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DJ-Glossar · Anschlüsse & Beschallung

Mikrofon-Eingang

Auch: Mic-Eingang, Mikrofoneingang, Mic Input, Mikrofonkanal, Mic-Kanal

Der Mikrofon-Eingang am DJ-Mixer hat einen eigenen Vorverstärker, der das schwache Mikrofonsignal anhebt – mit eigenem Pegel, EQ und oft Talkover.

von · 4 Min. Lesezeit

Signalweg im MikrofonkanalMikrofonwenige mVBuchseXLR / KombiVorverstärkerGain-ReglerMic-EQHöhen, BässeMic-Pegel→ MasterDer Vorverstärker hebt das schwache Mikrofonsignal auf Line-Pegel an.Talkover senkt bei Durchsagen die Musik automatisch ab.
Im Mikrofonkanal macht der Vorverstärker aus Millivolt einen brauchbaren Pegel. (eigene Illustration)

Der Mikrofon-Eingang ist der Anschluss am DJ-Mixer oder Controller, über den du ein Mikrofon für Ansagen anschließt. Er hat einen eigenen Vorverstärker, der das sehr schwache Mikrofonsignal auf Arbeitspegel anhebt, dazu meist einen eigenen Pegelregler und einen einfachen EQ – oft ergänzt um eine Talkover-Funktion.

Was im Mikrofonkanal passiert

Ein dynamisches Mikrofon liefert beim Sprechen nur wenige Millivolt, also ähnlich wenig wie ein Plattenspieler-Tonabnehmer. Ein Line-Eingang wäre damit hoffnungslos unterfordert. Der Mikrofonkanal arbeitet deshalb in mehreren Stufen:

  1. Buchse: XLR oder Kombibuchse, bei kleinen Controllern auch 6,3-mm-Klinke.
  2. Vorverstärker mit Gain: hebt das Signal um viele Dezibel an. Hier entscheidet sich, ob die Stimme sauber oder verrauscht und verzerrt klingt.
  3. EQ: meist Höhen und Bässe, bei größeren Mixern auch Mitten. Etwas weniger Bass macht Ansagen verständlicher und reduziert Poppgeräusche.
  4. Pegel: der Mic-Level-Regler, der das Mikrofon in den Master mischt.
  5. Optional Talkover: senkt die Musik automatisch ab, während du sprichst – siehe Talkover.

Manche Mixer lassen sich so einstellen, dass das Mikrofon nicht auf den Booth-Ausgang geht. Das verringert die Gefahr, dass der Booth-Monitor ins Mikrofon pfeift.

Buchsen: XLR, Klinke oder Kombi

Club-Mixer haben meist eine XLR-Buchse oder eine Kombibuchse, die sowohl XLR-Stecker als auch 6,3-mm-Klinke aufnimmt. Einsteiger-Controller setzen oft auf Klinke: Beim DDJ-FLX4 ist der Mikrofoneingang laut Hersteller eine 6,3-mm-TRS-Buchse. Für ein XLR-Mikrofon brauchst du dann ein Kabel von XLR (female) auf Klinke.

Dynamisch oder Kondensator?

Kondensatormikrofone brauchen Phantomspeisung, die viele DJ-Mixer und Controller nicht liefern. Für Ansagen sind dynamische Gesangsmikrofone deshalb die übliche Wahl: robust, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Stöße und ohne Stromversorgung. Ein Klassiker dieser Bauart ist das Shure SM58. Funkmikrofone geben ihr Signal über einen Empfänger aus, der je nach Modell Mikrofon- oder Line-Pegel liefert – im Zweifel am Empfänger auf Mikrofonpegel stellen. Eine Auswahl findest du unter DJ-Mikrofone und im DJ-Mikrofon-Finder.

Funkmikrofon oder Kabel?

Ein Kabelmikrofon ist günstig, braucht keine Batterien und funktioniert einfach. Ein Funkmikrofon gibt dir Bewegungsfreiheit, etwa wenn du als mobiler DJ für Reden oder Spiele durch den Saal gehst oder das Mikrofon an Gäste weiterreichst. Dafür brauchst du geladene Akkus oder frische Batterien und eine freie Funkfrequenz. Für Hochzeiten und Firmenfeiern ist ein Funkmikrofon plus ein Kabelmikrofon als Reserve eine bewährte Kombination.

Mikrofon richtig einpegeln

  1. Mic-Pegel und Gain zu, Mikrofon anschließen, dann einschalten.
  2. In normaler Ansagelautstärke sprechen und den Gain aufdrehen, bis die Anzeige im gleichen Bereich liegt wie die Musikkanäle.
  3. Nah besprechen: wenige Zentimeter Abstand, direkt von vorn. Je näher du sprichst, desto weniger Gain brauchst du – und desto weniger Gefahr von Rückkopplung.
  4. EQ anpassen: Bass leicht zurück, bis die Stimme klar und nicht dröhnend klingt.
  5. Position prüfen: Das Mikrofon nie vor die PA- oder Booth-Boxen halten.

Typische Fehler

  • Mikrofon im Line-Eingang: viel zu leise, auch bei vollem Gain.
  • Gain auf Maximum, Mikrofon weit weg: führt zu Rauschen, Raumhall und Pfeifen.
  • Mikrofon liegt offen vor dem Booth-Monitor: pfeift beim nächsten Aufdrehen.
  • Kein Ersatz: Batterien beim Funkmikrofon und ein Ersatzkabel gehören in die Tasche.

Wer viel moderiert, etwa als MC, sollte beim Kauf von Mixer oder Controller auf einen Mikrofonkanal mit eigenem EQ und Talkover achten.

Häufige Fragen zu Mikrofon-Eingang

Kann ich ein Mikrofon an den DJ-Controller anschließen?

Ja, wenn der Controller einen Mikrofoneingang hat. Viele Modelle haben eine 6,3-mm-Klinke oder eine Kombibuchse für XLR und Klinke. Für ein XLR-Mikrofon an einer reinen Klinkenbuchse brauchst du ein Kabel von XLR auf Klinke. Ohne Mikrofoneingang hilft nur ein kleines Mischpult oder ein Mikrofonvorverstärker.

Welches Mikrofon eignet sich für DJ-Ansagen?

Ein dynamisches Gesangsmikrofon mit Nierencharakteristik. Es braucht keine Phantomspeisung, ist robust und nimmt vor allem von vorn auf, was Rückkopplungen verringert. Kondensatormikrofone sind empfindlicher und brauchen Phantomspeisung, die viele DJ-Mixer nicht bereitstellen.

Warum ist mein Mikrofon zu leise?

Häufige Ursachen: Das Mikrofon steckt in einem Line-Eingang statt im Mikrofoneingang, der Gain ist zu niedrig, ein Funkempfänger steht auf dem falschen Ausgangspegel oder du sprichst aus zu großer Entfernung. Nah besprechen und den Gain passend einstellen löst das in den meisten Fällen.

Was ist eine Kombibuchse?

Eine Kombibuchse vereint eine XLR-Buchse und eine 6,3-mm-Klinkenbuchse in einem Gehäuse. Du kannst also sowohl ein Mikrofon mit XLR-Stecker als auch ein Kabel mit Klinke anschließen. Sie ist an Mixern, Controllern und Audio-Interfaces weit verbreitet.

Braucht ein DJ-Mikrofon Phantomspeisung?

Ein dynamisches Mikrofon nicht, und das ist der Normalfall für DJ-Ansagen. Phantomspeisung brauchen Kondensatormikrofone. Viele DJ-Mixer und Controller liefern sie gar nicht. Wenn du ein Kondensatormikrofon nutzen willst, etwa zum Streamen, schließ es an ein Audio-Interface mit Phantomspeisung an.

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