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DJ-Glossar · Anschlüsse & Beschallung

Phono und Line

Auch: Phono-Eingang, Line-Eingang, Phono/Line, Line-Pegel, Phonopegel, Line Level, Phono Level, Phono-Line-Umschalter

Phono ist das sehr leise, entzerrungsbedürftige Signal eines Plattenspielers, Line der Standardpegel von Playern und Controllern. Jedes braucht seinen Eingang.

von · 7 Min. Lesezeit

−80−60−40−200+20+40Pegel in dBu (0 dBu ≈ 0,775 V)Phono MCca. 0,2–0,5 mVPhono MMca. 2–8 mVMikrofon (dyn.)ca. 1–10 mVLine Consumer−10 dBV ≈ 0,32 VLine Studio/PA+4 dBu ≈ 1,23 VLautsprecherpegelviele Volt, nach der EndstufePhono und Mikrofon brauchen rund 40 dB Vorverstärkung und mehr, bis sie Line-Pegel erreichen.
Zwischen Phono und Line liegen rund 40 dB – deshalb braucht ein Plattenspieler einen Phono-Eingang. (eigene Illustration)

Phono und Line bezeichnen zwei Arten von Signalpegeln und die passenden Eingänge am Mixer. Ein Phono-Signal kommt direkt vom Tonabnehmer eines Plattenspielers: nur wenige Millivolt stark und mit abgesenkten Bässen. Line ist der Standardpegel von CD-Playern, Controllern, Smartphones und Interfaces – rund hundertmal stärker. Der Phono-Eingang verstärkt und entzerrt, der Line-Eingang nicht.

Phono (MM)
ca. 2–8 mV
Tonabnehmer, ungeregelt
Line Consumer
−10 dBV ≈ 0,32 V
HiFi, Controller, Cinch
Line Profi
+4 dBu ≈ 1,23 V
Studio, PA, XLR
Abstand
rund 40 dB
etwa Faktor 100 in der Spannung

Was hinter dem Phono-Signal steckt

Ein Tonabnehmer arbeitet wie ein winziger Generator: Die Nadel folgt der Rille, ein Magnet bewegt sich gegenüber feinen Spulen, und dabei entsteht eine sehr kleine Spannung. Bei den in DJ-Systemen üblichen MM-Tonabnehmern (Moving Magnet) sind das typischerweise wenige Millivolt, bei MC-Systemen (Moving Coil) sogar nur Bruchteile davon.

Bei Stereoplatten trägt jede Flanke der V-förmigen Rille einen Kanal. Der Tonabnehmer hat deshalb zwei Spulensysteme und gibt zwei getrennte Signale aus – daher das Cinch-Paar mit Rot für rechts und Weiß für links. Weil beide Signale so klein sind, wirkt sich jede Störung auf dem Weg zum Mixer deutlich aus. Phono-Kabel sind deshalb kurz und gut geschirmt.

Dazu kommt eine Besonderheit der Schallplatte: Beim Schneiden werden die Bässe abgesenkt und die Höhen angehoben, damit die Rillen nicht zu breit werden und das Rauschen bei der Wiedergabe sinkt. Diese Verbiegung folgt einer genormten Kurve, der RIAA-Kennlinie. Bei der Wiedergabe muss sie spiegelbildlich ausgeglichen werden.

Beides – verstärken und entzerren – erledigt der Phono-Vorverstärker. In DJ-Mixern steckt er in jedem Phono-Eingang.

Was Line bedeutet

Line ist der Pegel, mit dem Geräte untereinander verbunden werden. Es gibt zwei gebräuchliche Referenzen:

BezeichnungReferenzSpannungTypische Geräte
Consumer-Line−10 dBVca. 0,32 VHiFi, Einsteiger-Controller, Smartphone, Cinch-Ausgänge
Profi-Line+4 dBuca. 1,23 VStudio, PA, Club-Mixer mit XLR

Die beiden Referenzen liegen knapp 12 dB auseinander. Das ist der Grund, warum ein Consumer-Gerät an einer Profi-PA etwas mehr Gain an der Box braucht. Was dBu und dBV genau bedeuten, erklärt Dezibel. Ein Mikrofon liefert übrigens weder Phono noch Line, sondern eigenen, ebenfalls sehr kleinen Mikrofonpegel – dafür gibt es den Mikrofon-Eingang.

Woran du Phono- und Line-Buchsen erkennst

Auf der Rückseite sind die Eingänge beschriftet: PHONO für Plattenspieler, LINE, CD oder AUX für Line-Quellen. Phono-Buchsen erkennst du außerdem daran, dass direkt daneben die Masseschraube (GND) sitzt – nur Plattenspieler brauchen sie. Bei manchen Mixern teilen sich Phono und Line dieselbe Buchse, und ein kleiner Schalter neben den Buchsen legt fest, wie der Eingang arbeitet. Steht oben auf dem Kanal noch ein Quellenwahlschalter, müssen beide Einstellungen zusammenpassen.

Der Umschalter am Mixer

Viele Mixer haben pro Kanal ein Paar Phono-Eingänge und ein Paar Line-Eingänge, dazu einen Wahlschalter (oft beschriftet mit PHONO / LINE oder PHONO / CD). Der DJM-250MK2 etwa hat laut Hersteller zwei Phono-Eingänge. Der Schalter entscheidet, welches Eingangspaar auf den Kanal geht. Stimmen Schalter und angeschlossenes Gerät nicht überein, hörst du das sofort:

  • Plattenspieler im Line-Eingang: sehr leise, dünn, ohne Bass und mit spitzen Höhen – weil Verstärkung und Entzerrung fehlen.
  • Line-Gerät im Phono-Eingang: massiv verzerrt, dröhnend, oft viel zu laut. Das kann Hochtöner gefährden.

40 dB in Zahlen

Dezibel beschreiben Verhältnisse: 20 dB entsprechen dem Faktor 10 in der Spannung, 40 dB dem Faktor 100, 60 dB dem Faktor 1000. Ein MM-Tonabnehmer mit 5 Millivolt erreicht nach 40 dB Verstärkung also 0,5 Volt – das liegt im Bereich des Consumer-Line-Pegels. Ein MC-Tonabnehmer mit 0,3 Millivolt bräuchte für denselben Pegel gut 60 dB, deshalb haben MC-taugliche Vorverstärker eine eigene, noch empfindlichere Stufe.

Auch bei Line-Quellen ist der Nennpegel nur ein Richtwert. Viele Player, Interfaces und Smartphones liefern bei Vollaussteuerung deutlich mehr. Genau dafür hat jeder Mixerkanal den Gain-Regler: Er gleicht die Unterschiede aus, bevor das Signal auf den Kanalfader trifft.

Phono und Line an verschiedenen Geräten

GerätPhono-Eingang?Hinweis
Club-Mixermeist ja, umschaltbarWahlschalter pro Kanal
Battle-Mixerjafür Plattenspieler und DVS gebaut
Einsteiger-Controllermeist neinhöchstens AUX- oder Line-Eingang
Standalone-Systemteilsje nach Modell umschaltbare Eingänge
Audio-InterfaceseltenAusnahme: DVS-Interfaces
Aktivbox, Studiomonitorneinnur Line, Plattenspieler braucht Vorverstärker
HiFi-Verstärkeroftklassischer Heim-Anschluss mit Beschriftung PHONO

Plattenspieler anschließen: Schritt für Schritt

  1. Cinch-Kabel in die Phono-Buchsen des gewünschten Kanals stecken, Rot an R, Weiß an L.
  2. Massekabel des Plattenspielers an die GND-Schraube des Mixers klemmen. Mehr dazu unter Erdung.
  3. Wahlschalter auf PHONO stellen.
  4. Platte abspielen und Gain einstellen, bis die Kanalanzeige im gleichen Bereich liegt wie bei den anderen Kanälen.
  5. Kurz beide Seiten prüfen: Funktionieren linker und rechter Kanal, ist nichts vertauscht?
PlattenspielerCinch L/R: AudiosignalMassekabelMixer (Rückseite)PHONOGNDDas dünne Massekabel gehört an die GND-Schraube – sonst brummt es.
Phono-Anschluss mit Cinch-Kabeln und separatem Massekabel. (eigene Illustration)

Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker

Einige Plattenspieler haben einen eigenen Phono-Vorverstärker eingebaut und einen Schalter PHONO / LINE auf der Rückseite. In der Stellung LINE liefern sie Line-Pegel und gehören dann in einen Line-Eingang. Das ist praktisch für Controller oder Aktivboxen ohne Phono-Eingang. Wichtig: nie doppelt entzerren. Steht der Plattenspieler auf LINE und der Mixer auf PHONO, klingt es verzerrt und dröhnend. Welche Modelle es gibt, zeigt die Übersicht DJ-Plattenspieler.

Controller ohne Phono-Eingang

Viele DJ-Controller haben gar keine Phono-Eingänge, manche nur einen AUX- oder Line-Eingang für ein Smartphone. Willst du dort einen Plattenspieler anschließen, brauchst du entweder einen Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker oder einen externen Phono-Vorverstärker zwischen Plattenspieler und Line-Eingang.

Phono und DVS

Bei einem DVS liest die Software ein Timecode-Signal von der Platte. Auch dieses Signal kommt aus dem Tonabnehmer und läuft deshalb meist über Phono-Eingänge – am Mixer mit DVS-Unterstützung oder an einem DVS-Interface. Das Reloop Flux etwa hat laut unseren Katalogdaten Phono-Eingänge für genau diesen Zweck.

Typische Fehler

  • Masse vergessen: Der Plattenspielerkanal brummt.
  • Doppelt entzerrt: Plattenspieler auf LINE, Mixer auf PHONO – es dröhnt und verzerrt.
  • Gain auf Anschlag: Klingt eine Platte sehr leise, erst Nadel und Pressung prüfen und mit den anderen Kanälen vergleichen, statt den Gain ganz aufzudrehen.
  • Mikrofon im Phono-Eingang: Der Pegel passt grob, aber die RIAA-Entzerrung macht die Stimme dumpf und dröhnend. Mikrofone gehören in den Mikrofoneingang.
  • Smartphone oder Laptop im Phono-Eingang: verzerrt sofort, denn das sind Line-Quellen.

Für Einsteiger und für Fortgeschrittene

Für Einsteiger: Merk dir: Plattenspieler an Phono, alles andere an Line. Und immer erst den Wahlschalter prüfen.

Für Fortgeschrittene: Wenn du zwischen Mixern wechselst, achte auf die Gain-Reserven des Phono-Eingangs. Ältere oder stark abgenutzte Tonabnehmer liefern weniger Pegel, Platten aus verschiedenen Pressungen unterscheiden sich in der Lautstärke deutlich. Wie die Stecker zusammenpassen, fasst der Ratgeber Kabel und Anschlüsse für DJs zusammen.

Häufige Fragen zu Phono und Line

Was ist der Unterschied zwischen Phono und Line?

Phono ist das sehr schwache Signal eines Plattenspieler-Tonabnehmers, nur wenige Millivolt stark und mit abgesenkten Bässen. Line ist der Standardpegel von Playern, Controllern und Smartphones, rund hundertmal stärker. Ein Phono-Eingang verstärkt das Signal und entzerrt es nach der RIAA-Kennlinie, ein Line-Eingang nicht.

Was passiert, wenn ich einen Plattenspieler an den Line-Eingang anschließe?

Es wird sehr leise und klingt dünn, ohne Bass und mit spitzen Höhen, weil Verstärkung und RIAA-Entzerrung fehlen. Kaputt geht dabei nichts. Abhilfe schafft der Phono-Eingang am Mixer, ein externer Phono-Vorverstärker oder ein Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker in der Stellung LINE.

Kann ich ein Line-Gerät an den Phono-Eingang anschließen?

Das solltest du vermeiden. Der Phono-Eingang verstärkt um rund 40 dB und hebt die Bässe stark an. Ein Line-Signal wird dadurch massiv übersteuert, klingt verzerrt und dröhnend und kann bei hoher Lautstärke die Lautsprecher gefährden. Stell den Wahlschalter am Mixer passend ein.

Was bedeutet der Schalter PHONO/LINE am Plattenspieler?

Er schaltet einen im Plattenspieler eingebauten Phono-Vorverstärker ein oder aus. In der Stellung PHONO kommt das unverstärkte Tonabnehmersignal heraus, das an einen Phono-Eingang gehört. In der Stellung LINE ist der Vorverstärker aktiv, dann gehört der Plattenspieler an einen Line-Eingang.

Haben DJ-Controller einen Phono-Eingang?

Einsteiger-Controller meist nicht. Größere Controller und viele Club-Mixer haben umschaltbare Phono/Line-Eingänge. Ohne Phono-Eingang brauchst du einen Plattenspieler mit eingebautem Vorverstärker oder einen externen Phono-Vorverstärker, der das Signal auf Line-Pegel bringt.

Ist der Phono-Eingang am Mixer besser als der Vorverstärker im Plattenspieler?

Pauschal nicht. In Club-Mixern stecken meist gute Phono-Stufen, und im Club sind sie der Standard. Eingebaute Vorverstärker in Plattenspielern sind praktisch, wenn kein Phono-Eingang vorhanden ist. Wichtig ist vor allem, dass nur einer der beiden aktiv ist und das Massekabel richtig angeschlossen ist.

Was ist ein AUX-Eingang?

AUX steht für auxiliary, also Hilfseingang. Er ist ein Line-Eingang, meist als Cinch oder 3,5-mm-Klinke, für zusätzliche Quellen wie Smartphone, Laptop oder einen Sampler. Ein Plattenspieler ohne eingebauten Vorverstärker gehört nicht an einen AUX-Eingang, weil dort Verstärkung und RIAA-Entzerrung fehlen.

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