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DJ-Glossar · Szene & Gigs

Back to Back (B2B)

Auch: B2B, Back to Back, Back-to-Back, Back2Back, B2B-Set, B3B

Back to Back (B2B) heißt, dass zwei oder mehr DJs gemeinsam ein Set spielen und sich dabei abwechseln – meist Track für Track am selben Setup.

von · 8 Min. Lesezeit

DJ ADJ BDJ CTrack für Trackklassisches B2BABABABABZwei, drei Tracksje DJ im WechselAABBAAABBAAFeste Blöckez. B. halbe Stunde je DJABABB3Bdrei DJs im WechselABCABCABZeit – jedes Kästchen ist ein Track, bei festen Blöcken eine halbe Stunde
Back to Back lässt sich unterschiedlich aufteilen: Track für Track, in kleinen Blöcken, nach Zeit oder mit drei DJs. (eigene Illustration)

Back to Back, kurz B2B, bedeutet, dass zwei oder mehr DJs gemeinsam ein DJ-Set spielen und sich dabei abwechseln – klassisch Track für Track an derselben Anlage. Jeder wählt den nächsten Song als Antwort auf den vorherigen und mixt ihn selbst ein. So entsteht ein Set, das keiner der beiden allein so gespielt hätte.

Auf Flyern und in Timetables steht B2B zwischen den Namen, etwa „DJ A B2B DJ B“. Spielen drei DJs im Wechsel, schreibt man B3B oder „B2B2B“. Abzugrenzen ist das von einem normalen Changeover, bei dem ein DJ sein Set beendet und der nächste übernimmt: Beim B2B teilen sich die DJs denselben Slot und stehen gemeinsam hinter dem Pult.

Schreibweise
A B2B B
bei drei DJs: B3B
Wechsel
1–3 Tracks
oder feste Zeitblöcke
Setup
ein Mixer
meist 3–4 Decks
Kernfähigkeit
Zuhören
auf den Track des anderen reagieren

So läuft ein B2B-Set ab

Im Grundsatz ist ein B2B ein Dialog. DJ A spielt einen Track, DJ B hört zu, sucht in seiner Library etwas, das passt – im Tempo, in der Stimmung, vielleicht in der Tonart – und mixt es ein. Dann ist DJ A wieder dran. Damit das flüssig klappt, bewährt sich ein fester Ablauf:

  1. Vorhören, während der andere mixt: Wer als Nächstes dran ist, hat das ganze aktuelle Stück Zeit, um im Kopfhörer seinen Track zu suchen und zu cuen.
  2. Deck freigeben: Wer gerade einen Übergang beendet hat, räumt das Deck mit dem alten Track, damit der Partner es nutzen kann. Bei vier Decks hat jeder DJ seine eigene Seite.
  3. Übergang machen: Der DJ, der den neuen Track gewählt hat, mixt ihn auch ein. So ist klar, wer gerade an Fadern und EQs arbeitet.
  4. Platz machen: Danach tritt er einen halben Schritt zurück, und der Partner übernimmt die Suche nach dem nächsten Track.

Diese Aufteilung klingt banal, verhindert aber das häufigste Problem im B2B: zwei Hände am selben Mixer, die gleichzeitig am selben Kanal drehen.

Varianten: wie oft gewechselt wird

Track für Track ist die klassische Form, aber nicht die einzige. Welche Aufteilung passt, hängt vom Genre, der Länge des Slots und davon ab, wie gut sich die DJs kennen.

VarianteWie es läuftPasst gut, wenn …
Track für TrackJeder spielt einen Track, dann wechselt esbeide ähnlich spielen und schnell reagieren können
Zwei bis drei TracksJeder spielt eine kleine Strecke am StückTracks kurz sind oder ein DJ eine Idee ausbauen will
Feste Zeitblöckez. B. eine halbe Stunde je DJdie Stile verschieden sind oder Equipment gewechselt werden muss
B3B und mehrDrei oder mehr DJs im Wechselbei Labelnächten, Abschiedspartys oder Crew-Sets

Bei Genres mit kurzen Tracks wie Hip-Hop oder Open Format wechseln viele DJs nach zwei, drei Songs, weil ein einzelner Track nur wenige Minuten trägt. Bei Techno oder House mit langen Tracks und langen Blends reicht oft ein Track pro Runde.

Vorbereitung: was ihr vorher klären solltet

Ein gutes B2B wirkt spontan, ist aber oft gut vorbereitet. Kläre mit deinem Partner vorab:

  • Musikalische Richtung: Welches Genre, welches Tempo, wie hoch soll die Energie sein? Spielt ihr das Warm-up oder die Peak Time? Die Rolle im Line-up bestimmt den Rahmen.
  • Technik und Medien: Spielt ihr beide von USB-Stick, oder einer vom Laptop? Kommen beide mit der Software des anderen klar? Bei CDJs im DJ-Link-Netzwerk kann jeder Player auf jeden Stick zugreifen – praktisch, aber auch eine Fehlerquelle. Wie du Sticks sauber vorbereitest, erklärt der Ratgeber USB-Stick für CDJs vorbereiten.
  • Aufteilung am Mixer: Wer nutzt welche Kanäle? Bei vier Kanälen hat jeder zwei, bei zwei Kanälen wechselt ihr euch ab.
  • Signale: Ein kurzes Nicken für „Ich bin bereit“, ein Handzeichen für „Gib mir noch einen Track“. Im lauten Club ist reden schwierig.

Was ein gutes B2B ausmacht

Ein gelungenes B2B klingt nicht wie zwei Sets, die zerschnitten und abwechselnd zusammengeklebt wurden. Es klingt wie ein Set mit einer gemeinsamen Energiekurve. Dafür braucht es:

  • Zuhören statt Durchziehen: Du reagierst auf den Track deines Partners, statt deine vorbereitete Liste abzuspielen. Wenn er die Energie gerade gesenkt hat, knallst du nicht sofort deinen härtesten Track hinterher.
  • Überraschung mit Rücksicht: Ein B2B lebt davon, dass man sich gegenseitig herausfordert – ein Track, mit dem der andere nicht gerechnet hat. Das funktioniert aber nur, solange die Tanzfläche mitgeht.
  • Saubere Übergänge: Gerade weil sich die Mixstile unterscheiden, sollte jeder seinen Übergang sauber im Phrasing setzen. Ein Wechsel mitten in der Phrase fällt im B2B doppelt auf.
  • Ego an der Garderobe: Wer nur Tracks spielt, um den Partner zu übertrumpfen, macht das Set für alle schlechter.

Unterschiedliche Setups kombinieren

Nicht jedes Duo spielt mit derselben Software oder vom selben Medium. Das ist lösbar, braucht aber eine klare Aufteilung:

SituationLösung
Beide spielen von USB-StickJeder nutzt seine Player, die Sticks bleiben bis zum Ende stecken
Einer USB, einer LaptopDer Laptop-DJ belegt feste Kanäle am Mixer, der andere die Player
Zwei LaptopsBeide am Mixer anschließen, sofern er genug Anschlüsse hat, sonst Kanäle aufteilen
Vinyl und DigitalPlattenspieler und Player auf getrennten Kanälen, Pegel vorher angleichen

Wichtig ist, dass jeder Kanal einem DJ zugeordnet ist und niemand während des Sets umstecken muss. Prüft vor dem ersten Track gemeinsam, ob alle Quellen am Mixer ankommen und ähnlich laut sind.

Typische Fehler

  • Beide am Mixer gleichzeitig: Einer dreht den EQ zu, der andere schiebt den Fader hoch. Lösung: Wer den Übergang macht, hat den Mixer für sich.
  • Zu wenig Vorlauf: Wenn du erst suchst, wenn der Track des Partners schon im Outro ist, wird der Übergang hektisch. Such früh, entscheide früh.
  • Stilbruch ohne Brücke: Unterschiedliche Geschmäcker sind der Reiz, aber ein Sprung von Deep House zu Hardstyle braucht eine Idee, etwa einen Track, der zwischen beiden Welten steht.
  • Doppelte Tracks: Spielt einer einen Track, den der andere für später geplant hatte, ist der weg. Absprache vorher oder schnelle Improvisation hilft.
  • Lautstärke-Wettrüsten: Jeder dreht seinen Kanal etwas lauter als der andere. Nach einer Stunde clippt der Master. Ein gemeinsamer Blick auf das Gain Staging verhindert das.

Warum B2B-Sets so beliebt sind

Für das Publikum ist ein B2B oft ein Highlight im Programm: Zwei bekannte Namen, die zusammen spielen, sind selten zu hören, und das Set ist kaum vorhersehbar. Auf Festivals und bei Clubnächten mit großen Namen stehen deshalb gern angekündigte B2B-Sets im Line-up. Für die DJs selbst ist es eine Gelegenheit, voneinander zu lernen: Du entdeckst Tracks, Übergänge und Ideen, auf die du allein nie gekommen wärst.

Auch für Einsteiger lohnt sich das Format. Ein B2B mit einem befreundeten DJ nimmt den Druck, allein zwei Stunden zu füllen, und du lernst im direkten Vergleich, wie jemand anderes Tracks auswählt und mixt. In vielen lokalen Szenen entstehen erste Gigs genau so – zwei, drei Freunde, die sich einen Abend teilen. Mehr dazu im Schritt Netzwerk und erste Gigs.

Für Einsteiger und für Fortgeschrittene

Für Einsteiger: Starte mit festen Blöcken, etwa 20 bis 30 Minuten pro Person. So musst du nicht unter Druck alle paar Minuten reagieren, lernst aber trotzdem, an einen fremden Track anzuschließen. Achte darauf, dass dein erster Track im Tempo und in der Stimmung zum letzten Track deines Partners passt.

Für Fortgeschrittene: Spielt Track für Track und versucht, euch gegenseitig Vorlagen zu liefern: ein Track mit einem langen Outro, damit der andere einen harmonischen Übergang bauen kann, oder ein Track, der eine neue Richtung andeutet. Ein Mitschnitt mit sauberer Tracklist zeigt euch später, wer welche Wendung ausgelöst hat.

Häufige Fragen zu Back to Back (B2B)

Was bedeutet B2B beim Auflegen?

B2B steht für Back to Back. Zwei DJs spielen gemeinsam ein Set und wechseln sich ab, meist nach jedem Track, manchmal nach zwei bis drei Tracks oder nach festen Zeitblöcken. Jeder mixt den Track ein, den er selbst ausgewählt hat.

Was ist der Unterschied zwischen B2B und B3B?

Bei B2B wechseln sich zwei DJs ab, bei B3B drei. Manchmal liest man auch B2B2B. Das Prinzip bleibt gleich, nur die Absprachen werden aufwendiger, weil drei Personen sich Decks, Kanäle und Platz in der Booth teilen.

Wie oft wechselt man bei einem B2B-Set?

Es gibt keine feste Regel. Klassisch wechselt man nach jedem Track. Bei kurzen Tracks, etwa im Hip-Hop oder Open Format, spielen viele DJs zwei bis drei Songs am Stück. Feste Blöcke von etwa einer halben Stunde eignen sich, wenn die Stile oder das Equipment stark voneinander abweichen.

Braucht man für ein B2B ein besonderes Setup?

Nein, ein normales Setup mit Mixer und zwei Decks reicht. Bequemer sind vier Decks oder vier Kanäle, damit jeder DJ eine eigene Seite hat. Wichtig ist, dass beide mit den Geräten vertraut sind und ihre Musik im passenden Format mitbringen.

Ist ein B2B gut für Einsteiger?

Ja, mit einem vertrauten Partner ist B2B eine gute Übung. Du musst nicht allein ein ganzes Set füllen und lernst, auf die Trackauswahl eines anderen zu reagieren. Starte am besten mit festen Blöcken und wechsle später zu kürzeren Runden.

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