DJ-Glossar · Sound & Effekte
Phaser
Auch: Phasing, Phaser-Effekt, Phase Shifter
Ein Phaser verschiebt die Phase eines Signals und mischt es mit dem Original. So wandern einige Kerben durchs Spektrum – ein weicher, schwebender Sweep.
von Mario Kernich· 2 Min. Lesezeit
Ein Phaser schickt das Signal durch eine Reihe spezieller Filter, die nicht die Lautstärke, sondern die Phasenlage einzelner Frequenzen verschieben. Wird dieses Signal mit dem Original gemischt, löschen sich an einigen Stellen Frequenzen aus. Ein langsamer Oszillator verschiebt diese Stellen ständig, und es entsteht ein weicher, schwebender Sweep.
So funktioniert ein Phaser
Die Filter eines Phasers heißen Allpass-Filter: Sie lassen alle Frequenzen in voller Lautstärke durch, verzögern sie aber je nach Frequenz unterschiedlich stark. Mischt man das Ergebnis mit dem Original, entstehen dort Kerben, wo beide Signale gegenphasig sind. Mehr Filterstufen bedeuten mehr Kerben und einen intensiveren Effekt. Anders als beim Flanger liegen die Kerben nicht gleichmäßig verteilt, sondern ungleichmäßig – deshalb klingt der Phaser weniger metallisch.
| Phaser | Flanger | |
|---|---|---|
| Prinzip | Phasenverschiebung (Allpass-Filter) | kurze Verzögerung (Delay) |
| Kerben im Spektrum | wenige, ungleichmäßig verteilt | viele, gleichmäßig verteilt |
| Klang | weich, schwebend, „wässrig“ | scharf, metallisch, Jet-Sound |
| Typischer DJ-Einsatz | Flächen, Hi-Hats, sanfte Build-ups | intensive Build-ups, Verfremdung |
Wandernde Kerben im Frequenzspektrum erzeugen ein weiches, schwebendes Kreisen.
Einsatz im DJ-Set
Der Phaser ist der dezentere der beiden Modulationseffekte. Er eignet sich, um eine lange Fläche oder einen Hi-Hat-Teppich in Bewegung zu bringen, ohne den Track zu verfremden. In den Beat-FX ist er meist an das Tempo gekoppelt: Ein Zyklus dauert dann eine wählbare Zahl von Beats. Für einen langsamen Sweep über eine Phrase wählst du 16 oder 32 Beats, für eine schnelle Modulation einen Beat oder weniger.
Wie bei allen Modulationseffekten gilt: Kurz und gezielt wirkt stärker als Dauerbetrieb. Auf Bassdrum und Bassline ist der Phaser kaum hörbar, aber er kann den Bass leicht schwanken lassen. Wer das vermeiden will, kombiniert ihn mit einem Hochpass. Das physikalische Prinzip hinter allen Kerben erklärt Phasenauslöschung.
Häufige Fragen zu Phaser
Was macht ein Phaser-Effekt?
Ein Phaser verschiebt die Phasenlage verschiedener Frequenzen und mischt das Ergebnis mit dem Original. Dadurch entstehen einige Auslöschungen im Spektrum, die ein langsamer Oszillator ständig verschiebt. Das ergibt einen weichen, schwebenden Sweep, den DJs auf Flächen, Hi-Hats und in sanften Build-ups einsetzen.
Klingt ein Phaser wie ein Flanger?
Ähnlich, aber nicht gleich. Beide erzeugen wandernde Auslöschungen im Spektrum. Der Flanger nutzt eine kurze Verzögerung und erzeugt viele gleichmäßig verteilte Kerben, er klingt scharf und metallisch. Der Phaser erzeugt weniger, ungleich verteilte Kerben und klingt weicher und runder.
Wie stellt man den Phaser beim Auflegen ein?
Bei tempogekoppelten Effekten wählst du die Länge eines Zyklus in Beats. Für einen langsamen Sweep über eine Phrase passen 16 oder 32 Beats, für eine schnelle, flatternde Modulation ein Beat oder weniger. Den Anteil stellst du über Dry/Wet ein und schaltest den Effekt vor dem nächsten Abschnitt wieder aus.