DJ-Glossar · Hardware & Setup
Battle-Mixer
Auch: Battle Mixer, Scratch-Mixer, Scratch Mixer, Battlemixer
Ein Battle-Mixer ist ein Zwei-Kanal-DJ-Mixer für Scratching: kompakt, mit leichtgängigem Crossfader, viel Platz zum Arbeiten und meist mit DVS-Interface.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Ein Battle-Mixer ist ein kompakter Zwei-Kanal-DJ-Mixer, der für Scratching und Turntablism gebaut ist. Im Mittelpunkt steht ein leichtgängiger, präziser Crossfader mit viel freier Fläche drumherum. Kurve, Cut-in und Laufrichtung lassen sich fein einstellen, und viele aktuelle Modelle haben ein Audio-Interface für DVS eingebaut.
Merkmale eines Battle-Mixers
- Zwei Kanäle: für zwei Plattenspieler oder Decks, manchmal mit zusätzlichen Eingängen für Sampler oder Mikrofon.
- Kontaktloser Crossfader: verschleißt kaum und lässt sich im Widerstand einstellen. Siehe kontaktloser Fader.
- Einstellbare Kurve und Cut-in: für schnelle, präzise Cuts.
- Reverse-Schalter: dreht die Richtung von Crossfader und Kanalfadern um – Grundlage für den Hamster-Stil.
- Viel Platz: Wenige Regler in der unteren Hälfte, damit die Hand frei arbeiten kann.
- Schmale Bauform: passt zwischen zwei Plattenspieler, die eng beieinander stehen.
- Effekte über Hebel: Viele Modelle haben Effekt-Hebel oder -Paddles, die nur wirken, solange du sie hältst.
- DVS-Interface: Viele Battle-Mixer haben die Soundkarte für DVS eingebaut, oft mit zwei USB-Anschlüssen für fliegende DJ-Wechsel.
Die Battle-Aufstellung
Scratch-DJs stellen ihre Plattenspieler oft im Battle-Stil auf: um 90 Grad gedreht, sodass der Tonarm hinten liegt, weg von der Hand. So stößt du beim Scratchen nicht an den Tonarm, und der Teller liegt direkt neben dem Crossfader. Der Battle-Mixer steht schmal in der Mitte.
Battle-Mixer und Club-Mixer im Vergleich
| Battle-Mixer | Club-Mixer | |
|---|---|---|
| Kanäle | 2 | 4, teils mehr |
| Crossfader | kontaktlos, sehr leichtgängig, einstellbar | oft klassischer Fader |
| Breite | schmal | breit |
| Effekte | Hebel und Paddles für kurze Einwürfe | Beat-FX für ganze Phrasen |
| Typische Quellen | Plattenspieler mit DVS | Club-Player |
| Einsatz | Scratch, Hip-Hop, Battles, Open Format | Club, House, Techno |
Worauf du beim Kauf achten solltest
- Crossfader: kontaktlos, mit einstellbarem Widerstand, Kurve und Cut-in. Das ist das wichtigste Bauteil.
- DVS-Unterstützung: Für welche Software ist der Mixer freigegeben, und brauchst du dafür eine zusätzliche Lizenz?
- Zwei USB-Anschlüsse: praktisch, wenn zwei DJs nacheinander oder im Wechsel spielen.
- Effekte: Hebel oder Paddles für kurze Effekt-Einwürfe sind beim Scratchen schneller als Drehregler.
- Performance-Pads: Manche Battle-Mixer haben Pads, mit denen du Hot Cues und Sampler der Software direkt am Mixer steuerst.
- Robustheit: Gehäuse, Buchsen und Regler müssen Transport und kräftige Handarbeit aushalten.
- Ausgänge: symmetrischer Master und Booth-Ausgang für Gigs.
Für wen sich ein Battle-Mixer lohnt
Für Turntablism, Scratch-Routinen und Battles ist ein Battle-Mixer Pflicht. Auch Hip-Hop- und Open-Format-DJs, die viel mit dem Crossfader arbeiten, profitieren. Wer vor allem lange Blends in House oder Techno spielt, braucht dagegen eher vier Kanäle und ist mit einem Club-Mixer besser bedient. Auch für Einsteiger, die scratchen lernen wollen, ist ein günstiger Battle-Mixer mit zwei Plattenspielern oder ein Scratch-Controller der direkte Weg.
Bekannte aktuelle Modelle sind der DJM-S11, der Rane Seventy und der Reloop Elite. Bei DJ-Contests treten Scratch-DJs fast ausschließlich an solchen Mixern an.
Takt 1 von 8 · Schlag 1 · 92.0 BPM
Deck A · Hip-Hop
Hook Kick · Drums · Bass · Melodie
Deck B · Hip-Hop (zweiter Track)
Hook Kick · Drums · Bass · Melodie
Lautstärke (Kanalfader)
Deck A Deck B EffekteWellenform: Original-Wellenform des Tracks, unabhängig von Fader, EQ und Effekten, kräftige Farbe = Bass · Gestrichelte Blöcke: Teil des Tracks ohne alle Spuren · Klick in die Zeitleiste springt dorthin
Mixer bei Takt 1
Deck A
Hip-Hop
92.0 BPM · Hook
Deck B
Hip-Hop
92.0 BPM · bereit (Cue)
Schritt für Schritt
Klangbeispiele aus selbst synthetisierten Loops, ohne Samples. Echte Tracks haben mehr Details. Den Bass-Tausch hörst du am besten mit Kopfhörern oder Boxen mit Tiefgang.
Kurze Geschichte
Mit Hip-Hop und den ersten Scratch-Battles in den 1980er-Jahren wuchs der Bedarf nach Mixern, die für schnelle Crossfader-Arbeit gebaut sind. In den 1990er-Jahren entstanden Modelle in enger Abstimmung mit Turntablists, die das bis heute übliche Layout prägten: zwei Kanäle, viel Platz um den Crossfader, wenige Regler im Weg. Ein bekannter Meilenstein ist der PMC-05 Pro von 1997. Später kamen eingebaute DVS-Interfaces dazu, sodass Plattenspieler und Laptop ohne separate Box am Mixer zusammenlaufen.
Häufige Fragen zu Battle-Mixer
Was ist ein Battle-Mixer?
Ein Battle-Mixer ist ein kompakter DJ-Mixer mit zwei Kanälen, der für Scratching gebaut ist. Er hat einen sehr leichtgängigen, meist kontaktlosen Crossfader mit einstellbarer Kurve, viel Platz zum Arbeiten und oft ein eingebautes Audio-Interface für DVS. Der Name kommt von den Scratch-Battles, bei denen DJs gegeneinander antreten.
Kann man mit einem Battle-Mixer auch normal mixen?
Ja. Ein Battle-Mixer hat Kanalfader, EQ und Vorhören wie jeder DJ-Mixer. Für klassische Übergänge zwischen zwei Tracks reicht er völlig. Einschränkungen gibt es bei der Kanalzahl und bei Beat-Effekten über ganze Phrasen. Für Sets mit drei oder vier Quellen ist ein Club-Mixer praktischer.
Was ist die Battle-Aufstellung bei Plattenspielern?
Bei der Battle-Aufstellung werden die Plattenspieler um 90 Grad gedreht, sodass der Tonarm hinten liegt und nicht im Weg der Hand ist. Der Teller liegt dann direkt neben dem Mixer. So kannst du schnell zwischen Platte und Crossfader wechseln, ohne an den Tonarm zu stoßen.
Warum hat ein Battle-Mixer nur zwei Kanäle?
Beim Scratchen arbeitest du mit zwei Plattenspielern oder Decks, zwischen denen der Crossfader wechselt. Mehr Kanäle würden das Gerät breiter machen und die Plattenspieler weiter auseinanderrücken. Eine schmale Bauform hält die Wege für die Hände kurz. Zusätzliche Quellen wie Sampler laufen bei vielen Modellen über eigene Eingänge oder über die DVS-Software.