DJ-Glossar · Business & Recht
Booking
Auch: DJ-Booking, DJ Booking, Booker, Booking-Agentur, Booking Agent, DJ buchen
Booking ist das Buchen eines DJs für einen Auftritt – von der Anfrage über Angebot und Vertrag bis zur Rechnung, oft über Booker und Agenturen.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Booking bezeichnet das Buchen eines DJs für einen Auftritt und den ganzen Ablauf dahinter: Anfrage, Angebot, Vertrag, Absprachen, der Gig selbst und die Rechnung. Wer in Clubs und auf Festivals entscheidet, wer spielt, ist der Booker. Wer DJs vertritt und für sie Auftritte verhandelt, ist ein Booking-Agent oder eine Booking-Agentur.
Wer im Booking welche Rolle hat
| Rolle | Aufgabe |
|---|---|
| Booker | stellt für Club, Festival oder Partyreihe das Line-up zusammen |
| Promoter | veranstaltet eine Party, bewirbt sie und trägt das Risiko |
| Booking-Agent | vertritt DJs, verhandelt Gagen und Termine, betreut die Abwicklung |
| Management | plant die Karriere insgesamt, oft zusätzlich zur Agentur |
| DJ | liefert Musik, Material, Termine – und am Ende das Set |
Bei kleinen Gigs bist du alles selbst: Du bekommst die Anfrage, verhandelst, schreibst Vertrag und Rechnung.
Der Ablauf in sechs Schritten
- Anfrage: Datum, Ort, Anlass, Set-Zeit, Budget, gewünschter Stil. Bei Privatkunden auch Gästezahl und Ablauf.
- Angebot: Gage, Leistungsumfang, Technik, Anreise, Zahlungsbedingungen.
- Vertrag: schriftliche Bestätigung, oft mit Anzahlung. Was hineingehört, steht unter DJ-Vertrag.
- Infos und Rider: Zeiten, Ansprechpartner, Technik – dein Rider geht spätestens jetzt raus.
- Gig: pünktlich, vorbereitet, mit Backup.
- Rechnung: zeitnah, vollständig, mit den vereinbarten Spesen.
Holds und Optionen
Bei gefragten DJs und Festivals ist es üblich, Termine zunächst als Hold oder Option zu reservieren: Der DJ hält sich den Tag frei, bis der Veranstalter fest zusagt. Wer eine erste Option hat, wird gefragt, bevor eine zweite Anfrage zum Zuge kommt. Vereinbare eine Frist, bis wann die Option bestätigt werden muss.
Booking-Agenturen
Eine Agentur lohnt sich, wenn du regelmäßig angefragt wirst und die Verhandlungen Zeit fressen, oder wenn du in neue Städte und Länder willst, in denen die Agentur Kontakte hat. Typisch:
- Provision: Die Agentur erhält einen Prozentsatz der Gage. Die Höhe ist Verhandlungssache.
- Exklusivität: Oft vertritt eine Agentur dich exklusiv für ein Gebiet.
- Gebietsschutz: Viele Verträge enthalten Radius-Klauseln: Nach einem Gig darfst du eine Zeit lang nicht in der Nähe spielen.
- Vertragslaufzeit und Kündigung: Lies genau, wie lange du gebunden bist und was mit vermittelten Folgegigs passiert.
Für Einsteiger gilt meist: Erst wenn du Anfragen hast, interessieren sich Agenturen für dich.
So kommst du an Bookings
- Lokal anfangen: Bars, kleine Clubs, Kollektive, eigene Partys. Die Club-Übersicht für deine Stadt findest du unter Clubs.
- Netzwerk pflegen: Andere DJs, Resident-DJs und Promoter empfehlen dich, wenn sie dich kennen und dein Set gehört haben.
- Material bereithalten: aktueller Mix, kurze Bio, Fotos – zusammengefasst im EPK.
- Gezielt anfragen: Kurze, persönliche Nachricht an den Booker, warum du zu genau dieser Party passt, mit Link zum Mix.
- Wettbewerbe nutzen: DJ-Contests bringen Aufmerksamkeit und manchmal direkt einen Slot.
- Nachfassen, aber nicht drängeln: Eine freundliche Erinnerung nach ein, zwei Wochen ist okay.
Ausführlich beschreibt das der Schritt Netzwerk und erste Gigs, konkrete Strategien sammelt der Ratgeber Den ersten DJ-Gig bekommen.
Absagen richtig handhaben
Musst du einen bestätigten Gig absagen, melde dich so früh wie möglich, nenn den Grund und biete Ersatz an. Was finanziell gilt, regelt der Vertrag. Umgekehrt gilt: Sagt ein Veranstalter ab, bleib sachlich und verweis auf die vereinbarten Regeln – du willst vielleicht wieder für ihn spielen.
Typische Fehler
- Massenmails ohne Bezug: Booker erkennen Serienbriefe sofort.
- Nur mündliche Absprachen: Kommt es zum Streit über Gage oder Absage, steht Aussage gegen Aussage.
- Keine Zeiten geklärt: Wer nicht weiß, wann er spielt und wann aufgebaut wird, steht im falschen Moment vor der Tür.
- Nach dem Gig verschwinden: Ein kurzes Danke an den Booker und eine pünktliche Rechnung bringen Folgebuchungen.
Häufige Fragen zu Booking
Was macht ein Booker?
Ein Booker entscheidet für einen Club, ein Festival oder eine Partyreihe, welche DJs spielen, und stellt das Line-up zusammen. Er verhandelt Gagen, Termine und Set-Zeiten mit DJs oder deren Agenturen. Viele Booker hören sich vor einer Zusage Mixe an und achten auf Empfehlungen.
Wie bekomme ich als DJ Bookings?
Fang lokal an, in Bars, kleinen Clubs und bei Kollektiven, und pflege Kontakte zu DJs und Promotern. Halte einen aktuellen Mix und ein Pressekit bereit und schreib Booker gezielt und persönlich an. Gute Auftritte und Zuverlässigkeit führen am häufigsten zu Folgebuchungen.
Brauche ich als DJ eine Booking-Agentur?
Am Anfang meist nicht. Eine Agentur lohnt sich, wenn du regelmäßig Anfragen bekommst, die Verhandlungen viel Zeit kosten oder du in neue Märkte willst. Agenturen nehmen eine Provision auf die Gage und vertreten oft exklusiv. Prüf Laufzeit, Gebiet und Kündigung genau.
Was ist ein Hold bei DJ-Buchungen?
Ein Hold ist eine vorläufige Reservierung eines Termins. Der DJ hält sich das Datum frei, bis der Veranstalter verbindlich zusagt. Wer die erste Option hat, wird vor anderen Anfragen gefragt. Eine Frist für die Bestätigung verhindert, dass Termine ewig blockiert sind.