DJ-Glossar · Hardware & Setup
DJ-Link (Netzwerk)
Auch: DJ-Link, Pro DJ Link, DJ Link, Netzwerk-Link, Player-Link, Link-Kabel
DJ-Link vernetzt DJ-Player und Mixer per Netzwerkkabel: Ein USB-Stick versorgt alle Player, und die Geräte tauschen Tempo, Beat-Position und Track-Infos aus.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
DJ-Link bezeichnet die Vernetzung von DJ-Playern, Mixer und Laptop über Netzwerkkabel. Die Geräte teilen sich darüber die Musik von einem USB-Stick, tauschen Tempo und Beat-Position aus und zeigen an, was auf den anderen Decks läuft. Bei Club-Setups aus Playern und Mixer ist diese Verbindung Standard.
Was über das Netzwerk geteilt wird
- Musik: Ein USB-Stick in einem Player genügt – alle anderen Player im Netz können auf seine Bibliothek zugreifen. Du musst nicht für jeden Player einen eigenen Stick einstecken.
- Tempo und Beat-Position: Die Player kennen BPM und Beatgrid der anderen Decks. Das ermöglicht Sync über mehrere Geräte und eine gemeinsame Quantisierung.
- Track-Informationen: Titel, Wellenform und Zeit des anderen Decks lassen sich auf dem eigenen Display anzeigen.
- Mixer-Effekte im Takt: Passende Mixer erhalten das Tempo der Player und synchronisieren ihre Beat-Effekte, ohne dass du tappen musst.
- Laptop-Anbindung: Die DJ-Software kann per Netzwerk ihre Bibliothek an die Player liefern, ohne dass du exportierst.
Verkabelung
Die Geräte werden mit normalen Netzwerkkabeln (Ethernet, RJ45) verbunden. Bei zwei Geräten reicht ein direktes Kabel. Für mehr Geräte brauchst du einen Netzwerk-Switch, oder du nutzt einen Mixer mit eingebautem Netzwerk-Hub, an den alle Player angeschlossen werden. Jeder Player bekommt dabei eine Nummer, die auf seinem Display steht. Sie sollte zur Position in der Booth passen, damit klar ist, welcher Player Deck 1, 2, 3 oder 4 ist.
Herstellerprotokolle
Es gibt keinen gemeinsamen Standard. Jeder Hersteller nutzt sein eigenes Protokoll – bei Pioneer DJ und AlphaTheta heißt es Pro DJ Link, andere Hersteller haben eigene Lösungen mit eigenen Namen. Geräte verschiedener Hersteller tauschen deshalb in der Regel keine Musik oder Beat-Informationen über das Netzwerk aus. Wer in einem Club Player einer Marke vorfindet, profitiert von DJ-Link nur, wenn die Geräte zusammenpassen.
Nicht verwechseln solltest du DJ-Link mit Ableton Link: Das ist eine offene Technik, mit der Programme und Apps ihr Tempo über WLAN oder Netzwerk synchronisieren. Viele DJ-Programme unterstützen sie, um mit Musiksoftware oder Drumcomputern im selben Netz im Takt zu bleiben.
Laptop im Netzwerk
Manche DJ-Programme können einen Laptop wie einen USB-Stick ins Netzwerk einbinden. Die Player greifen dann direkt auf die Bibliothek der Software zu, inklusive Playlists, Cue-Punkte und Beatgrids. Das ist praktisch, wenn du kurz vor dem Gig noch Tracks hinzufügst. Wie beim Stick gilt: Wird der Laptop vom Netz getrennt, brechen die laufenden Tracks ab.
Typische Probleme
- Player wird nicht erkannt: Kabel prüfen, Switch einschalten, Player neu starten.
- Doppelte Player-Nummern: Zwei Geräte mit derselben Nummer stören sich. Die Nummern lassen sich meist im Menü ändern.
- Stick abgezogen: Spielt ein anderer Player gerade einen Track von deinem Stick, bricht dieser ab. Beim Changeover erst ziehen, wenn der andere DJ seine Tracks geladen hat – oder noch besser: Jeder nutzt seinen eigenen Stick.
- Fremde Geräte im Netz: Ein Club-Netz, an dem auch Licht- oder Video-Systeme hängen, kann stören. Im Zweifel bleiben die DJ-Geräte in einem eigenen Netz.
Kurze Geschichte
Die Vernetzung von Club-Playern per Netzwerkkabel kam 2009 mit einer neuen Player-Generation, die neben CDs auch USB-Sticks und SD-Karten las. Bis zu vier Player konnten damals die Musik eines Datenträgers teilen. Mehr dazu im Archiv beim CDJ-2000. Aktuelle DJ-Player wie der CDJ-3000 bauen das Prinzip weiter aus.
Tipp: Frag vor dem Gig nach, welche Player und welcher Mixer im Club stehen, und prüf, ob dein Stick mit dem passenden Export vorbereitet ist. Was sonst noch zu klären ist, steht im Schritt Erster Club-Gig.
Häufige Fragen zu DJ-Link (Netzwerk)
Was ist DJ-Link?
DJ-Link bezeichnet die Vernetzung von DJ-Playern und Mixer per Netzwerkkabel. Ein USB-Stick in einem Player reicht dann für alle Player, die Geräte kennen gegenseitig Tempo und Beat-Position und können Sync und taktgenaue Effekte über das ganze Setup nutzen. Die Hersteller nutzen dafür eigene, nicht kompatible Protokolle.
Welches Kabel braucht man für DJ-Link?
Ein normales Netzwerkkabel mit RJ45-Steckern, wie es auch für Computer und Router verwendet wird. Bei zwei Geräten reicht ein Kabel direkt zwischen beiden. Bei mehr Geräten brauchst du einen Netzwerk-Switch oder einen Mixer mit eingebautem Netzwerk-Hub.
Funktioniert DJ-Link zwischen verschiedenen Herstellern?
In der Regel nicht. Jeder Hersteller nutzt sein eigenes Protokoll, deshalb tauschen Geräte unterschiedlicher Marken keine Musik oder Tempo-Informationen über das Netzwerk aus. Audio über Kabel funktioniert natürlich trotzdem. Programme können zusätzlich über Ableton Link ihr Tempo mit anderer Software abgleichen.
Was passiert, wenn ich meinen USB-Stick bei DJ-Link abziehe?
Alle Tracks, die gerade von diesem Stick laufen, brechen sofort ab, auch auf anderen Playern im Netzwerk. Zieh deinen Stick beim Wechsel erst ab, wenn kein Player mehr einen Track davon spielt. Am sichersten ist es, wenn jeder DJ seinen eigenen Stick nutzt.
Brauche ich DJ-Link, um im Club zu spielen?
Nein. Jeder Player funktioniert auch ohne Netzwerk, wenn du deinen eigenen Stick einsteckst. Die Vernetzung ist eine Komfortfunktion: ein Stick für alle Player, Track-Infos und Sync über mehrere Decks. In vielen Clubs ist sie fest verkabelt, sodass du nichts tun musst.