DJ-Glossar · Musik & Track-Aufbau
White Label
Auch: White-Label, Whitelabel, White-Label-Pressung, Weißes Label
Ein White Label ist eine Vinylpressung mit leerem, weißem Etikett ohne Cover – genutzt für Testpressungen, Promos, kleine Underground-Releases und Bootlegs.
von Mario Kernich· 3 Min. Lesezeit
Ein White Label ist eine Schallplatte, deren Etikett leer und weiß ist – ohne Künstler, Titel oder Label-Logo, meist auch ohne bedrucktes Cover. Ursprünglich waren das Testpressungen und Vorab-Exemplare für DJs. Heute steht der Begriff auch für kleine, anonyme Vinyl-Releases und für inoffizielle Bootlegs, die bewusst ohne Absender erscheinen.
Vier Arten von White Labels
Testpressung
Bevor ein Presswerk die Auflage herstellt, schickt es einige Testpressungen ans Label. Die Etiketten sind leer oder nur handschriftlich beschriftet. Damit wird geprüft, ob Schnitt und Pressung sauber klingen.
Promo-White
Labels verschickten früher White Labels an ausgewählte DJs, um einen Track vor dem offiziellen Release zu testen. Das Prinzip lebt heute digital weiter – als Promo per Download-Link.
Kleine Underground-Releases
Gerade in House, Techno und Bassmusik erscheinen Tracks in kleiner Auflage als White Label, oft nur mit Stempel oder Aufkleber. Die Anonymität ist Teil der Ästhetik: Der Track soll für sich sprechen.
Inoffizielle Releases
Weil kein Absender draufsteht, wurden White Labels auch für nicht lizenzierte Remixe und Bootlegs genutzt. Ein leeres Etikett ändert aber nichts an der Rechtslage: Wer fremde Musik ohne Zustimmung presst und verkauft, verletzt Urheber- und Leistungsschutzrechte.
Warum White Labels für DJs interessant sind
- Exklusivität: Wer einen Track auf White Label hat, spielt etwas, das kaum jemand sonst besitzt.
- Früher Zugang: Promo-Whites erreichten DJs Wochen oder Monate vor dem Release.
- Sammlerwert: Kleine Auflagen sind gesucht, das macht sie beim Crate Digging zu Fundstücken.
Der Nachteil: Ohne Etikett weißt du im Set nicht auf einen Blick, was auf der Platte ist. Viele DJs notieren deshalb von Hand Seite, Tempo oder Stichworte auf dem Label – und markieren den Einstieg mit einem kleinen Aufkleber am Rand.
White Label oder Dubplate?
Beide sind exklusiv, aber technisch verschieden: Ein White Label ist eine gepresste Vinylplatte, also beliebig oft abspielbar und meist in mehreren Exemplaren vorhanden. Eine Dubplate ist ein einzeln geschnittenes Lack-Unikat, das sich schnell abnutzt.
Nicht verwechseln: White-Label-Produkte
Außerhalb der Musik bezeichnet „White Label“ Produkte oder Software ohne eigene Marke, die ein anderes Unternehmen unter seinem Namen verkauft. Mit Schallplatten hat das nichts zu tun – im DJ-Kontext ist fast immer die Pressung mit leerem Etikett gemeint.
Wenn du Vinyl auflegen willst, findest du die passenden Geräte unter DJ-Plattenspieler; wo du heute noch Platten und Dateien herbekommst, zeigt der Schritt Musik besorgen.
Häufige Fragen zu White Label
Was ist ein White Label bei Schallplatten?
Ein White Label ist eine Schallplatte mit leerem, weißem Etikett ohne Künstler- und Titelangaben. Typisch sind Testpressungen aus dem Presswerk, Vorab-Exemplare für DJs, kleine anonyme Underground-Releases und inoffizielle Bootlegs.
Sind White Labels legal?
Das hängt vom Inhalt ab, nicht vom Etikett. Testpressungen, Promos und kleine Releases eines Labels mit eigenen oder lizenzierten Tracks sind legal. Wer fremde Musik ohne Zustimmung der Rechteinhaber presst und verkauft, handelt rechtswidrig, auch wenn das Etikett leer ist.
Was ist der Unterschied zwischen White Label und Dubplate?
Ein White Label ist gepresstes Vinyl und hält wie jede normale Platte viele Abspielungen aus. Eine Dubplate ist ein einzeln geschnittenes Lack-Unikat, das sich deutlich schneller abnutzt. Beide stehen für Exklusivität, unterscheiden sich aber in Herstellung und Haltbarkeit.