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DJ-Glossar · Business & Recht

Rider (Technical & Hospitality)

Auch: Rider, Tech-Rider, Technical Rider, Technik-Rider, Hospitality Rider, Hospitality-Rider, DJ-Rider

Ein Rider ist die Anforderungsliste eines DJs an den Veranstalter: Tech-Rider fürs Setup am Pult, Hospitality-Rider für Anreise, Essen und Gästeliste.

von · 8 Min. Lesezeit

2–4 PlayerModell, Firmware, LinkMixerKanäle, Booth-Out, MicBooth-Monitoreeigener Regler, OhrhöheStabiler Tisch, Platz für LaptopStrom am Pult, Licht, KopfhörerplatzTech-Rider• Player und Mixer• Booth-Monitoring• Anschlüsse, Strom• Aufbau, SoundcheckHospitality• Getränke, Essen• Gästeliste• Anreise, Hotel• Ruhiger Raum, ParkplatzTeil des Vertrags, wenner dort einbezogen ist
Der Tech-Rider beschreibt das Setup am Pult, der Hospitality-Rider alles rund um Anreise und Versorgung. (eigene Illustration)

Ein Rider ist die schriftliche Liste dessen, was ein DJ für seinen Auftritt vom Veranstalter braucht. Der Technical Rider (Tech-Rider) beschreibt das Setup: Player, Mixer, Monitoring, Anschlüsse, Aufbauzeit. Der Hospitality Rider regelt alles rund um die Person: Anreise, Hotel, Getränke, Essen, Gästeliste. Wird der Rider in den Vertrag einbezogen, ist er verbindlich.

Warum ein Rider wichtig ist

Jeder Club hat ein anderes Setup, jede Hochzeitslocation andere Bedingungen. Ohne Rider stehst du im schlimmsten Fall vor einem Mixer ohne Booth-Ausgang, Playern ohne passende Firmware oder einem wackligen Biertisch. Ein klarer Rider:

  • verhindert Überraschungen, weil der Veranstalter vorher weiß, was du brauchst,
  • spart Zeit am Abend, weil Aufbau und Soundcheck geplant sind,
  • wirkt professionell – Booker schätzen DJs, die ihre Anforderungen kennen,
  • schützt dich, wenn etwas fehlt: Was im Vertrag steht, kannst du einfordern.

Der Technical Rider

Was hineingehört

  • Player: Anzahl, gewünschte Geräteklasse, Firmware-Stand, ob sie per DJ-Link verbunden sein sollen. Club-Standard sind aktuelle DJ-Player – nenn Modelle generisch und ergänze „oder vergleichbar“.
  • Mixer: Kanalzahl, Effekte, Booth-Ausgang, Mikrofoneingang. Mehr dazu unter DJ-Mixer.
  • Vinyl: Wenn du Platten spielst, Plattenspieler mit Systemen und Ersatznadeln, auf einer schwingungsarmen Unterlage.
  • Eigenes Equipment: Was du mitbringst (Controller, Laptop, DVS-Interface) und welche Eingänge und Kabel du dafür brauchst.
  • Monitoring: zwei Booth-Monitore auf Ohrhöhe, mit eigenem Lautstärkeregler am Pult.
  • Pult: stabiler Tisch in passender Höhe, genug Platz für Laptop und Kopfhörer, Stromanschluss direkt am Pult, Licht zum Ablesen.
  • Zeiten: wann du aufbauen kannst, wie lange der Soundcheck dauert, wie der Changeover mit dem DJ vor dir läuft.
  • Kontakt: wer am Abend für die Technik zuständig ist.

Pflicht und Wunsch trennen

KategorieBeispiel
Musszwei Club-Player mit USB-Anschluss, Mixer mit Booth-Out, zwei Booth-Monitore
Wunschvier Player statt zwei, bestimmte Effekte am Mixer
Bringe ich mitKopfhörer, USB-Sticks, Controller, Adapter
AlternativeWenn keine Player vorhanden: Anschluss für Controller über zwei freie Line-Kanäle

Diese Aufteilung macht deinen Rider verhandelbar statt kompromisslos.

Der Hospitality Rider

Hier geht es um dich und dein Team:

  • Getränke und Essen, vor allem bei langen Sets.
  • Gästeliste: wie viele Plätze, bis wann die Namen kommen.
  • Anreise und Unterkunft bei Gigs außerhalb: Fahrt, Flug, Hotel, Transfer zum Club.
  • Ruhiger Raum für Gepäck und Pausen, bei großen Events ein Backstage-Bereich.
  • Parkplatz und Ladezone, wenn du Equipment mitbringst.

Halte diesen Teil kurz und als Wunsch formuliert. Lange Listen mit Sonderwünschen schrecken kleine Veranstalter ab – und wirken bei einem Newcomer eher unfreiwillig komisch.

Hospitality realistisch formulieren

Statt „Champagner und Sushi für fünf Personen“ wirkt eine kurze, freundliche Liste: „Wasser und Softdrinks am Pult, eine warme Mahlzeit bei Sets über vier Stunden, zwei Plätze auf der Gästeliste, bei Anreise über 150 Kilometer eine Übernachtung.“ So weiß der Veranstalter, woran er ist, und du bekommst, was du wirklich brauchst. Mit wachsender Nachfrage kannst du die Liste erweitern.

Rider für mobile DJs

Bei Hochzeiten und Firmenfeiern dreht sich das Verhältnis oft um: Der mobile DJ bringt Anlage und Licht mit, der Rider beschreibt, was die Location bieten muss. Typische Punkte: Stromkreise und Absicherung in der Nähe der Fläche, Stellfläche, Zufahrt und Ladeweg, Aufbauzeit vor dem Empfang, Zuständige vor Ort, Verpflegung bei langen Einsätzen, Ablauf bei Reden und Spielen. Welche Anlagen sich für mobile Einsätze eignen, zeigt der Vergleich mobile PA-Anlagen.

So schreibst du einen guten Rider

  1. Eine Seite, klar gegliedert: Tech oben, Hospitality darunter, Kontakt am Ende.
  2. Realistisch bleiben: Verlang nur, was du wirklich brauchst und was zu deinem Status passt.
  3. Alternativen nennen: „oder vergleichbar“ und eine Notlösung, falls etwas fehlt.
  4. Aktuell halten: Datum und Version in die Fußzeile, alte Fassungen aus dem Umlauf nehmen.
  5. Früh schicken: mit der Bestätigung des Bookings, nicht am Vortag.
  6. In den Vertrag einbeziehen: Im DJ-Vertrag steht, dass der Rider Bestandteil ist.
  7. Vor dem Gig bestätigen lassen: Ein kurzer Check ein paar Tage vorher klärt Lücken.

Der Tech-Rider gehört außerdem in dein Pressekit – wie das aussieht, zeigt DJ-Presskit erstellen. Was dich am ersten Abend im Club erwartet, beschreibt Der erste Club-Gig.

Für Einsteiger und Fortgeschrittene

Für Einsteiger: Eine halbe Seite reicht: welches Setup du brauchst, was du mitbringst, wann du da bist, wie man dich erreicht. Wichtiger als Vollständigkeit ist, dass du ihn überhaupt verschickst.

Für Fortgeschrittene: Pflege verschiedene Versionen – Club, Festival, Livestream, mobiles Event – und eine Stage-Plot-Skizze, wenn du mit Mikrofon, MC oder zusätzlichen Geräten spielst. Für Auslandsgigs gehören Hinweise zu Strom, Steckern und Reisezeiten hinein.

Beispiel: ein Tech-Rider auf einer Seite

AbschnittInhalt (Beispiel)
KopfDJ-Name, Stand des Riders, Booking-Kontakt
Setup2 aktuelle Club-Player mit USB, verlinkt, oder vergleichbar; 4-Kanal-Mixer mit Booth-Out
Monitoring2 Booth-Monitore links und rechts auf Ohrhöhe, Regler am Mixer
Pultstabil, ca. Hüfthöhe, frei von Vibrationen, Platz für Laptop und Kopfhörer, Steckdose
Ich bringe mitKopfhörer, 2 USB-Sticks, Ersatzkabel
ZeitenAnkunft 30 Minuten vor Set-Beginn, Changeover über Kanal 4
NotlösungController über zwei freie Line-Eingänge, falls Player fehlen

Rider für Livestreams und hybride Gigs

Wird dein Set gestreamt oder gefilmt, braucht der Rider zusätzliche Punkte: eine stabile, möglichst kabelgebundene Internetverbindung, einen sauberen Audio-Abgriff vom Mixer statt Mikrofon-Ton aus dem Raum, Licht für die Kamera, einen ruhigen Platz für Streaming-Rechner und Technik sowie eine Person, die den Stream während des Sets überwacht. Kläre außerdem vorab, auf welcher Plattform gestreamt wird und wer sich um die Rechte für die gespielte Musik kümmert – mehr dazu unter DJ-Streaming.

Rider für Festivals und große Bühnen

Auf Festivals teilst du dir die Bühne mit vielen Acts. Dort gibt es meist ein festes Standard-Setup („Backline“), das der Veranstalter vorab verschickt. Dein Rider sagt dann vor allem, ob dir dieses Setup reicht und was du zusätzlich brauchst. Kläre früh, wie der Wechsel zwischen den Acts abläuft, ob du vorher an die Geräte kommst und wer für Monitoring und Ton zuständig ist. Zusätzliches Equipment ist auf großen Bühnen schwerer unterzubringen als im Club – je schlanker dein Setup, desto reibungsloser der Wechsel.

Wenn vor Ort etwas fehlt

Trotz Rider stehst du manchmal vor einem anderen Setup als vereinbart. Dann gilt:

  1. Ruhe bewahren und mit dem Ansprechpartner sprechen, nicht mit dem Publikum.
  2. Notlösung umsetzen, die du im Rider schon vorgesehen hast.
  3. Dokumentieren, was fehlte – mit Foto und kurzer Nachricht.
  4. Nachher klären, statt mitten im Abend zu streiten. Ob und wie sich das auf die Gage auswirkt, regelt dein Vertrag.

Ein Backup gehört deshalb in jede Tasche: ein zweiter USB-Stick, die wichtigsten Adapter, ein Ersatzkabel.

Typische Fehler

  • Abgeschriebene Rider großer Acts: Wer als Newcomer zehn Seiten fordert, wird seltener gebucht.
  • Keine Alternativen: Ein Rider, der nur ein bestimmtes Modell akzeptiert, scheitert an jeder zweiten Location.
  • Monitoring vergessen: Ohne gute Booth-Monitore leidet das Beatmatching und dein Gehör.
  • Zeiten fehlen: Ohne Ankunfts- und Aufbauzeit weiß niemand, wann du Zugang zur Booth brauchst.
  • Kein Kontakt für Rückfragen: Wenn der Techniker etwas nicht versteht, muss er dich oder dein Booking erreichen können.
  • Nie verschickt: Der beste Rider nützt nichts, wenn er nur im Pressekit liegt und niemand ihn liest.

Häufige Fragen zu Rider (Technical & Hospitality)

Was ist ein Rider bei DJs?

Ein Rider ist die Liste der Anforderungen eines DJs an den Veranstalter. Der Technical Rider beschreibt das Setup wie Player, Mixer, Monitoring und Aufbauzeit. Der Hospitality Rider regelt Anreise, Unterkunft, Verpflegung und Gästeliste. Wird er in den Vertrag einbezogen, ist er verbindlich.

Was gehört in einen DJ-Tech-Rider?

Anzahl und Art der Player, der gewünschte Mixer mit Booth-Ausgang, Booth-Monitore mit eigenem Regler, ein stabiler Tisch mit Strom am Pult, die Zeiten für Aufbau und Soundcheck, was du selbst mitbringst und ein Ansprechpartner für die Technik. Ergänze jeweils eine Alternative.

Was ist ein Hospitality Rider?

Der Hospitality Rider beschreibt, was ein DJ rund um den Auftritt braucht: Getränke und Essen, Gästelistenplätze, Anreise, Hotel, Transfer und einen ruhigen Raum für Pausen und Gepäck. Bei Newcomern ist er kurz und als Wunsch formuliert, bei gefragten Acts Teil der Gage-Verhandlung.

Brauche ich als Anfänger einen Rider?

Ein kurzer Tech-Rider lohnt sich ab dem ersten Gig, weil er Missverständnisse über das Setup verhindert. Halte ihn auf einer Seite, trenn Pflicht und Wunsch und verzichte auf lange Hospitality-Listen. Wichtig ist vor allem, dass Technik und Zeiten vorher geklärt sind.

Wie lang sollte ein DJ-Rider sein?

Für die meisten DJs reicht eine Seite, auf der Tech-Rider, Hospitality und Kontakt klar getrennt sind. Längere Rider brauchen nur Acts mit aufwendigem Setup, Bühnenshow oder Team. Je kürzer und klarer der Rider, desto eher wird er vom Veranstalter gelesen und erfüllt.

Ist ein Rider rechtlich bindend?

Verbindlich wird ein Rider, wenn er Bestandteil des Vertrags ist, etwa als Anlage, auf die der Vertrag verweist. Ein Rider, der nur im Pressekit steht, ist eine Bitte. Schreib deshalb in den DJ-Vertrag, dass der Rider in der aktuellen Fassung gilt.

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