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DJ-Glossar · Hardware & Setup

Timecode

Auch: Timecode-Vinyl, Timecode-Platte, Control Vinyl, Timecode-CD, Steuerplatte, Timecode-Signal

Timecode ist ein Steuersignal auf speziellen Platten oder CDs. Die DJ-Software liest daraus Tempo, Richtung und Position und steuert so digitale Tracks.

von · 4 Min. Lesezeit

LinksRechts¼ Schwingung VersatzCodeFrequenz→ TempoVersatz L/R→ RichtungCode→ Position
Im Timecode-Signal stecken Tempo, Richtung und Position – verteilt auf zwei versetzte Kanäle und einen Code. (eigene Illustration)

Timecode ist ein Steuersignal, das auf speziellen Schallplatten, CDs oder Audiodateien gespeichert ist. Statt Musik enthält es einen gleichmäßigen Ton mit eingebetteter Positionsinformation. Ein DVS liest dieses Signal über den Plattenspieler oder Player ein und steuert damit digitale Tracks in der DJ-Software – in Echtzeit und so, wie du das Medium bewegst.

Wie das Signal aufgebaut ist

Wenn du eine Timecode-Platte über Lautsprecher abspielst, hörst du einen hohen, gleichmäßigen Ton. In diesem scheinbar einfachen Signal stecken drei Informationen:

  • Tempo: Der Ton hat bei normaler Drehzahl eine feste Frequenz, je nach System grob im Bereich von ein bis zwei Kilohertz. Läuft die Platte schneller, steigt die Frequenz. Die Software rechnet daraus die Abspielgeschwindigkeit.
  • Richtung: Linker und rechter Kanal tragen denselben Ton, aber um eine Viertelschwingung gegeneinander versetzt. Welcher Kanal vorauseilt, verrät, ob die Platte vorwärts oder rückwärts läuft.
  • Position: In den Ton ist ein Code eingearbeitet, der an jeder Stelle der Platte anders aussieht. So weiß die Software, wo die Nadel gerade steht – Grundlage für den Absolut-Modus.

Weil die Software das Signal viele tausend Mal pro Sekunde auswertet, kann sie selbst feinste Bewegungen der Hand nachbilden. Das ist der Grund, warum sich Scratching mit DVS so direkt anfühlt.

Timecode-Medien

  • Timecode-Vinyl: die klassische Form für Plattenspieler. Meist 12 Zoll, teils als 7-Zoll-Variante für Scratch-DJs. Viele Platten haben auf beiden Seiten Timecode, manchmal mit unterschiedlicher Länge.
  • Timecode-CD: für DJ-Player mit CD-Laufwerk.
  • Timecode-Dateien: Audiodateien mit dem Timecode-Signal, die ein DJ-Player von USB-Stick abspielt.

Timecode-Formate

Jeder Software-Hersteller verwendet ein eigenes Timecode-Format mit eigener Frequenz und eigenem Positionscode. Grundsätzlich gehört zur Software also der passende Timecode. Manche Programme können auch Formate anderer Hersteller lesen – welche, steht in der Dokumentation der Software. Wenn du in einem Club oder bei einem B2B die Platten eines anderen DJs nutzen willst, prüf das vorher.

Pflege und Verschleiß

Eine Timecode-Platte nutzt sich ab wie jede Schallplatte, nur dass du den Verschleiß nicht hörst, sondern an der Signalqualität siehst.

  • Startbereich: Wer immer am Anfang aufsetzt, nutzt diesen Bereich stark ab. Im Relativ-Modus kannst du an beliebiger Stelle aufsetzen und den Verschleiß verteilen.
  • Scratch-Stellen: Beim Scratchen werden einzelne Stellen tausendfach überfahren. Scratch-DJs wechseln deshalb häufiger die Platte.
  • Sauberkeit: Staub und Fingerabdrücke verschlechtern das Signal. Platten in der Hülle aufbewahren und am Rand anfassen.
  • Ersatz: Eine zweite Platte gehört in jede Tasche, weil Kratzer oder Bruch das Set sonst beenden.

Timecode, Pitch und Key Lock

Weil die Software die Musik abspielt, gelten für Timecode andere Regeln als für echtes Vinyl. Der Pitch-Fader des Plattenspielers verändert die Drehzahl, die Software erkennt die höhere Frequenz und spielt den Track schneller ab. Ob sich dabei auch die Tonhöhe ändert, entscheidest du in der Software: Mit eingeschaltetem Key Lock bleibt die Tonart gleich, obwohl die Platte schneller läuft. Bei echtem Vinyl ist das nicht möglich.

Auch der Drehzahlschalter spielt mit: Die Software erwartet eine bestimmte Grundgeschwindigkeit, meist 33⅓. Steht der Plattenspieler versehentlich auf 45, läuft der Track deutlich zu schnell.

Kalibrieren und prüfen

Die meisten DVS-Programme zeigen das eingehende Signal als Ring oder Kreis. Ein sauberer, runder Ring bedeutet ein gutes Signal. Ist er verzerrt, zu klein oder ausgefranst, stimmt etwas nicht: Pegel, Erdung, Nadel, Platte oder Rückkopplung. Nach dem Aufbau startest du die Kalibrierung, während die Platte läuft, und die Software passt ihre Erkennung an. Mit einer gut eingestellten Auflagekraft und einer sauberen Nadel bleibt der Ring stabil.

Typische Fehler

  • Falsche Seite oder falsches Format: Die Software erkennt die Platte nicht oder springt.
  • Line statt Phono: Plattenspieler am Line-Eingang liefern ein zu schwaches Signal.
  • Kein Kalibrieren nach dem Aufbau: Jeder Plattenspieler und jede Nadel klingt etwas anders.
  • Durchgeschliffene Platte weiterverwenden: Wenn der Ring an bestimmten Stellen zusammenbricht, ist die Platte dort verschlissen.

Häufige Fragen zu Timecode

Was ist Timecode-Vinyl?

Timecode-Vinyl ist eine Schallplatte, auf der statt Musik ein Steuersignal gepresst ist. Eine DJ-Software liest das Signal über Plattenspieler und Audio-Interface ein und erkennt daran Tempo, Richtung und Position. So steuerst du digitale Musik mit einer echten Platte.

Kann man Timecode-Platten verschiedener Hersteller mischen?

Nur, wenn die Software das fremde Format unterstützt. Jeder Hersteller nutzt ein eigenes Timecode-Format. Einige Programme lesen zusätzlich Formate anderer Anbieter. Welche das sind, steht in der Dokumentation der Software. Sicherer ist es, den zur Software passenden Timecode zu verwenden.

Wie lange hält eine Timecode-Platte?

Das hängt stark von deiner Spielweise ab. Wer viel scratcht oder immer an derselben Stelle aufsetzt, nutzt einzelne Bereiche schnell ab. Wer im Relativ-Modus an wechselnden Stellen spielt, verteilt den Verschleiß. Ein Blick auf die Signalanzeige der Software zeigt, wann eine Platte ersetzt werden sollte.

Warum klingt Timecode wie ein Pfeifton?

Das Steuersignal ist ein gleichmäßiger Ton mit fester Frequenz im Bereich von ungefähr ein bis zwei Kilohertz. Darin sind Richtung und Position codiert. Über Lautsprecher klingt das wie ein hoher Pfeifton, der beim Anschieben höher und beim Abbremsen tiefer wird.

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