DJ-Glossar · Anschlüsse & Beschallung
Subwoofer
Auch: Sub, Subs, Bassbox, Basslautsprecher, Bassboxen, Bass-Bin
Ein Subwoofer gibt nur die tiefsten Frequenzen wieder – Kick und Bassline unterhalb von etwa 100 Hertz. In DJ-Anlagen liefert er das spürbare Fundament.
von Mario Kernich· 4 Min. Lesezeit
Ein Subwoofer ist ein Lautsprecher, der nur die tiefsten Frequenzen wiedergibt – Bass und Sub-Bass unterhalb von etwa 100 Hertz. In DJ-Anlagen sorgt er für das Fundament von Kick und Bassline, das du nicht nur hörst, sondern auch körperlich spürst. Alles darüber übernehmen die Tops.
Warum der Bass einen eigenen Lautsprecher bekommt
Tiefe Töne laut wiederzugeben heißt, viel Luft zu bewegen. Dafür braucht es große Membranen mit viel Hub und ein großes Gehäuse. Ein Top mit 10- oder 12-Zoll-Tieftöner kann zwar Bass, kommt bei Clublautstärke unter etwa 60 Hertz aber schnell an seine Grenzen. Ein Subwoofer ist genau für diesen Bereich gebaut, und die Tops werden entlastet: Sie spielen sauberer und lauter, wenn sie den Tiefbass nicht mehr übernehmen müssen.
Frequenzweiche und Trennfrequenz
Damit Sub und Tops sich die Arbeit teilen, braucht es eine Frequenzweiche: Sie schickt alles unterhalb der Trennfrequenz an den Subwoofer und alles darüber an die Tops. Bei DJ-Anlagen liegt diese Frequenz typischerweise um 80 bis 120 Hz. Viele aktive Subwoofer haben die Weiche eingebaut und bieten eigene Ausgänge für die Tops, teils mit zuschaltbarem Hochpassfilter. In größeren Anlagen übernimmt ein Controller diese Aufgabe.
Wichtig ist ein fließender Übergang: Sind Sub und Tops falsch gepolt oder stehen weit auseinander, löschen sie sich im Übergangsbereich teilweise aus. Viele Subwoofer haben dafür einen Phasen- oder Polaritätsschalter. Mehr dazu unter Phasenauslöschung.
Wie tief ist tief? Hör es dir an
Mit dem Sinuston kannst du ausprobieren, ab welcher Frequenz deine Boxen oder Kopfhörer noch etwas wiedergeben. Laptop-Lautsprecher und kleine Monitore verlieren unterhalb von etwa 80 Hz hörbar an Pegel:
Eine Schwingung dauert 3.97 ms. Tipp: Lautstärke am Gerät vorher leise stellen.
Aufstellung
- Auf den Boden: Der Boden verstärkt den Bass, ein Stativ würde Energie verschenken.
- Nah beieinander: Zwei Subs links und rechts weit auseinander erzeugen in der Mitte eine Zone mit überhöhtem Bass und daneben Löcher. Stehen sie zusammen, wird der Bass gleichmäßiger.
- Nicht in die Ecke: Ecken und Wände heben den Bass stark an – erst satt, dann dröhnend.
- Fester Untergrund: Auf weichem Rasen oder wackligen Podesten geht Bass verloren.
Bass unterhalb von etwa 100 Hz lässt sich kaum orten. Deshalb werden Subwoofer häufig mono betrieben, ohne dass das Stereobild leidet. Mehr dazu unter Mono und Stereo.
Studio-Subwoofer und PA-Subwoofer
| Studio-Subwoofer | PA-Subwoofer | |
|---|---|---|
| Zweck | Monitore nach unten erweitern | Tanzfläche mit Bass versorgen |
| Lautstärke | Zimmerlautstärke | Club- und Eventpegel |
| Bauweise | kompakt, oft mit Bassmanagement für Monitore | groß, robust, transportabel |
| Typischer Anschluss | zwischen Interface/Controller und Monitoren | zwischen Mixer und Tops |
Zu Hause ergänzt ein Studio-Subwoofer kleine Monitore, wenn du Bassdetails beurteilen willst – Rücksicht auf Nachbarn vorausgesetzt. Der Subwoofer-Finder hilft beim Eingrenzen. Für Events steckt der Sub meist im Set einer mobilen PA-Anlage.
Typische Fehler
- Sub zu laut: Der Bass überdeckt Stimmen und Mitten, die Tanzfläche klingt matschig.
- Tops ohne Hochpass: Die Tops versuchen weiter, Tiefbass zu spielen, und verzerren früher.
- Bass nur nach Gefühl am Pult eingestellt: In der Kanzel klingt der Bass oft ganz anders als auf der Fläche. Beim Soundcheck durch den Raum gehen.
Wie gleichmäßig ein Lautsprecher die Frequenzen wiedergibt, erklärt Frequenzgang; wie Subs in die Gesamtanlage passen, steht unter PA-Anlage.
Häufige Fragen zu Subwoofer
Braucht man als DJ einen Subwoofer?
Zu Hause nicht unbedingt, gute Monitore reichen zum Üben. Auf Partys und Events mit elektronischer Musik oder Hip-Hop ist ein Subwoofer dagegen fast Pflicht, weil Tops allein den Tiefbass nicht laut genug wiedergeben. Viele mobile PA-Sets bringen den Subwoofer deshalb gleich mit.
Bei welcher Frequenz trennt man Subwoofer und Tops?
Bei DJ-Anlagen typischerweise um 80 bis 120 Hertz, je nach Größe der Tops und Empfehlung des Herstellers. Viele aktive Subwoofer haben eine feste oder umschaltbare Weiche eingebaut. Wichtig ist ein fließender Übergang ohne Loch, was du beim Soundcheck mit Musik und notfalls mit dem Phasenschalter prüfst.
Wo stellt man einen Subwoofer am besten auf?
Auf den Boden und bei mehreren Subwoofern möglichst nah beieinander. Ecken und Wände verstärken den Bass, lassen ihn aber schnell dröhnen. Geh beim Soundcheck durch den Raum und such eine Position, an der der Bass auf der ganzen Tanzfläche gleichmäßig ankommt.
Muss ein Subwoofer in Stereo laufen?
Nein. Tiefe Frequenzen unterhalb von etwa 100 Hertz lassen sich vom Gehör kaum orten. Deshalb laufen Subwoofer häufig mit einem Mono-Signal, ohne dass das Stereobild leidet. Das hat sogar Vorteile, weil der Bass dann auf der ganzen Fläche gleich klingt.
Wie viele Subwoofer braucht man?
Das hängt von Raum, Gästezahl und Musik ab. Für eine Feier in einem kleinen Saal reicht oft ein Subwoofer, bei basslastiger elektronischer Musik und größeren Räumen sind zwei oder mehr üblich. Mehrere Subs liefern nicht nur mehr Pegel, sondern bei guter Aufstellung auch einen gleichmäßigeren Bass auf der Fläche.