DJ-Glossar · Musik & Track-Aufbau
Open Key
Auch: Open-Key-Notation, Open Key Notation, OK-Notation
Open Key ist eine frei nutzbare Notation für Tonarten mit Codes von 1d bis 12m. Sie funktioniert wie das Camelot-System, beginnt aber bei C-Dur mit 1d.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Open Key ist eine Schreibweise für Tonarten, die DJs das harmonische Mischen erleichtert. Jede der 24 Tonarten bekommt eine Zahl von 1 bis 12 und einen Buchstaben: d für Dur, m für Moll. C-Dur ist 1d, a-Moll 1m. Das System folgt derselben Logik wie das Camelot Wheel, zählt aber von einer anderen Startposition aus.
So funktioniert die Notation
- Die Zahl steht für die Position im Quintenzirkel. Jeder Schritt nach oben ist eine Quinte höher: 1d ist C-Dur, 2d G-Dur, 3d D-Dur und so weiter bis 12d F-Dur.
- Der Buchstabe gibt das Tongeschlecht an. Die Buchstaben stammen aus dem Deutschen: d für Dur, m für Moll.
- Gleiche Zahl, anderer Buchstabe: Paralleltonarten, also gleiche Töne, etwa 1d (C-Dur) und 1m (a-Moll).
Die Mischregeln sind identisch mit Camelot: Gleicher Code passt, eine Zahl mehr oder weniger passt, und der Wechsel zwischen d und m bei gleicher Zahl passt ebenfalls. Von 1m aus sind das also 1m, 12m, 2m und 1d.
Umrechnung zwischen Camelot und Open Key
Beide Systeme sind um sieben Positionen gegeneinander verschoben. So rechnest du um:
- Camelot zu Open Key: Zahl minus 7; ist das Ergebnis 0 oder kleiner, rechne plus 12. Aus B wird d, aus A wird m. Beispiel: 8A wird 1m, 3B wird 8d.
- Open Key zu Camelot: Zahl plus 7; ist das Ergebnis größer als 12, rechne minus 12. Aus d wird B, aus m wird A. Beispiel: 4m wird 11A.
| Tonart | Camelot | Open Key |
|---|---|---|
| C-Dur | 8B | 1d |
| a-Moll | 8A | 1m |
| G-Dur | 9B | 2d |
| e-Moll | 9A | 2m |
| H-Dur | 1B | 6d |
| gis-Moll | 1A | 6m |
| F-Dur | 7B | 12d |
| d-Moll | 7A | 12m |
Die gefährliche Verwechslung
Beide Systeme nutzen Zahlen von 1 bis 12 – aber dieselbe Zahl meint eine andere Tonart. 1A ist gis-Moll, 1m ist a-Moll. Wer seine Bibliothek in Camelot pflegt und am Gerät plötzlich Open Key sieht, mischt leicht Tracks, die gar nicht zusammenpassen. Achte deshalb darauf, dass alle Programme und Geräte in deinem Setup dieselbe Notation anzeigen, und kennzeichne bei geschriebenen Tags, welches System du nutzt.
Herkunft
Open Key wurde 2011 von den Entwicklern der Musikverwaltungs-Software beaTunes als frei nutzbare Alternative zum Camelot-System vorgestellt, das an eine kommerzielle Software gebunden ist. Ziel war eine Notation, für die niemand Lizenzgebühren zahlen muss. Die Beschreibung findest du auf der Seite des Herausgebers. Bekannt wurde die Notation vor allem, weil Traktor Pro sie als Anzeigeoption für Tonarten übernommen hat.
Welche Notation solltest du nutzen?
Für das Mischen sind beide gleichwertig. Entscheidend ist, was deine Software anzeigt und womit du dich wohlfühlst. Ein paar Hinweise:
- Eine Notation für alles: Wechsle nicht zwischen Systemen. Stell alle Programme auf dieselbe Anzeige um.
- Tags prüfen: Manche Programme schreiben die Tonart in Tags in einer anderen Notation, als sie sie anzeigen. Beim Wechsel der Software oder beim Export auf USB lohnt ein Kontrollblick in die ID3-Tags.
- Musikalisch denken: Wer mit der klassischen Tonart vertraut ist, merkt sich bei Open Key leichter, dass 1d C-Dur ist – der Startpunkt liegt dort, wo auch Musiker anfangen.
Wie du Tonarten im Mix einsetzt, erklärt der Eintrag Harmonic Mixing.
Häufige Fragen zu Open Key
Was ist Open Key?
Open Key ist eine Notation für Tonarten, die DJs beim harmonischen Mischen hilft. Jede Tonart bekommt eine Zahl von 1 bis 12 für ihre Position im Quintenzirkel und den Buchstaben d für Dur oder m für Moll. C-Dur ist 1d, a-Moll 1m. Das System ist frei nutzbar und folgt denselben Regeln wie Camelot.
Wie rechne ich Camelot in Open Key um?
Zieh von der Camelot-Zahl sieben ab und rechne plus zwölf, wenn das Ergebnis null oder kleiner ist. Aus dem Buchstaben B wird d, aus A wird m. So wird 8A zu 1m und 8B zu 1d. In die andere Richtung addierst du sieben und ziehst zwölf ab, wenn das Ergebnis größer als zwölf ist.
Welche DJ-Software zeigt Open Key an?
Open Key ist vor allem durch Traktor bekannt geworden, das Tonarten wahlweise in dieser Notation anzeigt. Auch andere Programme und Analyse-Tools bieten sie als Option an, während viele DJ-Programme eher Camelot oder klassische Tonartnamen nutzen. Schau in den Einstellungen deiner Software nach, welche Anzeigen sie unterstützt, und nutze überall dieselbe.
Ist 1A dasselbe wie 1m?
Nein, und das ist eine häufige Verwechslung. 1A im Camelot-System ist gis-Moll, 1m in Open Key ist a-Moll. Beide Systeme nutzen dieselben Zahlen, beginnen aber an verschiedenen Stellen im Quintenzirkel. Stell deshalb alle Programme deines Setups auf dieselbe Notation, damit du nicht versehentlich unpassende Tracks mischst.