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DJ-Glossar · Mixing & Übergänge

Cut (Hard Cut)

Auch: Hard Cut, harter Cut, Schnitt, Drop-In, Slam, Cut-Übergang

Ein Cut (Hard Cut) ist ein Übergang ohne Überblendung: Der alte Track verstummt genau auf der Eins, auf der der neue mit voller Lautstärke einsetzt.

von · 4 Min. Lesezeit

Track ATrack BSchnitt auf der Einsvorher: Crossfader bei Anachher: in einem Zug bei B
Beim Cut endet der alte Track im selben Moment, in dem der neue auf der Eins einsetzt. (eigene Illustration)

Ein Cut, auch Hard Cut genannt, ist ein Übergang ohne Überblendung: Der alte Track ist im selben Moment weg, in dem der neue auf der Eins einsetzt. Weil sich die Tracks praktisch nicht überlagern, müssen Tempo, Tonart und Genre nicht zusammenpassen. Entscheidend ist allein das Timing – ein guter Cut sitzt exakt auf dem Schlag.

So funktioniert ein Cut

  1. Vorbereiten: Der neue Track liegt im Kopfhörer bereit, der Startpunkt sitzt auf der ersten Eins des gewünschten Abschnitts – am besten als Hot Cue. Den Gain pegelst du vorher ein, damit der Cut keinen Lautstärkesprung erzeugt.
  2. Zählen: Du zählst die Phrase des laufenden Tracks mit und wartest auf das Ende eines Abschnitts.
  3. Schneiden: Auf der Eins startest du den neuen Track und nimmst den alten im selben Moment weg – per Crossfader, Kanalfader oder durch Stoppen des alten Decks.

Die Grafik oben zeigt das Prinzip: Track A endet hart auf der Eins, Track B setzt im selben Augenblick voll ein. Die vollständige Anleitung mit Hörbeispiel steht beim Übergang Cut.

Takt 1 von 8 · Schlag 1 · 92.0 BPM

Deck A · Hip-Hop

Hook Kick · Drums · Bass · Melodie

Deck B · Reggaeton & Latin

Hook Kick · Drums · Bass · Melodie

Lautstärke (Kanalfader)

Tempo92–96 BPM

Deck A Deck B EffekteWellenform: Original-Wellenform des Tracks, unabhängig von Fader, EQ und Effekten, kräftige Farbe = Bass · Gestrichelte Blöcke: Teil des Tracks ohne alle Spuren · Klick in die Zeitleiste springt dorthin

Mixer bei Takt 1

Deck A

Hip-Hop

92.0 BPM · Hook

High
Mid
Low
Filter
Fader
EchoHall

Deck B

Reggaeton & Latin

96.0 BPM · bereit (Cue)

High
Mid
Low
Filter
Fader
EchoHall

Schritt für Schritt

Klangbeispiele aus selbst synthetisierten Loops, ohne Samples. Echte Tracks haben mehr Details. Den Bass-Tausch hörst du am besten mit Kopfhörern oder Boxen mit Tiefgang.

Der Cut: Auf der Eins ist der alte Track weg und der neue sofort voll da.

Crossfader oder Kanalfader?

Mit dem Crossfader gelingt der Cut am schnellsten: Steht er links auf dem alten Track, ziehst du ihn in einem Zug nach rechts. Dafür sollte die Fader-Kurve scharf eingestellt sein, damit schon eine kurze Bewegung den Kanal voll öffnet. Mit weicher Kurve hörst du in der Mitte beide Tracks, und der Cut wird verwaschen.

Ohne Crossfader funktioniert es auch: Den neuen Kanalfader hast du schon oben, Play auf der Eins startet den Track, gleichzeitig ziehst du den alten Kanalfader herunter. Das braucht zwei Hände, ist aber sehr kontrolliert.

Wann ein Cut die beste Wahl ist

  • Hip-Hop, R'n'B, Open Format: Tracks starten oft direkt mit Hook oder Gesang und haben keine DJ-Intros. Schnelle Cuts sind hier Standard.
  • Genre- und Tempowechsel: Von 100 BPM Reggaeton zu 125 BPM House? Ein Cut braucht kein Beatmatching über Takte hinweg.
  • Dubstep und Bass Music: Ein Cut auf den Drop des neuen Tracks setzt ein Ausrufezeichen.
  • Rettung: Läuft ein Blend aus dem Ruder, beendet ein beherzter Cut das Problem.

Varianten

  • Cut mit Effekt: Kurz vor der Eins ein Echo auf den alten Track, dann schneiden – der alte klingt aus, der neue setzt trocken ein. Das ist der Übergang zum Echo-Out.
  • Drop-In: Der neue Track steigt nicht am Anfang, sondern direkt an einer markanten Stelle ein, etwa in der Hook.
  • Cut auf den Downbeat nach einer Pause: Endet der alte Track mit einem Stopp, setzt der neue in die Stille hinein ein.

Cut mit Wortspiel

Im Open Format gibt es eine beliebte Spielart: den Cut über ein Wort. Endet eine Zeile des alten Tracks mit einem Wort oder Namen, mit dem der neue Track beginnt, schneidest du genau an dieser Stelle. Der Text des einen scheint im anderen weiterzugehen. Solche Übergänge brauchen Vorbereitung und gute Kenntnis der Texte, wirken auf der Tanzfläche aber besonders clever.

Typische Fehler

  • Zu früh oder zu spät: Schon eine Achtelnote daneben fällt auf. Üb das Timing mit dem Metronom im Kopf.
  • Lautstärkesprung: Der neue Track ist deutlich lauter oder leiser. Vorher einpegeln, siehe Gain Staging.
  • Mitten in die Zeile: Wird ein Track mitten in einem Satz abgeschnitten, wirkt das unbeholfen. Schneide am Ende einer Phrase oder Zeile.
  • Nur Cuts: Ein Set aus lauter harten Schnitten wirkt hektisch. Wechsle zwischen Cuts und weicheren Übergängen.

Für Einsteiger und für Fortgeschrittene

Für Einsteiger: Der Cut ist der einfachste Übergang zum Einstieg, weil du kein Beatmatching über längere Zeit brauchst. Üb ihn mit Hot Cues auf den Hooks deiner Tracks.

Für Fortgeschrittene: Kombiniere Cuts mit Effekten, Spinbacks oder Scratches und nutze sie bewusst als dramaturgisches Mittel. Mehrere schnelle Cuts zwischen zwei Tracks im Takt ergeben einen eigenen Rhythmus.

Häufige Fragen zu Cut (Hard Cut)

Was ist ein Cut beim Auflegen?

Ein Cut ist ein harter Übergang: Der alte Track verstummt genau in dem Moment, in dem der neue auf der Eins einsetzt. Die Tracks laufen also nicht gemeinsam. Deshalb müssen Tempo und Tonart nicht zusammenpassen, nur das Timing muss exakt sitzen. Cuts sind besonders im Hip-Hop und Open Format verbreitet.

Welche Crossfader-Kurve ist für Cuts am besten?

Eine scharfe Kurve. Dabei öffnet schon eine kurze Bewegung des Crossfaders den Kanal fast vollständig, und in der Mitte sind beide Kanäle voll zu hören. So wechselst du in einem Zug sauber von einem Track zum anderen. Mit weicher Kurve wird der Übergang verwaschen, weil beide Tracks kurz leiser gemeinsam laufen.

Muss man bei einem Cut beatmatchen?

Nicht über längere Zeit, weil die Tracks sich nicht überlagern. Wichtig ist aber, dass der neue Track genau auf der Eins des alten startet, damit der Groove nicht stolpert. Haben beide Tracks ähnliches Tempo, wirkt der Cut flüssiger. Bei großem Tempounterschied fällt der Wechsel deutlicher auf, was oft gewollt ist.

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