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DJ-Glossar · Anschlüsse & Beschallung

Cinch (RCA)

Auch: Cinch, RCA, Cinch-Kabel, Cinch-Stecker, RCA-Kabel, Chinch

Cinch (RCA) ist der zweipolige, unsymmetrische Steckverbinder aus der HiFi-Welt – ein Stecker pro Kanal, typisch an Plattenspielern und Einsteiger-Controllern.

von · 4 Min. Lesezeit

Stereo-Paar: ein Stecker pro KanalR (rot)L (weiß)Blick von vornMitte: Signal (Innenleiter)Außenring: Masse und AbschirmungCinch ist unsymmetrisch: eine Signalader plus Masse – gut für kurze Wege.
Cinch überträgt pro Stecker einen Kanal, Rot steht für rechts. (eigene Illustration)

Cinch, international RCA genannt, ist ein zweipoliger, unsymmetrischer Steckverbinder für Audiosignale. Jeder Stecker überträgt einen Kanal, ein Stereosignal braucht deshalb ein Paar. Im DJ-Setup findest du Cinch an Plattenspielern, an den Eingängen von Mixern, an Aufnahmeausgängen und als Master-Ausgang an vielen Einsteiger-Controllern.

Aufbau

Ein Cinch-Stecker hat einen Stift in der Mitte, den Innenleiter, der das Signal führt, und einen geschlitzten Außenring, der Masse und Abschirmung verbindet. Beim Einstecken berührt meist zuerst der Innenleiter die Buchse und erst danach die Masse – deshalb knackt und brummt es laut, wenn du bei aufgedrehter Anlage einen Cinch-Stecker ziehst oder steckst.

Die Farbcodes sind fest etabliert:

  • Rot: rechter Kanal
  • Weiß oder Schwarz: linker Kanal
  • Gelb: analoges Video (für DJs ohne Bedeutung)
  • Orange oder Schwarz mit Kennzeichnung: digitales Audio (S/PDIF koaxial) – sieht gleich aus, führt aber ein Digitalsignal

Woher der Name kommt

Die Bauform wurde in den USA von der Radio Corporation of America (RCA) eingeführt, daher der internationale Name. Im deutschsprachigen Raum hat sich „Cinch“ durchgesetzt, nach einem Hersteller solcher Stecker. Gemeint ist dasselbe. Die Schreibweise „Chinch“ ist ein verbreiteter Tippfehler.

Wo Cinch im DJ-Setup vorkommt

  • Plattenspieler: Fast alle DJ-Plattenspieler geben ihr Signal über Cinch aus, oft mit zusätzlichem Massekabel. Mehr dazu unter Erdung.
  • Mixer-Eingänge: Line- und Phono-Eingänge sind fast immer Cinch-Paare. Welcher Eingang wofür ist, erklärt Phono und Line.
  • Master an Einsteiger-Controllern: Der DDJ-FLX4 etwa hat laut Hersteller ausschließlich Cinch-Masterausgänge.
  • Monitore für den Schreibtisch: Kompakte Boxen wie die DM-40D haben passende Cinch-Eingänge.
  • Rec-Ausgang: zum Aufnehmen über ein Interface oder einen Recorder.

Grenzen: unsymmetrisch und auf kurze Wege ausgelegt

Weil Cinch nur eine Signalader plus Masse hat, ist die Verbindung unsymmetrisch. Störungen aus Netzkabeln, Lichttechnik oder Handys wirken auf die Signalader und bleiben im Signal. Auf dem Schreibtisch ist das egal. Bei Kabellängen von vielen Metern, etwa von der Kanzel zur PA, steigt aber die Gefahr von Brummen und Rauschen. Dann ist eine symmetrische Leitung über XLR oder TRS-Klinke die bessere Wahl. Brummt es trotz kurzer Wege, steckt oft eine Brummschleife dahinter.

Ein zweiter Punkt ist der Pegel: Cinch-Geräte aus dem Consumer-Bereich arbeiten mit einem niedrigeren Line-Pegel (−10 dBV) als professionelle Geräte mit XLR (+4 dBu). Verbindest du einen Cinch-Ausgang mit dem XLR-Eingang einer PA, musst du an der Box meist etwas mehr Gain geben.

Cinch an Klinke oder XLR anschließen

Hat deine Box keine Cinch-Eingänge, helfen Adapterkabel:

VonNachKabel
Cinch-MasterAktivbox mit KlinkeCinch auf 6,3-mm-Klinke (TS)
Cinch-MasterPA-Box mit XLRCinch auf XLR (male)
Cinch-Master, lange StreckePA oder MischpultDI-Box, dann XLR

Ein Adapterkabel macht aus einer unsymmetrischen Quelle keine symmetrische – es passt nur die Stecker an. Für kurze Wege genügt das völlig. Die Yamaha HS5 zum Beispiel hat laut Katalog nur XLR- und Klinkeneingänge, an einem reinen Cinch-Controller brauchst du dafür ein Adapterkabel.

Worauf du bei Cinch-Kabeln achten solltest

Teure „HiFi-Kabel“ bringen im DJ-Alltag keinen hörbaren Vorteil. Wichtig sind ein fester Sitz der Stecker, eine ordentliche Abschirmung und eine Länge, die zu deinem Aufbau passt – zu lange Kabel liegen im Weg und fangen eher Störungen ein. Mehr zur Kabeltasche im Ratgeber Kabel und Anschlüsse für DJs.

Häufige Fragen zu Cinch (RCA)

Was ist der Unterschied zwischen Cinch und RCA?

Es gibt keinen. RCA ist die internationale Bezeichnung nach der Radio Corporation of America, die diese Steckerform eingeführt hat. Im deutschsprachigen Raum hat sich der Name Cinch durchgesetzt. Beide meinen denselben zweipoligen Stecker mit Innenleiter und Außenring.

Welche Farbe ist bei Cinch links und rechts?

Rot steht für den rechten Kanal, Weiß oder Schwarz für den linken. Gelbe Stecker sind für analoges Video gedacht. Achte beim Anschließen darauf, dass die Farben auf beiden Seiten zusammenpassen, sonst sind die Kanäle vertauscht, was bei Stereoeffekten auffällt.

Ist Cinch symmetrisch?

Nein. Cinch hat nur eine Signalader und eine Masse und überträgt deshalb unsymmetrisch. Für kurze Wege zu Hause ist das kein Problem. Für lange Kabelwege zur PA solltest du symmetrische Verbindungen über XLR oder TRS-Klinke nutzen oder eine DI-Box dazwischenschalten.

Wie lang darf ein Cinch-Kabel sein?

Eine feste Grenze gibt es nicht, aber je länger das Kabel, desto mehr Störungen fängt es ein und desto stärker leiden die Höhen. Auf dem Schreibtisch sind ein bis drei Meter unkritisch. Für Strecken über mehrere Meter, etwa zur PA, ist eine symmetrische Verbindung die sicherere Wahl.

Kann ich Cinch an XLR anschließen?

Ja, mit einem Adapterkabel von Cinch auf XLR. Die Verbindung bleibt dabei unsymmetrisch, für kurze Wege reicht das aber. Weil Cinch-Geräte meist mit niedrigerem Line-Pegel arbeiten, musst du an der PA-Box eventuell etwas mehr Gain geben. Für lange Wege ist eine DI-Box die bessere Lösung.

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