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DJ-Glossar · Business & Recht

Gage

Auch: DJ-Gage, DJ Gage, DJ-Honorar, Honorar, Fee, DJ-Preis

Die Gage ist das Honorar eines DJs für einen Auftritt. Sie bezahlt nicht nur das Set, sondern Vorbereitung, Anfahrt, Aufbau, Equipment und Steuern mit.

von · 4 Min. Lesezeit

Was eine Gage abdeckt: der ganze Tag, nicht nur das SetVorbereitungMusik, Set, AbsprachenAnfahrtAufbauSoundcheckSetsichtbarAbbauRückfahrtDazu laufende Kosten, anteilig pro GigEquipmentMusik & SoftwareFahrzeugVersicherungSteuern & AbgabenKalkulier pro Stunde Gesamtaufwand – und kläre immer, ob netto oder brutto gemeint ist
Die Gage bezahlt den ganzen Arbeitstag und anteilig die laufenden Kosten, nicht nur die Stunden am Pult. (eigene Illustration)

Die Gage ist das vereinbarte Honorar eines DJs für einen Auftritt. Sie deckt weit mehr als die Stunden am Pult: Vorbereitung, Anfahrt, Aufbau und Soundcheck, Abbau, Equipment, Musik und Software sowie Steuern und Abgaben. Eine verlässliche offizielle Durchschnittsgage für DJs gibt es in Deutschland nicht – die Spanne hängt stark von Anlass, Erfahrung und Region ab.

Was den Preis bestimmt

  • Anlass: Bar, Club, Festival, Hochzeit, Firmenfeier oder Geburtstag haben eigene Preisgefüge.
  • Dauer: Set-Länge plus Aufbau, Wartezeiten und Abbau.
  • Equipment: Spielst du auf vorhandener Club-Technik oder bringst du als mobiler DJ Anlage und Licht mit?
  • Anreise: Entfernung, Fahrtkosten, eventuell Übernachtung.
  • Zugkraft und Erfahrung: Bringst du Publikum mit? Hast du Referenzen?
  • Termin: Samstage in der Hochzeitssaison und Silvester sind gefragter als ein Dienstag im Februar.
  • Leistungsumfang: Moderation, Musikwünsche vorab, Ablaufplanung, Lichtshow.

So kalkulierst du deine Gage

Rechne vom Gesamtaufwand aus, nicht von der Set-Länge:

  1. Stunden zählen: Vorbereitung (Musik, Absprachen, Playlist), Anfahrt, Aufbau, Set, Abbau, Rückfahrt.
  2. Laufende Kosten anteilig umlegen: Equipment und dessen Verschleiß, Musikkäufe und DJ-Pools, Software-Abos, Versicherungen, Fahrzeug, GEMA-Lizenz für Kopien.
  3. Steuern einplanen: Auf den Gewinn zahlst du Einkommensteuer. Leg von jeder Gage einen Teil zurück.
  4. Stundensatz festlegen, der zu deinem Markt passt, und mit dem Gesamtaufwand multiplizieren.
  5. Mit dem Markt abgleichen: Was verlangen DJs in deiner Region für vergleichbare Leistungen?

Netto oder brutto?

Kläre bei jeder Absprache, ob ein Betrag netto oder brutto gemeint ist:

  • Als Kleinunternehmer berechnest du keine Umsatzsteuer – die vereinbarte Gage ist dein Endbetrag. Details unter Kleinunternehmerregelung.
  • Als regelbesteuerter DJ kommen 19 % Umsatzsteuer auf die Netto-Gage. Gegenüber Privatkunden nennst du Endpreise inklusive Umsatzsteuer.

Zahlung und Absicherung

  • Anzahlung: Bei privaten Feiern und Gigs mit langer Vorlaufzeit ist eine Anzahlung bei Vertragsschluss üblich. Sie sichert dir den Termin.
  • Fälligkeit: Vereinbare, wann der Rest fällig ist – vor Ort, nach Rechnung innerhalb einer Frist oder vorab.
  • Verlängerung: Leg vorher fest, was jede zusätzliche Stunde kostet. Um zwei Uhr nachts verhandelt es sich schlecht.
  • Spesen: Fahrtkosten, Hotel und Verpflegung gehören in die Vereinbarung, nicht in die Hoffnung.
  • Rechnung: Auch Barzahlungen dokumentierst du mit Rechnung oder Quittung.

All das gehört in den DJ-Vertrag – mündliche Absprachen sind im Streitfall schwer zu belegen.

Was Auftraggeber zusätzlich zahlen

Wirst du als künstlerischer DJ gebucht, kann für den Veranstalter auf deine Gage die Künstlersozialabgabe anfallen – 2026 sind das 4,9 %. Das zahlt der Auftraggeber, nicht du. Mehr unter Künstlersozialkasse.

Bucht ein Veranstalter in Deutschland einen DJ, der im Ausland ansässig ist, muss er nach § 50a EStG in der Regel 15 % der Einnahmen als Steuer einbehalten und abführen, sofern die Einnahmen je Darbietung 250 Euro übersteigen. Spielst du selbst im Ausland, können dort ähnliche Regeln gelten – kläre das vorab mit dem Veranstalter.

Gage verhandeln

  • Erst zuhören, dann Preis nennen: Was genau ist geplant, wie lang, mit welcher Technik?
  • Paket statt Stundenpreis kommunizieren: Privatkunden verstehen „Abend inklusive Anlage und Licht“ besser als Stundensätze.
  • Leistung statt Rabatt: Statt den Preis zu senken, lieber den Umfang anpassen, etwa ohne Lichtshow.
  • Schriftlich bestätigen, sobald ihr euch einig seid.

Gigs ohne Gage

„Spiel doch erst mal umsonst, für die Reichweite“ – das hört jeder DJ. Unbezahlte Auftritte können am Anfang sinnvoll sein, etwa bei Freunden, auf einem Kollektiv-Abend oder wenn du Erfahrung vor echtem Publikum sammeln willst. Bei kommerziellen Veranstaltungen, die Eintritt nehmen oder Getränke verkaufen, solltest du aber zumindest Fahrtkosten und Getränke verhandeln. Wie du den Einstieg schaffst, zeigt der Schritt Netzwerk und erste Gigs.

Den steuerlichen Rahmen – Gewerbe, Einkommensteuer, Rücklagen – erklärt der Ratgeber Gage, Gewerbe und Steuern neben dem DJing.

Häufige Fragen zu Gage

Was verdient ein DJ pro Auftritt?

Eine verlässliche offizielle Durchschnittsgage für DJs gibt es in Deutschland nicht. Die Gage hängt von Anlass, Set-Länge, Equipment, Anreise, Erfahrung, Termin und Region ab. Ein mobiler DJ mit eigener Anlage kalkuliert anders als ein Club-DJ, der auf vorhandener Technik spielt.

Wie berechne ich meine DJ-Gage?

Zähl alle Stunden, die ein Gig kostet, also Vorbereitung, Fahrt, Aufbau, Set und Abbau. Leg Equipment, Musik, Software, Versicherung und Fahrzeug anteilig um und plane Steuern ein. Multipliziere den Aufwand mit einem Stundensatz, der zu deinem Markt passt, und gleich das Ergebnis mit vergleichbaren DJs ab.

Ist die DJ-Gage netto oder brutto?

Das musst du immer ausdrücklich vereinbaren. Als Kleinunternehmer berechnest du keine Umsatzsteuer, die vereinbarte Gage ist der Endbetrag. Als regelbesteuerter DJ kommen 19 Prozent Umsatzsteuer hinzu. Privatkunden gegenüber nennst du Endpreise inklusive Umsatzsteuer.

Ist eine Anzahlung für DJs üblich?

Bei Hochzeiten, privaten Feiern und Buchungen mit langer Vorlaufzeit ist eine Anzahlung bei Vertragsschluss verbreitet. Sie sichert dir den Termin, falls kurzfristig abgesagt wird. Höhe, Fälligkeit des Rests und Regeln für Absagen gehören in den DJ-Vertrag.

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