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DJ-Glossar · Software & Dateien

MIDI-Mapping

Auch: Mapping, Controller-Mapping, MIDI Learn, MIDI-Zuweisung, Mapping-Datei

Ein MIDI-Mapping legt fest, welche Funktion der DJ-Software ein Fader, Knopf oder Pad deines Controllers auslöst – vorgefertigt oder selbst angelegt.

von · 4 Min. Lesezeit

BedienelementMIDI-NachrichtFunktion in der SoftwarePad 1Note 36, Kanal 1Hot Cue 1, Deck AShift + Pad 1Note 44, Kanal 1Hot Cue 1 löschenDrehreglerCC 21, Kanal 1Filter, Deck AFaderCC 7, Kanal 2Lautstärke, Deck BMIDI Learn: Funktion anklicken, Element bewegen – die Software trägt die Nachricht ein.
Ein MIDI-Mapping ist eine Tabelle, die jedem Bedienelement eine Funktion in der Software zuordnet. (eigene Illustration)

Ein MIDI-Mapping ist die Zuordnungstabelle zwischen deinem Controller und der DJ-Software: Es legt fest, welche MIDI-Nachricht welche Funktion auslöst – etwa „Note 36 auf Kanal 1 = Hot Cue 1 auf Deck A“. Für offiziell unterstützte Controller liefert die Software fertige Mappings mit. Eigene Mappings brauchst du, wenn du ein Gerät mit einem anderen Programm nutzt oder Funktionen umlegen willst.

Wie ein Mapping aufgebaut ist

Jede Zeile eines Mappings verbindet drei Dinge:

BedienelementMIDI-NachrichtFunktion in der Software
Pad 1Note 36, Kanal 1Hot Cue 1, Deck A
Shift + Pad 1Note 44, Kanal 1Hot Cue 1 löschen, Deck A
DrehreglerCC 21, Kanal 1Filter, Deck A
KanalfaderCC 7, Kanal 2Lautstärke, Deck B

Dazu kommen Eigenschaften pro Zuordnung: Ist der Regler absolut (Fader) oder relativ (Endlos-Encoder, Jogwheel)? Soll eine Taste umschalten oder nur gedrückt wirken? Gilt die Zuordnung für ein festes Deck oder für das gerade gewählte?

MIDI Learn: der schnelle Weg

Fast jede DJ-Software hat eine Lernfunktion, meist MIDI Learn genannt:

  1. Mapping-Bereich öffnen und Lernmodus aktivieren.
  2. In der Software die gewünschte Funktion anklicken.
  3. Am Controller das Bedienelement bewegen oder drücken.
  4. Die Software speichert die Zuordnung. Weiter mit der nächsten Funktion.

Für einfache Zuweisungen – ein Effekt-Controller, eine Fader-Box – reicht das völlig.

Was über MIDI Learn hinausgeht

Anspruchsvolle Funktionen lassen sich nicht immer per Klick anlernen:

  • Jogwheels: Sie senden relative Werte und brauchen Einstellungen für Empfindlichkeit, Touch-Erkennung und Scratch-Verhalten.
  • 14-Bit-Fader: Pitch-Fader mit hoher Auflösung schicken zwei Nachrichten, die zusammengesetzt werden müssen.
  • Shift und Ebenen: Eine Taste verändert die Bedeutung aller anderen. Pad-Modi (Hot Cue, Loop, Sampler) schalten ganze Bereiche um.
  • LED-Rückmeldung: Die Software schickt Nachrichten zurück, damit Tasten leuchten, Pads die Cue-Farbe zeigen und Anzeigen stimmen.

Dafür bieten Programme erweiterte Editoren oder Skriptsprachen. Bei VirtualDJ steuert eine eigene Skriptsprache komplexe Abläufe, bei Mixxx bestehen Mappings aus einer XML-Datei plus JavaScript für Sonderfunktionen. Andere Programme haben einen Controller-Editor mit Modifikatoren und Bedingungen.

Fertige Mappings aus der Community

Für viele Controller gibt es Mappings anderer Nutzer, oft in den Foren oder Bibliotheken der Hersteller. Sie sparen viel Arbeit, haben aber nicht dieselbe Qualität wie offizielle Mappings. Teste ein fremdes Mapping gründlich zu Hause – vor allem Jogwheel, Pitch und Cue-Tasten –, bevor du damit spielst.

Wann sich ein eigenes Mapping lohnt

  • Zusatz-Controller: Ein kleiner Pad- oder Fader-Controller für Sampler, Effekte oder Stems neben dem Hauptgerät.
  • Persönliche Belegung: Wenn dir eine Funktion fehlt oder an der falschen Stelle sitzt, etwa ein Echo auf einer freien Taste.
  • Controller mit fremder Software: Wenn du dein Gerät mit einem Programm nutzen willst, das es nicht offiziell unterstützt. Rechne dann mit Abstrichen bei Displays, Jogwheel-Anzeigen und Sonderfunktionen.

Ein eigenes Mapping planen

  1. Funktionen auflisten: Was soll der Controller können, was brauchst du wirklich im Set?
  2. Ebenen planen: Welche Funktionen liegen direkt, welche hinter Shift oder einem Pad-Modus?
  3. Logik einhalten: Gleiche Funktionen auf beiden Decks an gleicher Stelle, gefährliche Funktionen wie „Track auswerfen“ nur mit Shift.
  4. Rückmeldung einbauen: LEDs zeigen, ob ein Effekt an ist oder ein Loop läuft.
  5. Testen und dokumentieren: Einen Spickzettel mit der Belegung anlegen, bis sie sitzt.

Typische Fehler

  • Mapping nicht sichern: Nach einem Software-Update ist die Belegung weg. Exportiere die Mapping-Datei und lege sie zum Backup deiner Bibliothek.
  • Doppelte Belegung: Zwei Funktionen auf derselben Nachricht lösen gleichzeitig aus.
  • Falscher Kanal: Viele Controller senden Deck A und B auf verschiedenen Kanälen. Ein Mapping auf Kanal 1 reagiert nicht auf Deck B.
  • Fremdes Mapping am Gig testen: Kleine Fehler fallen erst unter Druck auf.

Welche Controller ein Programm von Haus aus unterstützt, siehst du auf den Software-Seiten unter DJ-Software und beim jeweiligen Gerät unter DJ-Controller.

Häufige Fragen zu MIDI-Mapping

Was ist ein MIDI-Mapping?

Ein MIDI-Mapping ist die Zuordnung zwischen den Bedienelementen eines Controllers und den Funktionen einer Software. Es legt fest, welche MIDI-Nachricht welche Aktion auslöst, etwa welcher Pad-Druck welchen Hot Cue startet. Für unterstützte Controller bringt die Software das Mapping mit, für andere legst du es selbst an.

Wie funktioniert MIDI Learn?

Du aktivierst in der Software den Lernmodus, klickst die gewünschte Funktion an und bewegst dann das Bedienelement am Controller. Die Software speichert die Zuordnung automatisch. Das reicht für einfache Tasten, Regler und Fader. Jogwheels und mehrfach belegte Tasten brauchen meist erweiterte Einstellungen.

Kann ich jeden Controller in jeder DJ-Software nutzen?

Per MIDI-Mapping lassen sich viele Controller in vielen Programmen nutzen, solange sie MIDI senden. Displays, Jogwheel-Anzeigen und Sonderfunktionen fehlen dann aber oft, und Geräte im HID-Modus funktionieren nur mit Programmen, die sie unterstützen. Für den Einstieg ist die offiziell unterstützte Software einfacher.

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