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DJ-Glossar · Hardware & Setup

Fader-Kurve

Auch: Faderkurve, Crossfader-Kurve, Crossfader Curve, Fader Curve, Kurvenregler, Curve

Die Fader-Kurve legt fest, wie sich die Lautstärke über den Weg eines Faders ändert: weich für lange Blends, scharf für Cuts und Scratching.

von · 4 Min. Lesezeit

Seite ASeite BWeichAMitteBfür lange BlendsKonstantAMitteBkeine Delle in der MitteScharfAMitteBfür Cuts und ScratchingPegel
Drei typische Crossfader-Kurven und wie laut die Seiten A und B an jeder Position sind. (eigene Illustration)

Die Fader-Kurve legt fest, wie sich die Lautstärke über den Weg eines Faders verändert. Bei einer weichen Kurve steigt sie langsam und gleichmäßig an, bei einer scharfen Kurve ist der Ton schon nach wenigen Millimetern voll da. Am DJ-Mixer lässt sie sich für den Crossfader und oft auch für die Kanalfader einstellen.

Wie eine Fader-Kurve wirkt

Ein Fader misst nur seine Position, zum Beispiel von 0 bis 100 %. Welche Lautstärke daraus wird, bestimmt die Kurve. Beim Crossfader gibt es zwei Kurven gleichzeitig: eine für die linke und eine für die rechte Seite. Sie entscheiden, wie laut beide Seiten in jeder Stellung sind – vor allem in der Mitte.

Die drei typischen Kurven

KurveVerlaufMitte (Crossfader)Einsatz
Weich (Blend)langsamer Anstieg, beide Seiten überlappen langebeide Seiten hörbar abgesenktlange Übergänge, Ambient, Lounge
KonstantGesamtlautstärke bleibt etwa gleichbeide Seiten nur leicht abgesenktBlends ohne Lautstärkeloch
Scharf (Cut)Ton nach wenigen Millimetern voll dabeide Seiten vollCuts, Scratching, Hip-Hop

Bei der weichen Kurve entsteht in der Mitte ein Lautstärkeloch: Beide Tracks sind leiser als allein. Die konstante Kurve gleicht das aus. In der Tontechnik heißt sie oft Constant Power, weil sie die empfundene Gesamtleistung beim Überblenden konstant hält. Dabei liegt jede Seite in der Mitte etwa 3 dB unter ihrem vollen Pegel. Bei einer linearen Kurve wären es etwa 6 dB, was als Delle hörbar ist.

Crossfader-Kurve

Konstante Leistung: In der Mitte liegen beide Kanäle bei rund −3 dB, die Summe klingt etwa gleich laut. Der Standard für die meisten Übergänge.

0 %50 %100 %ganz links (A)ganz rechts (B)
50 %
Deck A71 % · −3,0 dB
Deck B71 % · −3,0 dB
Kurve wechseln und den Pegelverlauf von Deck A und B vergleichen

Crossfader-Kurve und Kanalfader-Kurve

  • Crossfader-Kurve: Wird am häufigsten verstellt, weil der Crossfader je nach Stil ganz unterschiedlich eingesetzt wird. Wer mit dem Crossfader blendet, wählt weich oder konstant; wer scratcht, scharf.
  • Kanalfader-Kurve: Bei vielen Club-Mixern ebenfalls wählbar, siehe Kanalfader. Eine weiche Kanalfader-Kurve macht die ersten Zentimeter sehr fein, was beim Einblenden hilft. Eine scharfe Kurve ist bei Scratch-DJs beliebt, die auch mit den Kanalfadern cutten.

Wo du die Kurve einstellst

  • Am Mixer: meist ein Drehregler oder Schalter in der Nähe des Crossfaders, bei Battle-Mixern oft auch im Menü.
  • Am Controller: häufig in der DJ-Software oder in einem Einstellungsprogramm des Herstellers.
  • In der Software: wenn der Controller nur die Fader-Position sendet, berechnet die Software die Kurve.

Bei einem DJ-Controller gibt es deshalb manchmal zwei Stellen, die zusammenwirken: eine Einstellung am Gerät und eine in der Software. Stehen beide auf unterschiedlichen Werten, verhält sich der Fader anders als erwartet. Prüf in der Anleitung, wo die Kurve bei deinem Gerät tatsächlich berechnet wird, und stell die andere Stelle neutral. Das gilt auch für die Reverse-Funktion, die die Richtung des Crossfaders umdreht.

Cut-in: der Einsatzpunkt

Für Scratch-DJs zählt neben der Kurve der Cut-in, also der Abstand vom Rand, ab dem der Ton einsetzt. Je kleiner er ist, desto weniger Weg muss der Crossfader für einen Cut zurücklegen. Viele Battle-Mixer lassen diesen Abstand einstellen. Ist er zu klein, kann ein leichtes Zittern des Faders schon einen ungewollten Ton erzeugen.

Welche Kurve für wen?

  • House, Techno, lange Blends mit dem Crossfader: konstant oder weich.
  • Blends mit Kanalfadern, Crossfader in der Mitte: Crossfader-Kurve egal, Kanalfader-Kurve weich oder linear.
  • Hip-Hop, Open Format, schnelle Wechsel: scharf, damit der Cut präzise sitzt.
  • Scratching: sehr scharf mit kurzem Cut-in.

Typische Fehler

  • Kurve nicht geprüft: Der DJ vor dir hat scharf eingestellt, dein erster Blend springt hörbar. Ein kurzer Check vor dem Set vermeidet das.
  • Weiche Kurve und Lautstärkeloch: Wer mit weicher Kurve lange in der Mitte steht, hört den Mix leiser werden. Konstante Kurve wählen oder mit Kanalfadern arbeiten.
  • Scharfe Kurve ohne Grund: Bei Blends wirkt jede kleine Bewegung wie ein Schalter. Die Übergänge werden unruhig.
  • Kurve doppelt eingestellt: Gerät und Software rechnen beide eine Kurve – das Ergebnis passt zu keiner der beiden Einstellungen.

Häufige Fragen zu Fader-Kurve

Was ist eine Crossfader-Kurve?

Die Crossfader-Kurve bestimmt, wie sich die Lautstärke beider Seiten über den Weg des Crossfaders verändert. Bei einer weichen Kurve blenden beide Seiten langsam ineinander über, bei einer scharfen Kurve ist eine Seite schon nach wenigen Millimetern voll zu hören. Scratch-DJs nutzen scharfe, House-DJs eher weiche Kurven.

Welche Fader-Kurve ist zum Scratchen am besten?

Zum Scratchen brauchst du eine sehr scharfe Crossfader-Kurve, bei der der Ton fast sofort voll da ist. Dazu kommt ein kurzer Cut-in, also ein kleiner Abstand vom Rand bis zum Einsatz des Tons. Viele Battle-Mixer lassen beides fein einstellen.

Warum wird mein Mix in der Crossfader-Mitte leiser?

Bei einer weichen oder linearen Kurve sind beide Seiten in der Mittelstellung abgesenkt. Zusammen klingen sie dann leiser als ein Track allein. Abhilfe schafft eine konstante Kurve, die die Gesamtlautstärke beim Überblenden etwa gleich hält, oder ein Übergang mit den Kanalfadern.

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