DJ-Glossar · Musik & Track-Aufbau
Intro
Auch: DJ-Intro, Mix-Intro, Intro eines Tracks, Beat-Intro
Das Intro ist der Anfang eines Tracks. Bei DJ-Versionen besteht es meist aus 16 bis 32 Takten Beat ohne Vocals – genau der Bereich, in dem du einmischst.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Das Intro ist der Anfangsteil eines Tracks, bevor der eigentliche Hauptteil mit Bass, Melodie oder Vocals beginnt. Bei Clubtracks und DJ-Versionen ist das Intro bewusst schlicht gehalten – meist nur Drums über 16 oder 32 Takte –, damit du es über das Ende des laufenden Tracks legen kannst, ohne dass sich zwei volle Arrangements überlagern.
Was ein DJ-freundliches Intro ausmacht
Produzenten von Clubmusik bauen ihre Intros für DJs. Ein gutes Intro hat:
- Einen klaren Beat von Anfang an, damit du sofort beatmatchen kannst. Die Kick setzt idealerweise auf dem ersten Takt ein.
- Wenig Bass und keine Vocals. So kollidiert nichts mit dem Track, der noch läuft.
- Eine Länge in vollen Phrasen, typisch 16 oder 32 Takte. Nach jeder Phrase kommt ein Element dazu, etwa Hi-Hats, Percussion oder die Bassline.
- Einen erkennbaren Wechsel am Ende, oft mit einsetzendem Bass oder Vocal. Das ist der Moment, an dem dein Übergang abgeschlossen sein sollte.
Intro-Typen im Überblick
| Typ | Aufbau | So mischst du es |
|---|---|---|
| Beat-Intro | Drums ab Takt 1, Elemente kommen nach und nach dazu | Klassischer Blend über das Outro des alten Tracks |
| Beatloses Intro | Flächen, Atmo oder Melodie ohne Kick | Über einen Breakdown legen oder nach einem Echo-Out starten |
| Vocal-Intro | Gesang oder Sprachsample von Anfang an | Nur über ein Instrumental-Outro, sonst kollidieren Stimmen |
| Kaltstart | Track beginnt direkt mit dem Refrain oder voller Spur | Per Cut oder nach einem Effekt-Ausstieg starten |
Viele Pop- und Hip-Hop-Songs in ihrer Originalversion haben kaum ein Intro. Für DJs gibt es deshalb Versionen mit verlängertem Beat am Anfang: den Extended Mix bei Clubmusik oder sogenannte Intro-Edits, die viele DJ-Pools anbieten.
Takt 1 von 24 · Schlag 1 · 120.0 BPM
Deck A · Deep House
Hauptteil Kick · Drums · Bass · Melodie
Outro Kick · Drums · Bass
Deck B · House
Intro Kick · Drums
Hauptteil Kick · Drums · Bass · Melodie
Lautstärke (Kanalfader)
Bass (Low-EQ)
Mitten (Mid-EQ)
Höhen (High-EQ)
Deck A Deck B EffekteWellenform: Original-Wellenform des Tracks, unabhängig von Fader, EQ und Effekten, kräftige Farbe = Bass · Gestrichelte Blöcke: Teil des Tracks ohne alle Spuren · Klick in die Zeitleiste springt dorthin
Mixer bei Takt 1
Deck A
Deep House
120.0 BPM · Hauptteil
Deck B
House
120.0 BPM · bereit (Cue)
Schritt für Schritt
Klangbeispiele aus selbst synthetisierten Loops, ohne Samples. Echte Tracks haben mehr Details. Den Bass-Tausch hörst du am besten mit Kopfhörern oder Boxen mit Tiefgang.
Das Intro im Übergang
Beim klassischen Blend startest du das Intro des neuen Tracks auf einer Eins am Anfang einer Phrase des laufenden Tracks. Ziel ist, dass beide Tracks ihre nächsten Abschnitte gleichzeitig erreichen: Wenn das Intro des neuen Tracks endet und sein Bass einsetzt, ist das Outro des alten Tracks vorbei. Wie du das zählst, erklärt der Eintrag Phrasing.
Eine einfache Rechnung hilft: Hat das Intro 32 Takte und das Outro des alten Tracks ebenfalls 32, startest du den neuen Track genau dort, wo das Outro beginnt. Hat das Outro nur 16 Takte, startest du 16 Takte früher – also noch im letzten Hauptteil des alten Tracks, dann aber mit weggedrehtem Bass.
Den Startpunkt markierst du mit einem Cue-Punkt auf dem ersten Downbeat. Ein zweiter Cue am Ende des Intros zeigt dir, wann der Bass kommt.
Wenn das Intro fehlt oder nicht passt
- Ersten Takt loopen: Hat ein Track nur zwei Takte Beat vor dem Gesang, loopst du diese und verlängerst so das Intro künstlich.
- Später einsteigen: Du musst einen Track nicht am Anfang starten. Ein Hot Cue auf dem ersten Drop oder einem Instrumental-Teil ist oft der bessere Einstieg.
- Andere Version suchen: Extended Mix, Club Mix oder ein DJ-Edit mit verlängertem Intro.
- Hart wechseln: Ein sauberer Cut auf einer Eins ist besser als ein gequälter Blend über ein Intro, das nicht dafür gemacht ist.
Typische Fehler
- Zu spät starten: Läuft das Intro noch, während der alte Track schon zu Ende ist, entsteht ein Energieloch.
- Bass im Intro übersehen: Manche Intros haben bereits eine Bassline. Dann musst du den Bass per EQ rausnehmen, sonst dröhnt es.
- Am Intro kleben: Ein Track muss nicht immer mit einem langen Blend beginnen. Gerade im Peak-Bereich wirken kurze Übergänge oft stärker.
Wie Intros, Outros und der Rest eines Tracks zusammenspielen, beschreibt auch der Ratgeber Phrasing erklärt. Das Gegenstück am Trackende ist das Outro.
Häufige Fragen zu Intro
Was ist ein DJ-Intro?
Ein DJ-Intro ist der Anfang eines Tracks, der speziell fürs Mixen gebaut ist: ein klarer Beat ohne Vocals und mit wenig Bass, meist 16 oder 32 Takte lang. Darüber kannst du den neuen Track ins Ende des laufenden Tracks blenden, ohne dass sich zwei volle Arrangements stören. Extended Mixes und Intro-Edits aus DJ-Pools haben solche Intros.
Wie lang ist ein Intro bei Clubtracks?
Bei House und Techno sind 16 oder 32 Takte üblich, bei 128 BPM also eine halbe oder eine ganze Minute. Manche Tracks haben noch längere Intros mit mehreren Stufen, Radio-Versionen von Pop-Songs dagegen oft nur ein bis zwei Takte. Die Länge ist fast immer ein Vielfaches von acht Takten.
Was mache ich, wenn ein Song kein Intro hat?
Du kannst die ersten Takte loopen, um das Intro zu verlängern, den Track an einer späteren Stelle per Hot Cue starten oder mit einem Cut beziehungsweise nach einem Echo-Out hart wechseln. Alternativ suchst du eine DJ-Version mit verlängertem Intro, etwa einen Extended Mix oder einen Intro-Edit aus einem DJ-Pool.