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DJ-Presskit erstellen: Inhalte, Formate und Beispielstruktur
Bio, Fotos, Logo, Mixe, Tech Rider und Kontakt: Was in ein gutes DJ-Presskit gehört, ob PDF oder Website besser passt und wie du es so aufbaust, dass Veranstalter schnell finden, was sie brauchen.
von Mario Kernich· KI-unterstützt, redaktionell geprüft
Ein Veranstalter überlegt, dich zu buchen, und fragt nach deinem Presskit. Jetzt hast du etwa eine Minute, um zu zeigen, wer du bist, wie du klingst und was du brauchst. Ein gutes DJ-Presskit – oft auch EPK für Electronic Press Kit genannt – nimmt Veranstaltern Arbeit ab: Sie finden Bio, Fotos und Logo für die Ankündigung, einen Mix zum Reinhören und alle technischen Infos an einem Ort. In diesem Ratgeber erfährst du, was hineingehört, welches Format sinnvoll ist und wie du es aufbaust.
- Zweck
- Booking & Promo
- alles für die Ankündigung an einem Ort
- Bios
- kurz + lang
- 2–3 Sätze und ca. 150–300 Wörter
- Fotos
- 3–5 Motive
- Hoch- und Querformat, mit Credit
- Format
- PDF + Website
- One-Pager zum Anhängen, Downloads online
Wofür du ein Presskit brauchst
Ein Presskit ist keine Bewerbung, sondern ein Werkzeug. Wer dich bucht, braucht für die Ankündigung Text und Bild, für die Planung deine technischen Anforderungen und für Rückfragen einen Kontakt. Fehlt etwas davon, gibt es Nachfragen – oder der Veranstalter nimmt ein unscharfes Instagram-Foto und schreibt die Bio selbst.
Auch am Anfang lohnt sich ein schlankes Presskit. Es zeigt, dass du das Thema ernst nimmst, und spart dir bei jeder Anfrage Zeit. Wie du überhaupt an die ersten Anfragen kommst, steht im Ratgeber Den ersten DJ-Gig bekommen.
Die Inhalte im Überblick
- BioKurz-Bio für Programmhefte, Lang-Bio für Presse und Website – in der dritten Person.
- Fotos & LogoMehrere Motive in hoher Auflösung, Logo als Vektor und in Hell/Dunkel-Varianten.
- MixeZwei bis drei aktuelle Mixe, die deinen Stil und typische Slots zeigen.
- Tech RiderDein bevorzugtes Setup, Alternativen und was du selbst mitbringst.
- HospitalityGetränke, Verpflegung, Gästeliste, ggf. Anreise und Übernachtung – knapp und realistisch.
- Kontakt & SocialsBooking-Kontakt, Website und die Kanäle, auf denen du wirklich aktiv bist.
Bio: kurz und lang
Die Bio ist der Teil, den Veranstalter am häufigsten direkt übernehmen. Schreib sie deshalb in der dritten Person und so, dass sie ohne Änderungen in eine Event-Beschreibung passt.
- Kurz-Bio (2–3 Sätze): Wer du bist, welche Musik du spielst, wo man dich kennt. Für Programmhefte, Line-up-Posts und Flyer.
- Lang-Bio (ca. 150–300 Wörter): Dein musikalischer Hintergrund, was deinen Sound ausmacht, Residencies, eigene Partyreihen, Releases oder Radio-Shows – sofern vorhanden.
Ein Beispiel für eine Kurz-Bio (fiktiv):
Mara Velt verbindet Deep House mit Breakbeats und Spuren von Disco. Als Resident der Leipziger Reihe „Nachtschicht“ ist sie für lange, warme Warm-up-Sets bekannt, die sich langsam zur Peak Time hocharbeiten.
Ehrlichkeit schlägt Superlative. „Hat schon mit den Größten gespielt“ wirkt hohl, wenn keine Namen folgen. Konkrete Orte, Reihen und ein klarer Sound sind überzeugender. Wenn du Inspiration für Aufbau und Tonfall suchst, lies dir ein paar Biografien in unserem Verzeichnis DJs von A bis Z durch – achte darauf, wie wenige Sätze nötig sind, um einen Stil greifbar zu machen. Übernimm aber keine Formulierungen, sondern finde deine eigenen.
Fotos mit Credits
Gute Pressefotos sind oft das Erste, was Menschen von dir sehen. Plane drei bis fünf Motive ein:
- Porträt mit ruhigem Hintergrund, auf dem du gut zu erkennen bist
- Hochformat und Querformat, damit Flyer, Website-Header und Social-Media-Formate funktionieren
- Ein Live-Foto hinter den Decks, gern mit Atmosphäre
- Hohe Auflösung zum Download, dazu eine komprimierte Version für Mails
Wichtig sind die Rechte. Fotografinnen und Fotografen haben nach dem Urheberrechtsgesetz das Recht, als Urheber genannt zu werden, und Fotos sind auch dann geschützt, wenn sie nicht als Kunstwerk gelten. Kläre deshalb vor dem Shooting, wie der Credit lauten soll und ob die Bilder auch von Veranstaltern und Presse für Ankündigungen genutzt werden dürfen.
Logo
Nicht jeder DJ braucht ein Logo, aber wenn du eins hast, gehört es ins Presskit. Liefere es als Vektorgrafik (SVG oder PDF) und als PNG mit transparentem Hintergrund, jeweils in einer hellen und einer dunklen Variante. So kann es auf jedem Flyer-Hintergrund verwendet werden.
Mixe
Zwei bis drei aktuelle Mixe reichen. Idealerweise zeigen sie unterschiedliche Seiten: etwa ein Warm-up-Set und ein energiegeladeneres Set. Verlinke sie über eine Plattform, auf der man sie direkt im Browser abspielen kann, und nenne Länge und Stimmung in einem Satz. Ältere Mixe, hinter denen du nicht mehr stehst, gehören raus.
Tech Rider
Der Tech Rider sagt dem Veranstalter, mit welchem Setup du spielst. Gerade wenn du auf Controller oder eine bestimmte Software setzt, verhindert er böse Überraschungen. Bleib realistisch und biete Alternativen an.
| Punkt | Beispiel |
|---|---|
| Bevorzugtes Setup | 2× Mediaplayer mit USB-Eingang, 1× Clubmixer mit 4 Kanälen |
| Alternative | Eigener Controller, benötigt zwei freie Line-Eingänge am Mixer |
| Monitoring | Booth-Monitor, separat regelbar |
| Ich bringe mit | Kopfhörer, USB-Sticks, ggf. Controller und Laptop |
| Platz & Strom | Tisch ca. 1 m breit, zwei Steckdosen am DJ-Pult |
| Aufbau | 15 Minuten vor Set-Beginn, Soundcheck wenn möglich |
Wenn du dir beim Club-Standard unsicher bist, hilft ein Blick in unsere Übersichten zu DJ-Playern und DJ-Mixern.
Hospitality: die Basics
Für Einsteiger reicht ein kurzer Absatz statt eines mehrseitigen Hospitality Riders. Typische Punkte sind Getränke während des Sets, gegebenenfalls ein Essen bei längeren Abenden, ein oder zwei Plätze auf der Gästeliste und – bei Gigs außerhalb deiner Stadt – Anreise und Übernachtung. Formuliere das als Wunsch, nicht als Forderung. Überzogene Listen schrecken bei kleinen Partys eher ab.
Kontakt und Social Links
Gib einen klaren Booking-Kontakt an: Name, E-Mail und optional Telefonnummer. Verlinke nur die Kanäle, auf denen du wirklich aktiv bist – ein verwaistes Profil wirkt schlechter als gar keins. Achte darauf, dass dein DJ-Name überall gleich geschrieben ist.
Formate: One-Pager-PDF oder Website?
| One-Pager-PDF | Presskit-Website | |
|---|---|---|
| Stärke | Schnell angehängt, auf einen Blick erfassbar | Downloads in voller Auflösung, Mixe direkt abspielbar |
| Schwäche | Fotos nur eingebettet, Links nicht immer klickbar | Muss gepflegt und erreichbar sein |
| Ideal für | Erste Anfragen, Bewerbungen per Mail | Veranstalter, die Material für die Promo brauchen |
| Aktualisieren | Neue Version erzeugen und verschicken | Einmal ändern, Link bleibt gleich |
In der Praxis bewährt sich die Kombination: Das PDF ist die Visitenkarte, die auf die Website verweist. Dort liegt ein Download-Ordner mit allen Fotos, Logos und Bios. Für den Anfang genügt auch eine einfache Landingpage oder ein freigegebener Cloud-Ordner – Hauptsache, der Link funktioniert dauerhaft.
Betreibst du eine eigene Website, um Buchungen zu bekommen, brauchst du in Deutschland in der Regel ein Impressum. Die Informationspflichten für geschäftsmäßige digitale Dienste stehen in § 5 Digitale-Dienste-Gesetz (DDG).
Beispielstruktur für deinen One-Pager
So kann ein kompaktes DJ-Presskit auf einer Seite aufgebaut sein:
- Kopf: DJ-Name, Logo, ein starkes Foto, Genre-Zeile (z. B. „Deep House · Breaks · Disco“)
- Kurz-Bio: zwei bis drei Sätze
- Highlights: drei bis fünf Stichpunkte – Residencies, eigene Reihen, ausgewählte Gigs
- Mixe: zwei bis drei Links mit Titel und Länge
- Tech Rider kompakt: bevorzugtes Setup und Alternative in je einer Zeile
- Downloads: Link zu Fotos, Logos und Lang-Bio
- Kontakt: Booking-Mail, Telefon, Website, Social Links
Auf der Website ergänzt du die Lang-Bio, alle Fotos mit Credits, den vollständigen Tech Rider und die Hospitality-Infos.
Typische Fehler
- Veraltete Infos: Ein Mix von vor drei Jahren und eine Bio, die eine längst beendete Residency nennt.
- Zu viel Text: Niemand liest vier Seiten. Kürze, bis nur noch das Wichtige übrig ist.
- Fehlende Downloads: Fotos nur als eingebettete Bilder im PDF sind für Flyer unbrauchbar.
- Kein Credit: Fotos ohne Fotografen-Nennung können Ärger bedeuten – für dich und den Veranstalter.
- Unklarer Kontakt: Wenn Veranstalter erst suchen müssen, wie sie dich erreichen, buchen sie jemand anderen.
Fazit
Ein DJ-Presskit muss nicht aufwendig sein, aber vollständig und aktuell. Kurz- und Lang-Bio, gute Fotos mit Credits, ein Logo, zwei bis drei Mixe, ein ehrlicher Tech Rider und ein klarer Kontakt decken fast alles ab, was Veranstalter brauchen. Starte mit einem One-Pager und einem Download-Link, und aktualisiere beides nach jedem größeren Schritt. Und sobald die ersten Gagen kommen: Was dann steuerlich wichtig wird, liest du in Gage, Gewerbe und Steuern als Neben-DJ.
Quellen: § 13 UrhG – Anerkennung der Urheberschaft · § 72 UrhG – Lichtbilder · § 5 DDG – Allgemeine Informationspflichten · DJs von A bis Z
Stand: Oktober 2026
Häufige Fragen
Was gehört in ein DJ-Presskit?
Mindestens eine kurze und eine lange Bio, einige hochwertige Pressefotos mit Fotografen-Credit, dein Logo, Links zu aktuellen Mixen, ein Tech Rider mit deinem bevorzugten Setup, Basisangaben zur Hospitality sowie Kontakt- und Social-Media-Links.
Sollte mein Presskit ein PDF oder eine Website sein?
Am besten beides: ein kompakter One-Pager als PDF zum Anhängen und eine Website oder Landingpage, auf der Fotos und Logos in voller Auflösung zum Download liegen und Mixe direkt abspielbar sind. Für den Anfang reicht auch eines davon, solange es aktuell ist.
Wie lang sollte eine DJ-Bio sein?
Bewährt haben sich zwei Versionen: eine Kurz-Bio mit zwei bis drei Sätzen für Programmhefte und Social Media und eine Lang-Bio mit etwa 150 bis 300 Wörtern für Presse und Website. Beide schreibst du am besten in der dritten Person.
Darf ich Fotos ohne Credit im Presskit verwenden?
Fotografen haben nach § 13 Urheberrechtsgesetz das Recht, als Urheber genannt zu werden. Kläre deshalb vorher, wie der Credit lauten soll und ob auch Veranstalter und Presse die Bilder nutzen dürfen, und schreib den Credit direkt in Dateinamen und Presskit.