DJ-Glossar · Sound & Effekte
Pegel & Pegelanzeige
Auch: Pegelanzeige, Pegelmeter, Aussteuerungsanzeige, Level Meter, VU-Meter, Peak-Meter, Signalpegel
Der Pegel ist die Stärke eines Audiosignals in Dezibel. Die Pegelanzeige zeigt ihn an jedem Kanal und am Master, damit nichts übersteuert.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Der Pegel beschreibt die Stärke eines Audiosignals, angegeben in Dezibel. Die Pegelanzeige (englisch Level Meter) macht ihn sichtbar: als LED-Kette, als Zeiger oder als Balken in der Software. Am DJ-Mixer hat jeder Kanal eine Anzeige und der Master eine eigene. Mit ihnen pegelst du Tracks ein und erkennst, wann es zu laut wird.
Welche Anzeigen es gibt
Nicht jede Anzeige misst dasselbe. Der Unterschied erklärt, warum zwei Tracks bei gleicher Anzeige unterschiedlich laut wirken können.
| Anzeige | Misst | Reagiert | Typisch bei |
|---|---|---|---|
| Spitzenpegel (Peak) | die höchsten Ausschläge | sehr schnell | DJ-Mixer, Software, Interfaces |
| VU-Meter | den mittleren Pegel | träge | klassische Studio- und Rundfunkgeräte |
| PPM | Spitzen mit kurzer Integrationszeit | schnell, fällt langsam ab | Rundfunk |
| Lautheitsmessung | empfundene Lautstärke in LUFS | über Zeitfenster gemittelt | Mastering, Streaming, Software-Analyse |
Die meisten DJ-Mixer und Programme zeigen Spitzenpegel. Das ist für den Schutz vor Übersteuerung ideal, weil jede Spitze sichtbar wird. Über die empfundene Lautheit sagt eine Spitzenanzeige aber wenig: Ein stark komprimierter Track mit dichtem, gleichmäßigem Pegel wirkt bei gleicher Spitze deutlich lauter als ein dynamischer. Für die Lautheit gibt es eigene Messverfahren, siehe LUFS.
So liest du die Anzeige
Die LED-Kette ist in Farben aufgeteilt. Grün ist der normale Arbeitsbereich, Gelb oder Orange der obere Bereich, Rot warnt vor dem Limit. Manche Anzeigen halten die höchste Spitze kurz fest (Peak Hold), damit du sie nicht verpasst. Eine eigene Clip-LED leuchtet, wenn das Signal das Maximum erreicht.
Track
Gut eingepegelt: Spitzen mit Reserve unter 0 dBFS.
Headroom am Master: 5,8 dB. Die Werte sind Spitzenpegel in dBFS, wie in DJ-Software: 0 dBFS ist das digitale Maximum.
- Kanalanzeige: zeigt bei vielen Mixern den Pegel nach Gain und EQ, aber vor dem Kanalfader. So kannst du einen Track einpegeln, solange er noch nicht zu hören ist.
- Masteranzeige: zeigt die Summe aller Kanäle am Ausgang. Sie steigt im Übergang, wenn zwei Tracks gleichzeitig laufen.
- Ziel: Die lauten Passagen deiner Tracks sollten im oberen Grün bis Orange liegen, Rot nur ausnahmsweise und kurz. Was die Null bei deinem Gerät bedeutet, steht in der Anleitung. Mehr zur Reserve über dem Arbeitsbereich unter Headroom.
Pegel in der Signalkette
Pegel spielt nicht nur am Mixer eine Rolle. Jede Station hat einen passenden Arbeitspegel: Mikrofone und Plattenspieler liefern sehr schwache Signale, Player und Controller Line-Pegel, Verstärker und Aktivboxen erwarten einen bestimmten Eingangspegel. Passen die Stationen nicht zueinander, rauscht es oder es verzerrt. Wie du die ganze Kette sauber einstellst, beschreibt Gain Staging, den ersten Schritt dazu der Gain.
Typische Fehler
- Anzeige ignorieren: Kanal und Master dauerhaft im Roten. Die Folge ist Clipping, und im Club greift der Limiter der Anlage ein.
- Nur auf den Master schauen: Ein Kanal kann intern übersteuern, auch wenn der Master noch im Grünen ist, weil der Kanalfader nur halb offen steht.
- Intro als Maßstab: Ein ruhiges Intro zeigt wenig Pegel. Pegel immer an der lautesten Stelle mit voller Bassdrum ein.
- Booth und Master verwechseln: Wird es im Monitor zu leise, gehört der Booth-Regler hoch, nicht der Master.
Ein guter Einstieg in das Thema ist der Schritt Grundtechniken lernen. Mit der Track-Analyse siehst du außerdem, wie unterschiedlich laut deine Tracks gemastert sind.
Häufige Fragen zu Pegel & Pegelanzeige
Was ist ein Pegel?
Der Pegel beschreibt die Stärke eines Audiosignals und wird in Dezibel angegeben. Je höher der Pegel, desto stärker das Signal. Am DJ-Mixer siehst du ihn an der Pegelanzeige jedes Kanals und des Masters. Er sollte in den lauten Passagen im oberen grünen bis orangen Bereich liegen und nur selten Rot erreichen.
Was ist der Unterschied zwischen Peak-Meter und VU-Meter?
Ein Peak-Meter zeigt die höchsten Ausschläge sofort an und schützt so vor Übersteuerung. Ein VU-Meter reagiert träge und zeigt eher den mittleren Pegel, der näher an der empfundenen Lautstärke liegt. DJ-Mixer und DJ-Software nutzen meist Spitzenanzeigen, im Mastering kommen zusätzlich Lautheitsmessungen in LUFS zum Einsatz.
Darf die Pegelanzeige rot werden?
Kurz und selten kann das je nach Gerät noch im sicheren Bereich liegen, weil viele analoge Mixer über der Null Reserve haben. Dauerhaft Rot oder eine leuchtende Clip-Anzeige bedeutet aber, dass das Signal verzerrt oder begrenzt wird. Dann nimmst du den Gain zurück. Was die Null bei deinem Gerät bedeutet, steht in der Anleitung.
Was ist Line-Pegel?
Line-Pegel ist der Arbeitspegel, mit dem Player, Controller, Mixer und Aktivboxen Signale austauschen. Profi-Geräte nutzen meist plus 4 dBu, Consumer-Geräte minus 10 dBV. Mikrofone und Plattenspieler liefern deutlich schwächere Signale und brauchen eine Vorverstärkung, bevor sie Line-Pegel erreichen. Deshalb gibt es am Mixer getrennte Eingänge für Line, Phono und Mikrofon.