timecode-Vinyl arbeitet, braucht eher kleinere Werte. Teste mit allen Decks, Effekten und Stems, die du live nutzt, und lass eine Stufe Reserve.

Was passiert, wenn der Puffer zu klein ist?

Der Rechner schafft es nicht, jeden Audioblock rechtzeitig zu berechnen. Dann entstehen kurze Lücken, hörbar als Knacken, Knistern oder Aussetzer. Vergrößere den Puffer um eine Stufe, prüfe die Energieeinstellungen und schließe Programme, die im Hintergrund Last erzeugen.

Was ist der Unterschied zwischen Puffergröße und Latenz?

Die Puffergröße ist eine Einstellung in Samples, die Latenz die daraus entstehende Verzögerung in Millisekunden. Teilt man die Puffergröße durch die Samplerate, erhält man den Pufferanteil der Latenz. Treiber, Wandler und Schallweg kommen noch hinzu.

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