DJ-Glossar · Hardware & Setup
Performance-Pads
Auch: Performance Pads, Pads, Pad-Modi, Drum Pads, Trigger-Pads, RGB-Pads
Performance-Pads sind gummierte, meist beleuchtete Tasten an Controllern und Playern. Je nach Modus lösen sie Hot Cues, Loops, Samples oder Beat Jumps aus.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Performance-Pads sind die gummierten, meist farbig beleuchteten Tasten auf DJ-Controllern, Playern und Standalone-Systemen, in der Regel acht pro Deck in zwei Reihen. Über Modus-Tasten belegst du sie mit unterschiedlichen Funktionen: Hot Cues, Loops, Sampler, Beat Jump und mehr. Sie machen aus dem Abspielen eines Tracks ein Instrument.
Die wichtigsten Pad-Modi
Die Bezeichnungen unterscheiden sich je nach Hersteller und Software, die Grundfunktionen sind aber fast überall gleich:
- Hot Cue: Jedes Pad speichert eine Sprungmarke im Track. Drückst du es, springt der Track sofort dorthin und spielt weiter. Mehr dazu unter Hot Cue.
- Auto Loop: Jedes Pad startet einen Loop mit fester Länge, etwa 1, 2, 4 oder 8 Beats.
- Loop Roll: Ein Loop läuft nur, solange du das Pad hältst. Im Hintergrund läuft der Track weiter, beim Loslassen geht es an der richtigen Stelle weiter. Siehe Loop Roll.
- Sampler: Die Pads spielen kurze Sounds ab, etwa Horns, Vocals oder Drums. Mehr dazu unter Sampler.
- Beat Jump: Die Pads springen eine festgelegte Anzahl Beats vor oder zurück, ohne den Takt zu verlieren.
- Slicer: Ein Abschnitt des Tracks wird in acht gleich lange Stücke geteilt, jedes Pad spielt eines davon.
- Key Shift: Die Pads verändern die Tonart des Tracks in Halbtonschritten.
- Pad-FX: Effekte, die nur wirken, solange das Pad gedrückt ist.
- Stems: Bei Software mit Stem-Trennung schalten Pads einzelne Spuren wie Vocals oder Drums stumm.
Starte den Loop und halte eine Länge gedrückt: Der Ausschnitt wiederholt sich, solange du hältst. Lässt du los, läuft der Track an der Stelle weiter, an der er ohne Roll wäre.
Anschlagdynamik und Beleuchtung
Viele Pads sind anschlagdynamisch: Sie messen, wie fest du drückst. Im Sampler-Modus wird ein Sound dann lauter oder leiser gespielt, je nach Anschlag – wichtig für Finger Drumming. Bei Hot Cues und Loops spielt die Dynamik meist keine Rolle.
Die Beleuchtung zeigt den Zustand: belegte Hot Cues leuchten in ihrer Farbe, freie Pads sind dunkel oder gedimmt, ein aktiver Loop blinkt. Die Farben kannst du in der Software festlegen. Ein festes Farbschema hilft beim Spielen, zum Beispiel eine Farbe für den Einstieg und eine für den Drop.
Wie du Pads sinnvoll einsetzt
- Vorbereitung statt Improvisation: Hot Cues und gespeicherte Loops setzt du zu Hause in der Software. Im Set drückst du nur noch.
- Wenige Modi gut beherrschen: Für die meisten Sets reichen Hot Cue, Loop und Beat Jump.
- Im Takt drücken: Ohne Quantize zählt dein Timing. Mit Quantize rastet der Sprung auf den nächsten Beat ein – sicherer, aber weniger flexibel.
- Nicht übertreiben: Ständiges Springen und Samplen kann den Track zerstückeln. Setz Pads gezielt ein.
Wer Pads als Instrument nutzt, landet beim Controllerism: Tracks werden live mit Pads, Loops und Effekten umgebaut.
Für Einsteiger und für Fortgeschrittene
Einsteiger beginnen mit Hot Cues: Einstieg, Breakdown und Drop markieren und im Set gezielt anspringen. Das spart Zeit beim Suchen und macht Übergänge planbarer. Auto Loops kommen als Nächstes, etwa um ein kurzes Outro zu verlängern.
Fortgeschrittene kombinieren Modi: Loop Rolls als Spannungsaufbau vor dem Drop, Beat Jumps für Live-Edits, Sampler für Akzente und Stems, um Vocals oder Drums gezielt wegzunehmen.
Pads an Club-Playern
Auch Club-Player haben Hot-Cue-Tasten, oft acht pro Gerät. Die Modi sind dort meist schlanker als an Controllern: Hot Cues, Loops und Beat Jump stehen im Vordergrund, Sampler und Slicer fehlen oft. Wer zu Hause mit vielen Pad-Modi übt, sollte prüfen, was im Club davon verfügbar ist.
Worauf du achten solltest
- Größe und Abstand: Größere Pads sind leichter zu treffen, vor allem im Dunkeln.
- Reaktion: Gute Pads lösen zuverlässig aus, ohne dass du fest drücken musst.
- Modus-Tasten: Wie schnell kommst du zwischen den Modi hin und her?
- Anschlagdynamik: wichtig für Finger Drumming, weniger für Hot Cues.
Pads gibt es an fast allen DJ-Controllern, eigenständige Pad-Geräte findest du bei den Samplern und Effektgeräten.
Häufige Fragen zu Performance-Pads
Was sind Performance-Pads?
Performance-Pads sind gummierte, beleuchtete Tasten auf DJ-Controllern und Playern, meist acht pro Deck. Über Modus-Tasten legst du fest, was sie auslösen: Hot Cues, Loops, Samples, Beat Jumps oder Effekte. So greifst du live in den Track ein, ohne den Laptop zu benutzen.
Wofür nutzt man die Pads am DJ-Controller?
Am häufigsten für Hot Cues, also gespeicherte Sprungmarken im Track, und für Loops. Dazu kommen Sampler-Sounds, Beat Jumps, Slicer und Effekte. Viele DJs nutzen nur zwei oder drei Modi, die sie gut beherrschen. Wer Pads wie ein Instrument spielt, betreibt Controllerism oder Finger Drumming.
Was bedeutet anschlagdynamisch bei Pads?
Anschlagdynamische Pads messen, wie fest du sie drückst. Im Sampler-Modus wird ein Sound dann lauter oder leiser abgespielt. Das ist wichtig für Finger Drumming, bei dem du Beats live auf den Pads spielst. Für Hot Cues und Loops spielt die Dynamik meist keine Rolle.
Was ist der Unterschied zwischen Hot Cue und Sampler auf den Pads?
Ein Hot Cue springt im laufenden Track an eine gespeicherte Stelle und spielt von dort weiter. Ein Sampler-Pad spielt dagegen einen separaten, kurzen Sound zusätzlich zum Track ab, etwa ein Horn oder eine Vocal-Phrase. Hot Cues verändern also den Ablauf des Tracks, Samples legen etwas obendrauf.