DJ-Glossar · Mixing & Übergänge
Echo Out
Auch: Echo-Out, Echo Out Transition, Delay-Out, Echo-Ausstieg
Beim Echo Out klingt der alte Track als Echo aus: Der Kanal geht zu, die Wiederholungen laufen im Takt weiter, während der neue Track startet.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Ein Echo Out ist ein Übergang, bei dem der alte Track mit einem Echo-Effekt ausklingt. Du schaltest auf dem alten Kanal ein taktsynchrones Echo ein und nimmst den Kanal auf der Eins weg. Übrig bleiben die immer leiser werdenden Wiederholungen, unter denen der neue Track startet. So lassen sich auch Tracks verbinden, die in Tempo oder Tonart nicht zusammenpassen.
So funktioniert ein Echo Out
- Echo vorbereiten: Auf dem Kanal des alten Tracks wählst du ein Echo oder Delay, meist mit einer Länge von einem halben oder einem ganzen Beat. Das Feedback stellst du relativ hoch ein, damit die Wiederholungen eine Weile nachklingen.
- Effekt einschalten: Kurz vor dem Ende einer Phrase schaltest du das Echo ein und erhöhst den Effektanteil.
- Kanal zu: Auf der Eins nimmst du den alten Track weg – Kanalfader runter oder Deck stoppen. Das Echo klingt weiter.
- Neuen Track starten: Im selben Moment oder kurz danach setzt der neue Track ein. Die Wiederholungen des alten laufen noch einige Schläge mit und verschwinden.
Die Grafik oben zeigt, wie die Echos nach dem Schnitt immer leiser werden, während Track B bereits läuft. Die ausführliche Anleitung findest du beim Echo-Out:
Takt 1 von 12 · Schlag 1 · 132.0 BPM
Deck A · Techno
Hauptteil Kick · Drums · Bass · Melodie
Deck B · Hardtechno
Hauptteil Kick · Drums · Bass · Melodie
Lautstärke (Kanalfader)
EffekteEcho A
Tempo132–150 BPM
Deck A Deck B EffekteWellenform: Original-Wellenform des Tracks, unabhängig von Fader, EQ und Effekten, kräftige Farbe = Bass · Gestrichelte Blöcke: Teil des Tracks ohne alle Spuren · Klick in die Zeitleiste springt dorthin
Mixer bei Takt 1
Deck A
Techno
132.0 BPM · Hauptteil
Deck B
Hardtechno
150.0 BPM · bereit (Cue)
Schritt für Schritt
Klangbeispiele aus selbst synthetisierten Loops, ohne Samples. Echte Tracks haben mehr Details. Den Bass-Tausch hörst du am besten mit Kopfhörern oder Boxen mit Tiefgang.
Damit das Echo weiterklingt
Ein häufiges Problem: Du ziehst den Kanalfader herunter, und das Echo ist sofort mit weg. Das passiert, wenn der Effekt vor dem Fader sitzt und keine Nachklänge zulässt. Viele Mixer und DJ-Programme haben deshalb eine Einstellung, mit der Effekte nach dem Abschalten oder Wegziehen weiter ausklingen, oft als „Trails“ oder Nachklang bezeichnet. Bei Club-Mixern liegen die Beat-FX meist so im Signalweg, dass der Nachklang erhalten bleibt. Probier vor dem Gig aus, wie sich dein Gerät verhält.
Die Alternative: Den Kanal nicht über den Fader schließen, sondern das Deck stoppen. Dann bekommt das Echo kein neues Signal, klingt aber weiter aus.
Die richtigen Einstellungen
- Echo-Länge: Ein ganzer Beat klingt ruhig und gleichmäßig, ein halber Beat dichter und treibender. Dreiviertel-Beat erzeugt einen synkopierten, etwas holprigen Nachhall – das ist eher ein Effekt als ein Übergang.
- Feedback: Bestimmt, wie viele Wiederholungen es gibt. Zu wenig, und das Echo ist sofort weg. Zu viel, und es baut sich auf und wird lauter statt leiser.
- Effektanteil (Dry/Wet): Beim Echo Out meist hoch, damit vom trockenen Signal wenig übrig bleibt, wenn du den Kanal schließt.
- Filter dazu: Viele DJs nehmen beim Echo Out zusätzlich mit einem Hochpass-Filter die Bässe heraus, damit die Wiederholungen den neuen Track nicht stören.
Zum Vergleich: Beim Reverb-Out klingt der Track in einem Hall aus statt in rhythmischen Wiederholungen.
Wann der Echo Out passt
- Wenn nichts zusammenpasst: Großer Tempounterschied, unpassende Tonart, ganz andere Stimmung – das Echo überdeckt den Bruch.
- Am Ende eines Tracks ohne Outro: Tracks, die abrupt enden, klingen mit Echo natürlich aus.
- Für einen Tempowechsel: Nach dem Echo kannst du mit neuem Tempo beginnen, ohne die Tracks matchen zu müssen.
- Als Notausgang: Läuft ein Übergang schief, rettet ein schnelles Echo Out die Situation.
Typische Fehler
- Echo nicht im Takt: Ist die Echo-Länge nicht auf das Tempo synchronisiert, stolpern die Wiederholungen gegen den neuen Track.
- Echo endet abrupt: Der Effekt wird mit dem Fader abgeschnitten. Nachklang-Einstellung prüfen.
- Zu viel Feedback: Die Wiederholungen werden lauter und übersteuern.
- Zu oft benutzt: Ein Echo Out ist eine starke Geste. Nach jedem Track wirkt er schnell bequem.
Für Einsteiger und für Fortgeschrittene
Für Einsteiger: Der Echo Out ist dein Rettungsring. Lern ihn früh, dann hast du für jeden schwierigen Übergang eine Lösung.
Für Fortgeschrittene: Kombiniere Echo und Filter, variiere die Echo-Länge während des Ausklingens oder lass nur eine Gesangszeile als Echo nachklingen, bevor der neue Track einsetzt.
Häufige Fragen zu Echo Out
Was ist ein Echo Out?
Ein Echo Out ist ein Übergang, bei dem der alte Track mit einem taktsynchronen Echo ausklingt. Du schaltest das Echo auf dem alten Kanal ein und nimmst den Kanal auf der Eins weg. Die Wiederholungen laufen noch einige Schläge weiter, während der neue Track einsetzt. So kannst du auch Tracks mit unterschiedlichem Tempo verbinden.
Warum hört das Echo sofort auf, wenn ich den Fader runterziehe?
Dann sitzt der Effekt so im Signalweg, dass der Fader auch die Nachklänge abschneidet. Viele Mixer und DJ-Programme haben eine Einstellung, mit der Effekte nach dem Abschalten weiter ausklingen. Alternativ stoppst du das Deck, statt den Fader zu schließen: Das Echo bekommt kein neues Signal mehr, klingt aber aus.
Welche Echo-Länge ist für ein Echo Out am besten?
Meist ein halber oder ein ganzer Beat. Ein ganzer Beat klingt ruhiger und gleichmäßiger, ein halber dichter und treibender. Wichtig ist, dass das Echo auf das Tempo synchronisiert ist, damit die Wiederholungen im Takt bleiben. Das Feedback stellst du so ein, dass das Echo über einige Schläge leiser wird.