DJ-Glossar · Sound & Effekte
Resonanz
Auch: Filterresonanz, Resonance, Emphasis, Q-Faktor, Güte
Die Resonanz hebt beim Filter den Bereich an der Grenzfrequenz an. Dadurch klingt eine Filterfahrt singend, pfeifend und deutlich hörbarer.
von Mario Kernich· 2 Min. Lesezeit
Die Resonanz (englisch Resonance, an Synthesizern oft Emphasis oder Q) ist eine Anhebung genau an der Grenzfrequenz eines Filters. Statt nur sanft abzufallen, bildet die Filterkurve dort einen Buckel. Beim Drehen wandert dieser Buckel mit, und du hörst einen singenden, pfeifenden Ton – den typischen Klang einer Filterfahrt in House und Techno.
Wie Resonanz klingt
Ohne Resonanz klingt ein Filter neutral: Der Track wird dumpfer oder dünner, mehr nicht. Mit wenig Resonanz bekommt die Fahrt Kontur, weil der Bereich an der Grenzfrequenz leicht hervortritt. Mit viel Resonanz wird der Buckel so stark, dass einzelne Frequenzen im Track zu klingeln beginnen. Bei Synthesizer-Filtern kann eine sehr hohe Resonanz sogar einen eigenen Ton erzeugen (Selbstoszillation). DJ-Filter sind meist so abgestimmt, dass das nicht passiert.
| Resonanz | Klang | Einsatz |
|---|---|---|
| keine bis wenig | weich, unauffällig | Ausblenden, unauffällige Übergänge |
| mittel | deutlich hörbare Fahrt, „Wah“-Charakter | Build-ups, Filter-Übergänge |
| hoch | pfeifend, aggressiv, kann klingeln | kurze Effekte, Acid-Momente |
Resonanz am DJ-Mixer und in der Software
Viele Mixer haben eine fest eingestellte, moderate Resonanz am Kanalfilter. Manche bieten einen eigenen Regler oder einen Parameter in der Effekt-Sektion, mit dem du die Resonanz zum Filter dazudrehst. In DJ-Software findest du sie meist als zweiten Parameter des Filtereffekts. Technisch beschreibt die Güte (Q) dasselbe: Ein hoher Q-Wert bedeutet einen schmalen, hohen Buckel.
Nach links dreht der Low-Pass die Höhen weg, nach rechts der High-Pass den Bass. In der Mitte ist der Filter aus.
Dosiert einsetzen
Resonanz hebt einen schmalen Bereich an, der Pegel kann dadurch an der Grenzfrequenz deutlich steigen. Fällt der Buckel auf eine Frequenz, die im Track ohnehin stark ist, etwa die Bassline, wird es plötzlich laut. Auf einer großen Anlage können hohe Resonanzen in den Mitten und Höhen schrill und unangenehm werden. Halte beim Experimentieren ein Auge auf die Pegelanzeige und dreh die Resonanz eher zurück, wenn der Master in den roten Bereich geht.
Den kompletten Ablauf einer Filterfahrt im Übergang zeigt der Filter-Übergang. Wer die Resonanz aktiv nutzen will, sollte beim Kauf eines DJ-Mixers darauf achten, ob sie regelbar ist.
Häufige Fragen zu Resonanz
Was ist Resonanz beim DJ-Filter?
Resonanz ist eine Anhebung genau an der Grenzfrequenz des Filters. Beim Drehen wandert diese Anhebung mit und erzeugt einen singenden, pfeifenden Klang. Sie macht Filterfahrten hörbarer und ausdrucksstärker. Manche Mixer haben sie fest eingestellt, andere und viele DJ-Programme bieten einen eigenen Regler dafür.
Kann zu viel Resonanz der Anlage schaden?
Direkt schaden muss sie nicht, aber sie kann einzelne Frequenzen stark anheben und den Pegel unerwartet in die Höhe treiben. Trifft der Resonanzbuckel eine ohnehin laute Frequenz, kann der Kanal oder Master übersteuern. Auf großen Anlagen klingt hohe Resonanz außerdem schnell schrill. Behalte daher die Pegelanzeige im Blick.
Was ist der Q-Faktor?
Der Q-Faktor oder die Güte beschreibt, wie schmal und hoch eine Anhebung oder Absenkung ist. Ein hoher Q-Wert bedeutet einen schmalen, spitzen Buckel, ein niedriger einen breiten, sanften. Bei Filtern entspricht ein hoher Q-Wert einer starken Resonanz an der Grenzfrequenz.