DJ-Glossar · Szene & Gigs
Rave
Auch: Raves, Raver, Rave-Party, Rave-Kultur, Rave-Szene
Ein Rave ist eine große Tanzveranstaltung mit elektronischer Musik. Der Begriff steht auch für die Kultur, die Ende der 1980er in Großbritannien entstand.
von Mario Kernich· 3 Min. Lesezeit
Ein Rave ist eine Tanzveranstaltung mit elektronischer Musik wie Techno, House, Trance oder Drum & Bass, oft mit vielen Menschen, langer Dauer und an ungewöhnlichen Orten – in Lagerhallen, auf Feldern, in Kellern oder Clubs. Der Begriff steht auch für die Rave-Kultur, die Ende der 1980er-Jahre in Großbritannien entstand und sich von dort über Europa ausbreitete.
Herkunft
Das englische „to rave“ bedeutet so viel wie toben oder schwärmen. Als Bezeichnung für Partys mit elektronischer Musik setzte sich „Rave“ Ende der 1980er in Großbritannien durch, als Acid House aus den USA dort eine Welle illegaler und halblegaler Partys auslöste. Die Jahre 1988 und 1989 werden oft als „Second Summer of Love“ bezeichnet.
In Deutschland wuchs die Szene parallel – vor allem in Berlin nach dem Mauerfall, wo leerstehende Gebäude Platz für Clubs und Partys boten, und in Städten wie Frankfurt. Die Loveparade, 1989 in Berlin gestartet, wurde in den 1990ern zum Symbol der Bewegung.
1988–1989
Second Summer of Love
Acid House und erste große Raves in Großbritannien.
1989
Erste Loveparade in Berlin
Start einer Parade, die in den 1990ern zum Massenereignis wurde.
1990er
Techno wird Massenkultur
Clubs, Festivals und Raves prägen Jugendkultur in Deutschland.
1994
Gesetz gegen Raves in Großbritannien
Ein britisches Gesetz erfasst Musik mit einer Folge sich wiederholender Beats bei Versammlungen unter freiem Himmel.
Das britische Gesetz von 1994
Ein Kuriosum der Rave-Geschichte: Der britische Criminal Justice and Public Order Act von 1994 gab der Polizei Befugnisse gegen bestimmte Versammlungen unter freiem Himmel, bei denen laut Musik gespielt wird. Musik ist im Gesetz unter anderem als Klang definiert, der ganz oder überwiegend durch eine Folge sich wiederholender Beats geprägt ist. Der Wortlaut ist in Abschnitt 63 auf legislation.gov.uk nachzulesen.
Rave heute
Heute wird „Rave“ breit benutzt: für große Techno-Events, für Partys in Clubs, für illegale Open-Airs und manchmal schlicht für jede Party mit elektronischer Musik. Typische Merkmale geblieben sind die lange Dauer, die Bedeutung des Sound-Systems, die Gemeinschaft auf der Tanzfläche und die Rolle des DJs als Gestalter der Nacht. Aktuelle Events findest du in unseren Verzeichnissen für Festivals und Clubs.
Was die Rave-Kultur prägt
Neben der Musik haben sich in der Rave-Kultur einige Werte und Begriffe gehalten:
- Gemeinschaft: Auf der Tanzfläche zählt nicht, wer du bist, sondern dass alle zusammen feiern.
- Das Sound-System: Eine laute, kraftvolle Anlage ist Teil des Erlebnisses – oft wichtiger als Licht oder Deko.
- Lange Nächte: Raves dauern oft deutlich länger als normale Partys, mit Afterhours und Sets über viele Stunden.
- Achtsamkeit: Viele Veranstalter setzen heute Awareness-Teams ein, an die sich Gäste wenden können, wenn sie sich unwohl fühlen oder Hilfe brauchen.
Für DJs bedeutet das: Ein Rave-Publikum erwartet einen durchgehenden Fluss und lange Spannungsbögen. Kurze Hits mit harten Brüchen passen hier seltener als auf einer Party im Open-Format-Stil.
Rave, Club und Festival
| Rave | Clubnacht | Festival | |
|---|---|---|---|
| Ort | oft ungewöhnlich, Halle, Freifläche | fester Club | Gelände, mehrere Bühnen |
| Dauer | oft die ganze Nacht oder länger | Nacht, ggf. mit Afterhour | ein bis mehrere Tage |
| Musik | elektronisch, meist ein Spektrum | je nach Club | oft genreübergreifend |
Mehr zur Szene, ihren Orten und Menschen auf unserer Seite Szene.
Häufige Fragen zu Rave
Was ist ein Rave?
Ein Rave ist eine Tanzveranstaltung mit elektronischer Musik wie Techno, House oder Drum and Bass, oft lang und mit vielen Menschen. Der Begriff steht auch für die Rave-Kultur, die Ende der 1980er-Jahre in Großbritannien entstand.
Woher kommt das Wort Rave?
Vom englischen Verb to rave, das so viel wie toben oder schwärmen bedeutet. Als Bezeichnung für Partys mit elektronischer Musik setzte es sich Ende der 1980er-Jahre in Großbritannien durch, als Acid House dort eine Welle großer Partys auslöste.
Was ist der Unterschied zwischen Rave und Clubnacht?
Eine Clubnacht findet in einem festen Club mit festen Öffnungszeiten statt. Ein Rave ist oft größer, länger und an ungewöhnlichen Orten wie Hallen oder Freiflächen. Heute verschwimmen die Begriffe, viele Clubpartys werden ebenfalls Rave genannt.