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DJ-Glossar · Performance & Scratching

Slip-Modus

Auch: Slip Mode, Slip-Mode, Slip, Slip-Funktion, Slip-Modus

Im Slip-Modus läuft der Track bei Scratches, Loops oder Hot-Cue-Sprüngen im Hintergrund weiter und setzt danach an der Stelle ein, an der er ohne Eingriff wäre.

von · 4 Min. Lesezeit

Takt 1Takt 2Takt 3Takt 4HörbarnormalScratchweiterweiterLoopIm HintergrundSlip: Position läuft im Takt weiterPfeile: Beim Loslassen springt der Track an die Hintergrund-Position zurück.Ohne Slip ginge es dort weiter, wo der Scratch oder Loop aufgehört hat – und der Track lägeneben der Phrase.
Im Slip-Modus läuft die Track-Position unter jedem Eingriff weiter, und der Track kehrt danach an diese Stelle zurück. (eigene Illustration)

Der Slip-Modus ist eine Funktion digitaler Decks, bei der der Track im Hintergrund unbeirrt weiterläuft, während du scratchst, loopst, rückwärts spielst oder Hot Cues anspringst. Sobald du loslässt, setzt die Wiedergabe an der Stelle ein, an der der Track ohne deinen Eingriff gerade wäre. Takt und Phrase bleiben so immer erhalten.

Man kann sich das wie zwei Abspielköpfe vorstellen: einen, den du hörst und manipulierst, und einen unsichtbaren, der stur weiterspielt. Beim Loslassen springt der hörbare auf den unsichtbaren.

Was der Slip-Modus beeinflusst

Je nach Gerät und Software wirkt Slip auf unterschiedliche Funktionen. Typisch sind:

  • Scratchen am Jogwheel: Du scratchst einen Vocal-Schnipsel an, lässt das Jogwheel los, und der Track läuft weiter, als wäre nichts gewesen.
  • Loops: Ein Loop mit Slip ist im Grunde ein Loop Roll – nach dem Verlassen geht es an der „richtigen“ Stelle weiter.
  • Hot Cues: Du hältst ein Hot-Cue-Pad, der Track spielt ab dem Cue; beim Loslassen kehrt er zur Hintergrund-Position zurück.
  • Reverse: Rückwärts abspielen mit Slip ist die Grundlage der Censor-Funktion, siehe Reverse & Censor.
  • Pause und Brake: Bei manchen Systemen läuft der Track auch beim Pausieren mit Slip weiter.

Mit und ohne Slip im Vergleich

AktionOhne SlipMit Slip
Zwei Sekunden scratchenTrack spielt dort weiter, wo der Scratch aufhört – meist neben dem TaktTrack spielt taktgenau weiter
4-Beat-Loop dreimalTrack ist danach 12 Beats „später“Track macht dort weiter, wo er ohne Loop wäre
Hot Cue drückenTrack springt dauerhaftTrack springt nur, solange du hältst
Rückwärts abspielenTrack läuft rückwärts, bis du umschaltestTrack kehrt nach dem Loslassen an die passende Stelle zurück

Wofür du Slip brauchst

Slip ist ein Sicherheitsnetz für kreative Eingriffe. Du kannst spontan einen Vocal-Schnipsel wiederholen, einen Scratch einwerfen oder einen Hot Cue antippen, ohne danach die Phrase reparieren zu müssen. Gerade bei Übergängen, in denen zwei Tracks gleichzeitig laufen, verhindert das, dass einer plötzlich gegen die Struktur des anderen läuft – wichtig für sauberes Phrasing.

Für Scratching mit Controllern ist Slip besonders beliebt: Du scratchst im Rhythmus über den laufenden Track, und der Beat läuft nach jedem Scratch ungebrochen weiter.

Slip im Alltag eines Club-DJs

Auch ohne Scratch-Ambitionen ist Slip nützlich. Ein typischer Moment: Du willst einen Vocal-Schnipsel aus dem laufenden Track wiederholen, um den nächsten Track anzukündigen. Mit Slip und gehaltenem Hot Cue spielst du ihn zwei-, dreimal im Rhythmus an – lässt du los, ist der Track wieder genau dort, wo er hingehört. Ohne Slip müsstest du danach die Phrase reparieren, während schon der nächste Übergang ansteht.

Wann du Slip ausschalten solltest

  • Beim Angleichen per Jogwheel: Ob ein Nudge am Rand des Jogwheels mit Slip „zurückschnappt“, hängt vom Gerät ab. Wenn du unsicher bist, schalte Slip zum manuellen Beatmatching aus und teste das Verhalten zu Hause.
  • Beim bewussten Live-Edit: Wenn du einen Teil absichtlich überspringen oder verlängern willst, soll der Track ja nicht zurück.
  • Bei klassischem Turntablism: Wer mit DVS wie auf Vinyl spielt, will meist das echte Platten-Verhalten.

Typische Fehler

  • Slip vergessen: Du hast Slip aus einem früheren Trick noch an und wunderst dich, warum dein Edit nicht „hält“. Achte auf die Slip-Anzeige am Gerät.
  • Zu lange halten: Je länger der Eingriff, desto größer der Sprung beim Loslassen. Nach acht Takten Scratch springt der Track um acht Takte – in den Drop oder Breakdown, den du vielleicht noch nicht hören wolltest.
  • Kein sauberes Grid: Slip selbst braucht kein Grid, aber Slip-Loops und quantisierte Hot Cues schon. Ein schiefes Beatgrid macht die Rückkehr unsauber.

Was du brauchst

Slip bieten die meisten aktuellen Club-Player, viele DJ-Controller und alle verbreiteten DJ-Programme. Meist gibt es eine eigene Slip-Taste pro Deck; bei Controllern liegt die Funktion manchmal auf Shift plus einer anderen Taste.

Häufige Fragen zu Slip-Modus

Was ist der Slip-Modus?

Der Slip-Modus lässt einen Track im Hintergrund weiterlaufen, während du scratchst, loopst, rückwärts spielst oder Hot Cues hältst. Beim Loslassen springt die Wiedergabe an die Stelle, an der der Track ohne Eingriff gerade wäre. So bleiben Takt und Phrase erhalten.

Wann sollte ich Slip einschalten?

Immer dann, wenn du kurze kreative Eingriffe machst, nach denen der Track normal weiterlaufen soll, etwa Scratches über den Beat, Loop Rolls, angetippte Hot Cues oder Censor. Für bewusste Live-Edits, bei denen du Teile überspringen oder verlängern willst, schaltest du Slip aus.

Was ist der Unterschied zwischen Slip und Loop Roll?

Slip ist ein Modus, der auf viele Funktionen wirkt: Scratchen, Loops, Hot Cues und Reverse. Ein Loop Roll ist eine bestimmte Funktion, nämlich ein Loop, der nur beim Halten läuft und danach taktgenau zurückkehrt. Technisch ist ein Loop Roll ein Loop mit eingeschaltetem Slip.

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