DJ-Glossar · Sound & Effekte
Beat-FX
Auch: Beat FX, Beat-Effekte, Effekt-Sektion, FX-Sektion, Tempo-Effekte, BPM-Effekte
Beat-FX sind Effekte, die sich automatisch an das Tempo koppeln: Echo, Hall, Flanger oder Trans laufen im Takt mit, ohne dass du rechnen musst.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Beat-FX sind Effekte, die ihr Timing aus dem Tempo des Tracks beziehen. Du wählst nicht Millisekunden, sondern Notenwerte wie 1/2, 1 oder 4 Beats, und Echo, Flanger oder Trans laufen automatisch im Takt mit. Der Begriff stammt aus der Welt der Clubmixer, wird aber heute allgemein für die tempogekoppelte Effekt-Sektion von Mixern, Controllern und DJ-Software verwendet.
So ist eine Beat-FX-Sektion aufgebaut
Die meisten Effekt-Sektionen folgen demselben Muster, egal ob am Clubmixer oder in der Software:
- Effektauswahl: ein Wahlschalter oder Tasten für Echo, Delay, Reverb, Flanger, Phaser, Trans, Roll und weitere.
- Beat-Wahl: Tasten oder ein Regler für den Notenwert, etwa 1/8 bis 16 Beats. Bestimmt die Echozeit oder die Länge eines Sweeps.
- Kanalwahl: auf welchen Kanal der Effekt wirkt – einzelne Kanäle, Mikrofon, Crossfader-Seite oder Master.
- Level/Depth: ein Regler für den Effektanteil, oft zusätzlich ein Parameter-Regler.
- On/Off: eine Taste, die den Effekt startet und beendet.
Dazu kommt eine Tempoanzeige. Der Mixer misst das Tempo des gewählten Kanals selbst oder übernimmt es per Netzwerk von den Playern. In der DJ-Software kommt es aus der Track-Analyse. Viele Geräte bieten zusätzlich eine Tap-Taste, mit der du das Tempo von Hand eintippst.
Beat-FX und Color-FX im Vergleich
| Beat-FX | Color-FX | |
|---|---|---|
| Steuerung | eigene Sektion mit Auswahl, Beat-Wahl und On/Off | ein Drehregler pro Kanal |
| Timing | an das Tempo gekoppelt | meist frei, ohne Taktbezug |
| Wirkung | auf einen gewählten Kanal oder den Master | immer auf den Kanal des Reglers |
| Typische Effekte | Echo, Reverb, Flanger, Phaser, Trans, Roll | Filter, Noise, Crush, Echo, Space |
| Bedienung | eher zum Einschalten und Laufenlassen | direkt mit der Hand gefahren |
Welche Effekte typisch sind
- Echo und Delay: rhythmische Wiederholungen, Grundlage für den Echo Out.
- Reverb: Raumklang und Hallfahnen.
- Flanger und Phaser: wandernde Sweeps über eine Phrase.
- Trans: rhythmisches Zerhacken.
- Roll: wiederholt kurze Abschnitte wie ein Loop Roll.
- Filter, Pitch und Spiral: je nach Gerät weitere Varianten, oft mit eigener Signatur des Herstellers.
Wiederholt das Signal im Takt. Feedback bestimmt, wie lange die Wiederholungen nachklingen.
Damit Beat-FX im Takt bleiben
Der Effekt ist nur so genau wie das Tempo, das er kennt. Erkennt der Mixer das Tempo falsch, etwa bei einem Track mit wenig Bassdrum oder einem Breakdown, laufen Echos neben dem Takt. Prüf die Tempoanzeige, bevor du den Effekt startest, und korrigier sie notfalls mit der Tap-Taste. In der DJ-Software hängt alles am korrekten Beatgrid.
Auch der Einsatzpunkt zählt: Ein Echo, das genau auf der Eins einer Phrase startet, klingt geplant, eines, das irgendwo im Takt beginnt, klingt zufällig. Viele DJs schalten Beat-FX deshalb immer auf Phrasengrenzen ein und aus.
Beat-FX am Controller und in der Software
Bei Controllern stammen die Beat-FX aus der DJ-Software. Die Bedienung ist ähnlich, aber oft flexibler: Du kannst mehrere Effekte hintereinanderschalten, Parameter frei belegen und eigene Ketten speichern. Clubmixer haben eine feste Auswahl, die in allen Clubs gleich funktioniert – ein Vorteil, wenn du auf fremdem Equipment spielst. Einen Überblick über Geräte mit umfangreicher Effekt-Sektion findest du bei den DJ-Mixern, externe Effekte bei Sampler und Effektgeräte, die du per Send/Return einbindest.
Häufige Fragen zu Beat-FX
Was sind Beat-FX?
Beat-FX sind Effekte, die sich automatisch an das Tempo des Tracks koppeln. Statt einer Zeit in Millisekunden wählst du einen Notenwert wie 1/2 oder 1 Beat, und der Effekt läuft im Takt. Typische Beat-FX sind Echo, Reverb, Flanger, Phaser und Trans. Sie stecken in Clubmixern, Controllern und DJ-Software.
Was ist der Unterschied zwischen Beat-FX und Color-FX?
Beat-FX sind eine eigene Effekt-Sektion mit Auswahl, Beat-Wahl und Ein-Aus-Taste, deren Timing an das Tempo gekoppelt ist. Color-FX liegen auf einem Drehregler pro Kanal und werden direkt mit der Hand gefahren, meist ohne Taktbezug. Typische Color-FX sind Filter, Noise und Crush.
Warum laufen meine Effekte nicht im Takt?
Meist ist das Tempo falsch erkannt oder das Beatgrid verschoben. Der Mixer oder die Software rechnet die Effektzeiten aus dem Tempo, das sie kennen. Prüf die Tempoanzeige der Effekt-Sektion, korrigier sie notfalls mit der Tap-Taste und kontrolliere in der Software, ob das Raster auf den Bassdrums liegt.
Kann ich Beat-FX auf den Master legen?
Ja, bei den meisten Mixern und DJ-Programmen lässt sich der Master als Ziel wählen. Der Effekt wirkt dann auf den gesamten Mix, also auf beide Tracks im Übergang. Das ist praktisch für große Momente wie ein Echo über alles vor dem Drop. Für einzelne Übergänge ist ein Effekt auf nur einem Kanal meist kontrollierter.