DJ-Glossar · Anschlüsse & Beschallung
Impedanz
Auch: Impedance, Ohm, Wechselstromwiderstand, Kopfhörerimpedanz, Lautsprecherimpedanz
Impedanz ist der Wechselstromwiderstand eines Geräts in Ohm. Sie entscheidet mit, wie laut Kopfhörer werden und welche Endstufe zu welcher Box passt.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Impedanz ist der Wechselstromwiderstand eines elektrischen Bauteils oder Geräts, angegeben in Ohm (Ω). Bei Kopfhörern entscheidet sie mit, wie laut sie an einem bestimmten Ausgang spielen, bei Lautsprechern, welche Endstufe passt, und bei Ein- und Ausgängen, ob ein Signal ohne Verlust übertragen wird.
Was Impedanz bedeutet
Für Gleichstrom gilt der einfache ohmsche Widerstand. Audiosignale sind aber Wechselspannungen, und Spulen und Kondensatoren in Lautsprechern, Kopfhörern und Schaltungen verhalten sich je nach Frequenz unterschiedlich. Die Impedanz fasst diesen frequenzabhängigen Widerstand zusammen. Hersteller geben meist einen Nennwert an – die tatsächliche Impedanz eines Lautsprechers schwankt über die Frequenzen teils deutlich um diesen Wert.
Impedanz bei Kopfhörern
Kopfhörer gibt es mit sehr unterschiedlichen Impedanzen, von gut 30 bis zu mehreren hundert Ohm.
| Kopfhörer (laut Katalog) | Bauform | Impedanz |
|---|---|---|
| Sennheiser HD 25 | geschlossen, DJ | 70 Ω |
| Sennheiser HD 200 PRO | geschlossen | 32 Ω |
| Sennheiser HD 480 PRO | geschlossen, Studio | 130 Ω |
Grundsätzlich gilt: An einem Ausgang mit begrenzter Spannung, wie ihn Laptops, Smartphones und viele Controller haben, werden niederohmige Kopfhörer lauter als hochohmige. Wie laut ein Kopfhörer tatsächlich wird, hängt aber auch von seiner Empfindlichkeit ab, also davon, wie viel Schalldruck er pro Leistung oder Spannung erzeugt. Ein hochohmiger, aber sehr empfindlicher Kopfhörer kann durchaus laut genug sein. Die meisten DJ-Kopfhörer sind niederohmig ausgelegt, damit sie an jedem DJ-Gerät genug Pegel bekommen. Mehr zur Auswahl steht im Ratgeber DJ-Kopfhörer richtig wählen.
Ausgangsimpedanz des Kopfhörerverstärkers
Auch der Kopfhörerausgang selbst hat eine Impedanz. Ist sie im Verhältnis zum Kopfhörer hoch, verändert sich der Klang, vor allem im Bass, weil der Verstärker den Treiber weniger gut kontrolliert. Eine verbreitete Faustregel lautet, dass die Ausgangsimpedanz höchstens ein Achtel der Kopfhörerimpedanz betragen sollte. Bei niederohmigen Kopfhörern an einfachen Ausgängen kann das knapp werden – ein Grund, warum DJ-Geräte meist kräftige, niederohmige Kopfhörerausgänge haben.
Impedanz bei Lautsprechern
Passive Lautsprecher haben meist eine Nennimpedanz von 4 oder 8 Ohm. Die Endstufe muss dafür ausgelegt sein:
- Zu niedrige Last: Schließt du zwei 8-Ohm-Boxen parallel an einen Endstufenkanal an, sieht die Endstufe nur noch 4 Ohm. Bei drei oder vier Boxen sinkt die Last weiter. Unterschreitest du die Mindestlast der Endstufe, wird sie heiß, schaltet ab oder geht kaputt.
- Leistung hängt von der Last ab: Eine Endstufe gibt an 4 Ohm meist mehr Leistung ab als an 8 Ohm. Datenblätter nennen deshalb Leistungen pro Impedanz.
Bei Aktivlautsprechern musst du dir darüber keine Gedanken machen, weil Endstufe und Lautsprecher ab Werk aufeinander abgestimmt sind.
Impedanz bei Ein- und Ausgängen
Zwischen Geräten gilt in der Tontechnik das Prinzip der Spannungsanpassung: Ein Ausgang hat eine niedrige Impedanz, der Eingang eine deutlich höhere. Dann kommt die Spannung fast verlustfrei an. Einige Beispiele:
- Line-Ausgänge sind niederohmig, Line-Eingänge haben typischerweise einige bis einige zehn Kiloohm.
- Mikrofone sind niederohmig, der Mikrofon-Eingang ist darauf abgestimmt.
- MM-Tonabnehmer erwarten am Phono-Eingang üblicherweise eine Last von 47 Kiloohm. Diese Anpassung ist einer der Gründe, warum ein Plattenspieler in einen echten Phono-Eingang gehört – siehe Phono und Line.
Bei Kabeln taucht ein ähnlicher Begriff auf: der Wellenwiderstand. Er ist für analoge Audiokabel auf den üblichen Längen unwichtig, für digitale Verbindungen wie DMX oder AES/EBU aber festgelegt (110 Ohm) – siehe XLR.
Typische Fehler
- Hochohmiger Studiokopfhörer am Controller: bleibt leise, auch bei voll aufgedrehtem Regler.
- Zu viele Passivboxen an einem Endstufenkanal: Die Impedanz sinkt unter die Mindestlast.
- Impedanz mit Qualität verwechseln: Ein höherer oder niedrigerer Wert ist weder besser noch schlechter – er muss zum Gerät passen.
Häufige Fragen zu Impedanz
Welche Impedanz sollten DJ-Kopfhörer haben?
Eine niedrige, viele DJ-Modelle liegen um 32 Ohm, manche bei 60 bis 70 Ohm. Damit werden sie an Controllern, Mixern und Smartphones ausreichend laut. Hochohmige Studiokopfhörer mit mehreren hundert Ohm brauchen kräftige Kopfhörerverstärker und bleiben an DJ-Geräten oft zu leise.
Was passiert, wenn die Impedanz nicht passt?
Bei Kopfhörern wird es meist nur zu leise oder klanglich etwas anders. Bei Lautsprechern kann es teuer werden: Liegt die Gesamtimpedanz der angeschlossenen Boxen unter der Mindestlast der Endstufe, wird diese überlastet, schaltet ab oder nimmt Schaden.
Was bedeuten 4 Ohm und 8 Ohm bei Lautsprechern?
Das ist die Nennimpedanz passiver Lautsprecher. Die Endstufe muss für diese Last ausgelegt sein. Schaltest du zwei 8-Ohm-Boxen parallel an einen Kanal, ergibt das 4 Ohm. Viele Endstufen liefern an 4 Ohm mehr Leistung als an 8 Ohm, vertragen aber nur eine bestimmte Mindestlast.
Haben Mikrofone eine Impedanz?
Ja. Professionelle dynamische Mikrofone sind niederohmig, typischerweise im Bereich einiger hundert Ohm. Der Mikrofoneingang am Mixer hat eine deutlich höhere Eingangsimpedanz, sodass das Signal ohne nennenswerten Verlust ankommt. Für die Praxis musst du dir darüber selten Gedanken machen, solange das Mikrofon im Mikrofoneingang steckt.