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DJ-Glossar · Sound & Effekte

Echo & Delay

Auch: Echo, Delay, Echo-Effekt, Delay-Effekt, Beat-Echo, Ping-Pong-Delay, Tape Echo

Echo (Delay) wiederholt das Signal im Takt und lässt es ausklingen. DJs nutzen den Effekt für Übergänge, Akzente und das Ausblenden mit Echo Out.

von · 4 Min. Lesezeit

12341OriginalWiederholungen1 Beat ≈ 469 ms bei 128 BPMFeedback: wie schnell sie leiser werden
Ein Echo auf 1 Beat wiederholt das Signal auf jedem Schlag, das Feedback lässt es ausklingen. (eigene Illustration)

Echo oder Delay ist ein Effekt, der das Signal verzögert wiederholt. Am DJ-Mixer und in DJ-Software sind die Wiederholungen an das Tempo gekoppelt: Ein Echo auf „1 Beat“ wiederholt das Signal genau einen Schlag später, dann noch einmal und noch einmal, jedes Mal etwas leiser. Es ist der meistgenutzte DJ-Effekt überhaupt.

Echo oder Delay – was ist der Unterschied?

Technisch sind beide dasselbe: Das Signal wird gespeichert und mit Verzögerung wieder ausgegeben. „Delay“ ist der Fachbegriff für das Verfahren, „Echo“ beschreibt, was du hörst – deutlich getrennte Wiederholungen. In DJ-Geräten heißt der Effekt mal Echo, mal Delay, und oft gibt es beide Varianten mit leicht unterschiedlichem Charakter: Das „Delay“ wiederholt eher trocken und präzise, das „Echo“ klingt weicher aus, etwa mit zunehmend gefilterten Wiederholungen.

Die Parameter

Zeit (Beat)
1/8 bis 2 Beats
an die BPM gekoppelt
Feedback
Anzahl der Wiederholungen
hoch = langes Ausklingen
Dry/Wet
Anteil des Effekts
Original gegen Echo
Bei 128 BPM
1 Beat ≈ 469 ms
60.000 geteilt durch BPM
  • Zeit: Bei Beat-Effekten wählst du die Verzögerung in Schlägen. Die Software rechnet sie aus dem Tempo in Millisekunden um: 60.000 geteilt durch die BPM ergibt die Länge eines Beats. Bei 128 BPM sind das rund 469 ms, ein halber Beat rund 234 ms. Punktierte Werte wie 3/4 Beat erzeugen synkopische Echos, die gegen den Takt laufen.
  • Feedback: Wie viel vom Echo wieder in den Effekt zurückgeführt wird. Wenig Feedback ergibt zwei, drei Wiederholungen, viel Feedback eine lange Fahne. Sehr hohes Feedback kann sich aufschaukeln.
  • Dry/Wet: das Verhältnis zwischen Originalsignal und Echo. Bei 100 Prozent Wet hörst du nur noch die Wiederholungen.

Damit die Rechnung stimmt, muss das Tempo des Tracks richtig erkannt sein – mehr dazu unter BPM. Eine Zeit, die nicht zum Tempo passt, klingt sofort holprig.

Wiederholt das Signal im Takt. Feedback bestimmt, wie lange die Wiederholungen nachklingen.

3/4 Beat
50 %
50 %
124 BPM
Probier 1/4, 1/2 und 1 Beat und dreh das Feedback auf, um die Fahne zu verlängern.

Typische Einsätze im DJ-Set

  • Echo Out: Der wichtigste Einsatz. Du legst ein Echo auf den letzten Takt des alten Tracks und ziehst gleichzeitig den Kanal zu. Übrig bleibt eine Fahne aus Wiederholungen, unter der der neue Track einsetzt. Ideal, wenn zwei Tracks im Tempo oder in der Tonart nicht zusammenpassen. Die Anleitung steht beim Echo Out, die Begriffserklärung unter Echo Out im Glossar.
  • Akzente setzen: Ein kurzes Echo auf ein Vocal-Fragment oder eine Snare vor dem Drop, danach sofort wieder aus.
  • Spannung im Build-up: Echo mit kurzer Zeit (1/4 oder 1/8 Beat) und steigendem Feedback verdichtet den Klang.
  • Ping-Pong: Die Wiederholungen springen zwischen links und rechts. Auf großen Anlagen geht dieser Effekt oft verloren, weil viele Clubs aus guten Gründen in Mono beschallen – siehe Mono und Stereo.

Echo-Fahne und Nachklang

Bei vielen Mixern und DJ-Programmen klingen die Wiederholungen nach dem Ausschalten des Effekts noch aus, statt abrupt abzubrechen. Diese Nachklangfahne (englisch Trails oder Spillover) ist für den Echo Out entscheidend: Nur so bleibt das Echo hörbar, wenn der Kanalfader schon unten ist. Ob dein Gerät das kann und ob der Effekt vor oder nach dem Kanalfader sitzt, steht in der Anleitung. Sitzt der Effekt hinter dem Kanalfader und hat keine Trails, schneidest du mit dem Fader auch das Echo ab.

Geschichte: vom Bandecho zum Beat-Effekt

Echos entstanden zunächst mechanisch, etwa mit Tonbandgeräten, bei denen ein Aufnahmekopf und ein oder mehrere Wiedergabeköpfe das Signal zeitversetzt abspielten. In Dub und Reggae wurden solche Bandechos am Mischpult zu einem eigenen Instrument. Heute rechnen digitale Effekte die Verzögerung exakt aus dem Tempo – deshalb passt ein Beat-Echo am DJ-Mixer automatisch in den Takt, solange das Tempo des Tracks richtig erkannt ist.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Für Einsteiger: Starte mit einem Echo auf 1 Beat, mittlerem Feedback und Dry/Wet um die Hälfte. Übe den Echo Out am Ende einer Phrase, bis das Timing sitzt.

Für Fortgeschrittene: Kombiniere Echo und Filter für saubere Fahnen, nutze punktierte Zeiten für Groove-Echos und setze das Echo gezielt auf einzelne Elemente, etwa per Send-Weg an ein externes Gerät. Mehr zu Effekt-Sektionen steht unter Beat-FX und Send/Return.

Häufige Fragen zu Echo & Delay

Was ist der Unterschied zwischen Echo und Delay?

Technisch sind beide dasselbe, ein Signal wird verzögert wiederholt. Delay ist der Fachbegriff für das Verfahren, Echo beschreibt die hörbaren, getrennten Wiederholungen. In DJ-Geräten gibt es oft beide Varianten mit etwas unterschiedlichem Klang, das Echo klingt meist weicher aus, das Delay trockener und präziser.

Welche Echo-Zeit ist die richtige?

Für den klassischen Echo Out ist 1 Beat oder 1/2 Beat ein guter Start, weil die Wiederholungen dann im Takt bleiben. Kurze Zeiten wie 1/4 oder 1/8 Beat verdichten den Klang und passen in Build-ups. Punktierte Zeiten wie 3/4 Beat laufen gegen den Takt und erzeugen Groove. Wichtig ist, dass das Tempo des Tracks richtig erkannt ist.

Wie berechnet man die Delay-Zeit aus den BPM?

Teile 60.000 durch die BPM, dann erhältst du die Länge eines Beats in Millisekunden. Bei 128 BPM sind das rund 469 Millisekunden, eine halbe Beat-Länge rund 234 Millisekunden. DJ-Mixer und DJ-Software rechnen das bei Beat-Effekten automatisch aus, du wählst nur noch den Notenwert.

Warum hört das Echo auf, wenn ich den Fader zuziehe?

Dann sitzt der Effekt hinter dem Kanalfader und hat keine Nachklangfahne, oder die Funktion ist ausgeschaltet. Bei vielen Geräten klingen die Wiederholungen nach dem Ausschalten noch aus. Prüf in der Anleitung, ob dein Mixer oder deine Software diese Trails-Funktion bietet und wo der Effekt im Signalweg sitzt.

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