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DJ-Glossar · Mixing & Übergänge

Brake (Vinyl Brake)

Auch: Vinyl Brake, Vinyl-Brake, Brake-Effekt, Vinyl-Stop, Power-Down, Turntable-Stop

Ein Brake lässt den Track abbremsen wie einen Plattenspieler, dem der Motor ausgeht: Tempo und Tonhöhe sinken bis zum Stillstand, dann startet der neue Track.

von · 3 Min. Lesezeit

Schlag 1Schlag 2Schlag 3Schlag 4Schlag 5Schlag 6Schlag 7Schlag 8100 %Stillstandkurze Bremse (1 Schlag)lange Bremse (4 Schläge)Tempo und Tonhöhe sinkengemeinsam bis zum Stillstand
Ein Brake senkt Tempo und Tonhöhe bis zum Stillstand, die Bremszeit bestimmt den Charakter. (eigene Illustration)

Ein Brake, auch Vinyl Brake oder Power-Down, ist ein Übergang, bei dem der laufende Track abbremst wie ein Plattenspieler, dessen Motor gestoppt wird. Tempo und Tonhöhe sinken gemeinsam, bis der Track steht. Auf der nächsten Eins startet der neue Track. Der Brake markiert einen deutlichen Bruch und eignet sich deshalb für Genre- und Tempowechsel.

So entsteht der Brake

  • Am Plattenspieler: Ein Druck auf die Start/Stop-Taste stoppt den Motor. Der Teller läuft durch seine Masse noch kurz weiter und wird langsamer. Bei vielen DJ-Plattenspielern lässt sich die Bremszeit einstellen. Du kannst auch mit der Hand nachhelfen.
  • An Club-Playern und Controllern: Viele Geräte simulieren das Verhalten eines Plattenspielers beim Stoppen. Wie schnell der Track abbremst, ist oft einstellbar.
  • Als Effekt: DJ-Software und viele Effektsektionen bieten einen Brake- oder Vinyl-Stop-Effekt, der auf Tastendruck auslöst und dessen Dauer in Beats wählbar ist.

Die Grafik oben zeigt den Unterschied: Eine kurze Bremse fällt innerhalb eines Schlags auf null, eine lange zieht sich über einen ganzen Takt. Weil die Tonhöhe mitsinkt, klingt der Brake wie ein „Ausleiern“ – das ist gewollt. Mit eingeschaltetem Key Lock verhalten sich manche Geräte anders, prüf das vorher.

Takt 1 von 8 · Schlag 1 · 124.0 BPM

Deck A · House

Hauptteil Kick · Drums · Bass · Melodie

Deck B · Hip-Hop

Hauptteil Kick · Drums · Bass · Melodie

Brake

Lautstärke (Kanalfader)

Tempo92–124 BPM

Deck A Deck B EffekteWellenform: Original-Wellenform des Tracks, unabhängig von Fader, EQ und Effekten, kräftige Farbe = Bass · Gestrichelte Blöcke: Teil des Tracks ohne alle Spuren · Klick in die Zeitleiste springt dorthin

Mixer bei Takt 1

Deck A

House

124.0 BPM · Hauptteil

High
Mid
Low
Filter
Fader
EchoHall

Deck B

Hip-Hop

92.0 BPM · bereit (Cue)

High
Mid
Low
Filter
Fader
EchoHall

Schritt für Schritt

Klangbeispiele aus selbst synthetisierten Loops, ohne Samples. Echte Tracks haben mehr Details. Den Bass-Tausch hörst du am besten mit Kopfhörern oder Boxen mit Tiefgang.

Brake: Der alte Track bremst im letzten Takt aus, auf der Eins startet der neue.

Die Schritt-für-Schritt-Anleitung findest du beim Übergang Brake.

Der richtige Moment

Wie jeder Übergang mit Bruch braucht der Brake eine passende Stelle. Bewährt hat sich der letzte Takt einer Phrase: Die Bremse beginnt auf der Eins oder Drei des letzten Takts und endet genau dort, wo die neue Phrase beginnt. Auf dieser Eins startet der neue Track. Eine lange Bremse über vier Beats wirkt dramatischer, eine kurze über einen Beat knackiger.

Wann der Brake passt

  • Genre- oder Tempowechsel: Von House zu Hip-Hop, von 140 auf 100 BPM – die Bremse erklärt den Bruch.
  • Ende eines Sets oder Abschnitts: Ein Brake auf den letzten Track setzt einen klaren Schlusspunkt.
  • Vor einer Ansage oder einem besonderen Moment: Etwa wenn bei einer Hochzeit der Eröffnungstanz beginnt.

Brake oder Spinback?

Beide Übergänge setzen einen bewussten Bruch. Beim Brake wird der Track vorwärts langsamer, bis er steht – das klingt wie ein Ausschalten. Beim Spinback wird er rückwärts gedreht und rauscht zurück – das klingt aktiver und wilder. Der Brake wirkt deshalb oft ruhiger und eignet sich auch für Situationen, in denen ein Spinback zu aggressiv wäre.

Typische Fehler

  • Bremse zu lang: Zieht sich der Brake über mehrere Takte, entsteht ein Loch, in dem die Tanzfläche den Faden verliert.
  • Neuer Track zu spät: Nach dem Stillstand sollte der neue Track sofort auf der Eins kommen.
  • Zu oft: Wie alle Bruch-Übergänge wirkt der Brake am stärksten, wenn er selten vorkommt.

Häufige Fragen zu Brake (Vinyl Brake)

Was ist ein Vinyl Brake?

Ein Vinyl Brake ist ein Effekt oder Übergang, bei dem der Track abbremst wie ein Plattenspieler, dessen Motor gestoppt wird. Tempo und Tonhöhe sinken gemeinsam bis zum Stillstand. Auf Plattenspielern entsteht er durch die Stopp-Taste, auf Playern, Controllern und in DJ-Software gibt es ihn als Funktion oder Effekt mit einstellbarer Dauer.

Wofür nutzt man einen Brake beim Auflegen?

Vor allem für Übergänge, bei denen die Tracks nicht zusammenpassen, etwa bei einem Genre- oder Tempowechsel. Der Brake markiert einen klaren Bruch, danach startet der neue Track auf der Eins. Auch am Ende eines Sets oder vor einem besonderen Moment, etwa einer Ansage, setzt er einen deutlichen Schlusspunkt.

Wie stelle ich die Bremszeit ein?

Das hängt vom Gerät ab. Viele DJ-Plattenspieler und Club-Player haben einen Regler, mit dem du festlegst, wie schnell der Track beim Stoppen abbremst. In DJ-Software stellst du die Dauer des Brake-Effekts meist in Beats ein. Eine kurze Bremse von einem Beat klingt knackig, eine von vier Beats dramatischer.

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