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DJ-Glossar · Performance & Scratching

Beat Jump

Auch: Beatjump, Beat-Jump, Beat Skip, Jump

Beat Jump versetzt die Abspielposition um eine feste Zahl von Beats nach vorn oder zurück, ohne den Takt zu verlieren – etwa um 4, 8 oder 16 Beats.

von · 4 Min. Lesezeit

+8 Beats+16 Beats (4 Takte)−4 BeatsPositionTakt 1Takt 2Takt 3Takt 4Takt 5Takt 6Takt 7Takt 8
Beat Jump versetzt die Position um eine feste Zahl von Beats nach vorn oder hinten, ohne den Takt zu verlieren. (eigene Illustration)

Beat Jump versetzt die Abspielposition eines laufenden Tracks per Tastendruck um eine feste Zahl von Beats nach vorn oder zurück, zum Beispiel um 4, 8, 16 oder 32 Beats. Weil der Sprung genau ganze Beats umfasst, bleibt der Track im Takt: Für das Publikum klingt es, als wäre der Track kürzer oder länger, nicht als hätte er gestockt.

Beat Jump ist eines der unterschätzten Werkzeuge digitaler Decks. Du brauchst es, um Phrasen zu korrigieren, Teile zu überspringen oder zu wiederholen – ohne vorher einen Hot Cue gesetzt zu haben.

So funktioniert Beat Jump

Die Software kennt dank Beatgrid die Lage jedes Beats. Drückst du „Jump +8“, rechnet sie die Position acht Beats weiter aus und springt dorthin, auf die Millisekunde im gleichen Abstand zum Beat wie vorher. Der Groove läuft ohne Bruch weiter.

Die Sprungweite stellst du meist in Stufen ein: 1, 2, 4, 8, 16, 32 oder mehr Beats. Auf vielen Controllern gibt es zusätzlich einen Pad-Modus, in dem jedes Pad eine andere Weite vor oder zurück auslöst.

SprungweiteEntspricht im 4/4-TaktTypischer Zweck
1 bis 2 Beatsein Viertel bis halber TaktFeinkorrektur, wenn du um einen Schlag daneben liegst
4 Beatsein TaktTakt-genau verschieben
16 Beatsvier Taktehalbe Phrase überspringen
32 Beatsacht Takteeine Phrase überspringen oder wiederholen
64 Beats und mehr16 Takte und mehrlange Intros oder Breakdowns überspringen

Wofür du Beat Jump brauchst

  • Phrase korrigieren: Du merkst mitten im Übergang, dass der neue Track eine halbe Phrase zu spät gestartet ist. Ein Sprung um 16 Beats nach vorn bringt die Strukturen wieder zusammen – siehe Phrasing.
  • Langes Intro überspringen: Statt 64 Takte Intro abzuwarten, springst du in großen Schritten nach vorn – im Takt, also auch während der Track schon zu hören ist.
  • Breakdown kürzen: Ein Sprung um 32 Beats nimmt einer zu langen Pause die Hälfte.
  • Lieblingsteil wiederholen: Ein Sprung zurück spielt einen Vocal-Part oder Drop noch einmal.
  • Nach einem Loop zurück in die Phrase: Hast du länger geloopt, bringt ein Beat Jump die Struktur wieder ins Raster.

Beat Jump, Hot Cue und Loop

Hot Cues springen an feste, vorbereitete Stellen. Beat Jump springt relativ zur aktuellen Position – das funktioniert auch bei Tracks, die du nie vorbereitet hast. Ein Loop wiederholt einen Bereich, Beat Jump versetzt nur einmal. Zusammen bilden die drei Funktionen den Werkzeugkasten für Live-Edits.

Beat Jump im Übergang: ein Beispiel

Du blendest Track B über Track A ein und merkst nach ein paar Takten: Der Breakdown von B kommt mitten in der energiereichsten Phase von A. Statt den Übergang abzubrechen, springst du in B um 16 oder 32 Beats nach vorn – über den Breakdown hinweg in den nächsten Beat-Teil. Weil der Sprung exakt auf dem Raster liegt, bleibt das Beatmatching erhalten, und die Tanzfläche hört nur, dass B „weitergeht“. Umgekehrt kannst du einen Track, dessen Drop zu früh käme, mit einem Sprung zurück noch eine Phrase im Intro halten.

Viele Geräte zeigen die eingestellte Sprungweite im Display oder in der Software. Gewöhn dir an, vor dem Gig eine Standardweite festzulegen – etwa 16 Beats –, damit du im entscheidenden Moment nicht erst umstellen musst.

Phrase 1 · Takt 1 von 16

124 BPM

Phrasenlänge

Bei 124 BPM dauert ein Beat 484 ms, ein Takt 1,94 s und eine Phrase von 16 Takten 31,0 s.

Zähl mit: Ein Sprung um 16 Beats überspringt genau vier Takte.

Typische Fehler

  • Falsches Grid: Liegt das Beatgrid daneben, landet der Sprung neben dem Beat. Prüf das Grid vor dem Gig.
  • Ungerade Sprünge: Ein Sprung um 3 Beats bleibt zwar im Beat, verschiebt aber die Eins. Bleib bei Vielfachen von 4, wenn du die Phrase nicht absichtlich verschieben willst.
  • Sprung auf dem Master ohne Plan: Springst du in einen Breakdown, kippt die Energie. Hör dir die Zielstelle vorher im Kopfhörer an.

Häufige Fragen zu Beat Jump

Was ist Beat Jump?

Beat Jump ist eine Funktion in DJ-Software und auf Club-Playern, die die Abspielposition um eine feste Zahl von Beats nach vorn oder hinten versetzt, etwa um 4, 8 oder 32 Beats. Weil der Sprung genau ganze Beats umfasst, bleibt der Track im Takt, und das Publikum hört keinen Bruch.

Wofür nutzt man Beat Jump?

Um Phrasen zu korrigieren, wenn ein Track zu früh oder zu spät gestartet wurde, um lange Intros oder Breakdowns zu überspringen und um Teile zu wiederholen. Anders als ein Hot Cue braucht Beat Jump keine Vorbereitung, weil der Sprung relativ zur aktuellen Position erfolgt.

Warum springt Beat Jump neben den Beat?

Meist stimmt das Beatgrid des Tracks nicht, etwa weil die Analyse den ersten Beat falsch erkannt hat oder das Tempo im Track schwankt. Dann liegen auch die Sprünge daneben. Korrigiere das Grid in der Software und analysiere Tracks mit schwankendem Tempo gegebenenfalls mit einem dynamischen Grid.

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