DJ-Software
rekordbox für Einsteiger: Modi, Library, Cue-Punkte und Preise erklärt
rekordbox ist die Software hinter fast jedem Club-Setup mit CDJs. Wir erklären Export- und Performance-Modus, Library, Analyse, Cue-Punkte, Hardware Unlock, die aktuellen Pläne und die Mobile-App.
von Mario Kernich· KI-unterstützt, redaktionell geprüft
Wenn du irgendwann in einem Club auflegen willst, kommst du an rekordbox kaum vorbei. Die Software von AlphaTheta (dem Unternehmen hinter Pioneer DJ) bereitet die USB-Sticks vor, die in den CDJs und XDJs der meisten DJ-Booths stecken. Gleichzeitig ist rekordbox eine vollwertige DJ-Software für Controller am Laptop. Genau diese Doppelrolle verwirrt viele Einsteiger. In diesem Ratgeber gehen wir Schritt für Schritt durch, was rekordbox kann, was es kostet und womit du anfangen solltest.
- Hersteller
- AlphaTheta
- Pioneer DJ, Yokohama
- Version
- 7.2.19
- Stand Oktober 2026
- Systeme
- Windows · macOS
- plus App für iOS & Android
- Einstieg
- 0 €
- Free-Plan, Export-Modus
- Abo ab
- 10 €/Monat
- Core bei Jahreszahlung
- Streaming
- 5 Dienste
- Beatport, SoundCloud, TIDAL, Apple Music, Spotify
Zwei Programme in einem: Export- und Performance-Modus
rekordbox hat zwei Hauptmodi, zwischen denen du oben links umschaltest. Wer das einmal verstanden hat, versteht auch das Preismodell.
Export-Modus ist die Vorbereitungszentrale. Hier importierst du Musik, lässt sie analysieren, setzt Cue-Punkte, baust Playlists und exportierst alles auf einen USB-Stick oder per LINK Export ins Netzwerk der Player. Laut AlphaTheta brauchst du für den Export-Modus kein Abo. Wer nur an Club-Playern auflegt, kann rekordbox also dauerhaft kostenlos nutzen.
Performance-Modus ist die eigentliche DJ-Software: Decks, Mixer, Effekte, Sampler, Stems. Hier steuerst du rekordbox mit einem Controller wie dem Pioneer DJ DDJ-FLX4 oder mit DVS. Für diesen Modus brauchst du entweder ein Gerät mit Hardware Unlock oder einen bezahlten Plan.
Beide Modi greifen auf dieselbe Library zu. Alles, was du im Performance-Modus zu Hause vorbereitest, landet beim Export auch auf dem Stick.
Die Library: Ordnung ist die halbe Miete
Herzstück von rekordbox ist die Collection, also die Gesamtheit aller importierten Tracks. Darunter organisierst du deine Musik in Playlists und Ordnern. Wichtig zu wissen: rekordbox speichert nur Verweise auf deine Dateien, nicht die Dateien selbst. Verschiebst oder benennst du Dateien im Finder oder Explorer um, findet rekordbox sie nicht mehr. Lege deshalb von Anfang an einen festen Musikordner an und importiere nur von dort.
Für größere Sammlungen bringt rekordbox 7 einige Komfortfunktionen mit:
- Collection Filter filtert nach Datum, Genre, Künstler oder Album.
- Column View zeigt Playlists und Ordner in Spalten wie im Mac-Finder.
- Sub Browser öffnet zwei Collection-Ansichten nebeneinander.
- Intelligent Playlists füllen sich automatisch nach Regeln, etwa „alle Tracks mit 124 bis 128 BPM im Genre House“.
Collection Filter, Column View und die Playlist-Suche sind laut FAQ nach einer Owner Registration mit passender Hardware freigeschaltet. Pflege außerdem die Metadaten: Titel, Mix-Name, Label und Genre sauber zu taggen spart dir später im Club viel Sucherei.
Analyse: BPM, Beatgrid, Tonart und Phrasen
Beim Import analysiert rekordbox jeden Track. Dabei entstehen das Beatgrid (das Raster der Schläge), die BPM, die Tonart und die Wellenform. Zusätzlich erkennt die Phrasenanalyse Abschnitte wie Intro, Strophe, Refrain und Outro. Mit der Cloud Analysis kann rekordbox Analysedaten von einem AlphaTheta-Server beziehen, statt jeden Track lokal zu berechnen. Laut AlphaTheta erkennt rekordbox 7 außerdem per KI, wo im Track Gesang liegt.
Die Analyse ist gut, aber nicht unfehlbar. Bei Tracks mit Live-Drums oder älteren Produktionen lohnt ein Blick aufs Raster: Liegt der erste Schlag falsch, stimmen Sync, Loops und Beat Jump nicht. Korrigieren kannst du das Raster im Grid-Editor, bevor du exportierst. Diese Arbeit machst du einmal zu Hause, nicht im Club.
Cue-Punkte: Memory Cues und Hot Cues
Cue-Punkte sind Markierungen im Track, zu denen du springen kannst. rekordbox kennt zwei Arten:
| Typ | Wofür | Im Club |
|---|---|---|
| Memory Cue | Orientierung: Mix-Einstieg, Breakdown, Drop | erscheint als Markierung auf der Wellenform |
| Hot Cue | direkter Sprung per Pad, auch mitten im Set | liegt auf den Hot-Cue-Tasten des Players |
Beide werden mit dem Track gespeichert und beim USB-Export mitgenommen. Mit der Funktion Intelligent Cue Creation setzt rekordbox 7 Hot Cues und Memory Cues auf Wunsch automatisch, orientiert an deinen bisherigen Gewohnheiten. Als Startpunkt ist das praktisch, prüfen solltest du die Punkte trotzdem.
Eine bewährte Einsteiger-Routine: Memory Cue auf den ersten Schlag, einen weiteren dort, wo du rausmixen willst. Ein Hot Cue auf den Drop, einer auf den Breakdown. Wer das konsequent macht, findet sich auch auf fremden Playern sofort zurecht.
Hardware Unlock: Auflegen ohne Abo
Hardware Unlock bedeutet: Schließt du ein unterstütztes Gerät an, kannst du den Performance-Modus nutzen, ohne einen bezahlten Plan abzuschließen. Laut rekordbox-FAQ schaltet das außerdem Aufnahme, Mix-Sharing, MIDI Learn und weitere Funktionen frei. Die Liste der berechtigten Geräte umfasst zahlreiche DDJ-Controller, XDJ- und All-in-One-Systeme, CDJs und DJM-Mixer von Pioneer DJ und AlphaTheta (Stand der Liste: Juli 2026).
Für Geräte ohne Hardware Unlock gilt: Laut AlphaTheta ist dann für rekordbox 7 ein Plan ab Core nötig. Controller anderer Hersteller unterstützt rekordbox offiziell nicht per Plug-and-play. Bevor du einen gebrauchten Controller kaufst, lohnt deshalb ein Blick in die offizielle Liste auf rekordbox.com.
Pläne und Preise
rekordbox gibt es ausschließlich im Abo, einen Einmalkauf bietet AlphaTheta nicht an. Diese Preise nennt rekordbox.com (Stand: 24. Oktober 2026):
| Plan | Monatlich | Jährlich | Das Wichtigste |
|---|---|---|---|
| Free | 0 € | – | Export-Modus, Performance nur mit Hardware Unlock |
| Core | 12 € | 120 € (10 €/Monat) | Performance-Modus auch mit Hardware ohne Hardware Unlock |
| Creative | 18 € | 180 € (15 €/Monat) | wie Core plus Cloud Library Sync |
| Professional | 36 € | 360 € (30 €/Monat) | größter Plan, inklusive 5 TB Dropbox-Speicher |
| Cloud Option | ab 11 € | ab 108 € | Cloud-Sync als Zusatz zu Free, Core oder Creative |
Laut Planübersicht sind Stems und DVS in allen Plänen ausgewiesen. Die Cloud Library Sync gleicht Library, Playlists und Hot Cues über Dropbox oder Google Drive zwischen mehreren Rechnern und Mobilgeräten ab. Sie ist in Creative und Professional enthalten oder lässt sich per Cloud Option ergänzen.
Die Preise ändern sich gelegentlich. Aktuelle Zahlen und alle Funktionen findest du auf unserer Programmseite zu rekordbox.
Streaming in rekordbox
rekordbox bindet aktuell fünf Streamingdienste ein: Beatport, SoundCloud, TIDAL, Apple Music und Spotify. Für jeden brauchst du ein passendes Abo beim jeweiligen Anbieter. Zwei Neuerungen aus 2026 solltest du kennen:
- Beatsource ist weg: Mit Version 7.2.16 (9. Juli 2026) hat AlphaTheta alle Beatsource-Funktionen entfernt, weil Beatsource in Beatport aufgegangen ist.
- Spotify auf CDJs: Seit Version 7.2.18 (18. August 2026) kannst du dich auf kompatiblen CDJs, XDJs und All-in-One-Systemen über deinen rekordbox-Login bei Spotify anmelden. Per USB-Export lassen sich Spotify-Tracks aber nicht auf die Player bringen.
Mehr dazu, was beim Streaming im Club erlaubt und sinnvoll ist, liest du in unserem Ratgeber Streaming beim Auflegen.
rekordbox auf dem Smartphone
AlphaTheta bietet rekordbox für iOS und Android als eigenständige DJ-App an. Die App ist kostenlos, zusätzliche Effekte, anpassbare Pads und werbefreie Nutzung gibt es im Abo (wöchentlich, monatlich oder jährlich). Konkrete App-Preise nennt AlphaTheta auf der Website nicht.
- Lite-ModusEinfaches Mixen im Hoch- oder Querformat direkt auf dem Touchscreen.
- ControllerUnterstützt laut AlphaTheta DDJ-FLX2, DDJ-GRV6, DDJ-FLX4 und DDJ-200.
- Cloud Library SyncGleicht die Library zwischen Rechner und Smartphone ab – mit passendem Plan.
- PRO DJ LINKAn kompatiblen CDJs und XDJs spielst du Tracks direkt vom Smartphone ab.
Die App läuft laut AlphaTheta unter iOS/iPadOS 17, 18 und 26 sowie Android 13 bis 16, wobei der Betrieb nicht auf jedem Android-Gerät garantiert ist. Als Übungs-Setup unterwegs mit einem DDJ-FLX2 ist das reizvoll, den Laptop ersetzt die App aber nicht.
So startest du in fünf Schritten
- rekordbox installieren und ein kostenloses Konto anlegen.
- Musikordner festlegen und eine überschaubare Auswahl importieren, lieber 200 gute Tracks als 5.000 ungeprüfte.
- Analysieren lassen und Beatgrids bei auffälligen Tracks kontrollieren.
- Cue-Punkte setzen und erste Playlists nach Stimmung oder Set-Abschnitt bauen.
- Auflegen: am Controller im Performance-Modus oder per USB-Export an den Playern, siehe unser Ratgeber USB-Sticks für Club-Player vorbereiten.
Stärken
- Club-Standard: USB-Export für CDJs und XDJs ist kostenlos
- Library-Werkzeuge, Analyse und Cue-Funktionen auf hohem Niveau
- Stems und DVS laut Planübersicht in allen Plänen
- Mobile-App für iOS und Android, Cloud-Sync über mehrere Geräte
Schwächen
- Kein Einmalkauf, nur Abo
- Offiziell nur Hardware von Pioneer DJ und AlphaTheta
- Planstruktur mit Cloud Option ist für Einsteiger unübersichtlich
- Performance-Modus ohne Hardware Unlock nur mit Abo
Fazit
Für Einsteiger mit Blick auf den Club ist rekordbox die naheliegende Wahl: Der Export-Modus ist kostenlos, und die Fähigkeiten, die du beim Library-Aufbau lernst, nimmst du direkt mit an die CDJs. Ob du zusätzlich ein Abo brauchst, hängt fast nur von deiner Hardware ab. Mit einem Controller mit Hardware Unlock kommst du lange ohne aus. Wenn du noch zwischen rekordbox und Serato schwankst, hilft dir unser direkter Vergleich oder der DJ-Software-Vergleich.
Quellen: rekordbox: Pläne · rekordbox 7 Overview · rekordbox FAQ ver. 7 · rekordbox Release Notes · rekordbox für iOS/Android · eigene Programmdaten zu rekordbox. Stand: Oktober 2026.
Häufige Fragen
Ist rekordbox kostenlos?
Ja, es gibt einen Free-Plan. Im Export-Modus kannst du deine Musik verwalten und USB-Sticks für Club-Player vorbereiten, ohne etwas zu bezahlen. Zum Auflegen im Performance-Modus brauchst du entweder Hardware mit Hardware Unlock oder einen kostenpflichtigen Plan ab Core.
Was kostet rekordbox?
Laut rekordbox.com (Stand Oktober 2026): Core 12 € pro Monat oder 120 € im Jahr, Creative 18 € bzw. 180 €, Professional 36 € bzw. 360 € inklusive 5 TB Dropbox. Eine Cloud Option gibt es ab 11 € im Monat. Einen Einmalkauf bietet AlphaTheta nicht an.
Was ist der Unterschied zwischen Export- und Performance-Modus?
Der Export-Modus dient zur Vorbereitung: Musik verwalten, analysieren, Cue-Punkte setzen und auf USB-Sticks für CDJs und XDJs exportieren. Im Performance-Modus legst du direkt mit einem Controller am Laptop auf.
Gibt es rekordbox fürs Smartphone?
Ja. rekordbox für iOS und Android ist kostenlos und lässt sich mit optionalen Abos erweitern. Die App unterstützt laut AlphaTheta die Controller DDJ-FLX2, DDJ-GRV6, DDJ-FLX4 und DDJ-200 und kann Tracks per PRO DJ LINK an kompatible CDJs und XDJs schicken.
Brauche ich für den Club-Gig ein rekordbox-Abo?
Nein. Den USB-Export erledigt der kostenlose Export-Modus. Ein Abo lohnt sich erst, wenn du zu Hause mit einem Controller ohne Hardware Unlock auflegen oder Cloud-Funktionen nutzen willst.



